Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Firmenübergreifendes Projekt mit Synergieeffekten bei Rampf

20.05.2007
Der Trend zur Systementwicklung ist sowohl in der Misch- und Dosiertechnik als auch beim Konstruktions-Werkstoff Mineralguss unverkennbar.

So lag es nahe, dass eines Tages Rampf Dosiertechnik und Epucret Mineralgusstechnik ein Anlagenprojekt gemeinsam angehen würden, um Synergieeffekte auszuloten.

Das Ergebnis der gemeinsamen Entwicklung ist der Dosierroboter DR-CNC, der fest auf einem Mineralgussbett steht. Dadurch kann eine Silikondichtung auf bis zu 16 Filtergehäusen in einer Aufspannung appliziert werden. Beim Auftragen der raupenförmigen, aushärtbaren Massen muss die Dichthöhentoleranz unter 0,1 mm liegen. Um dieses Maß reproduzierbar einzuhalten, wurden die tragenden Elemente des Misch- und Dosierautomaten aus Mineralguss gefertigt.

Der Roboter erhielt ein Maschinenbett mit höherer Eigensteifigkeit als bei herkömmlichen Automaten. Die Basis dafür bildete eine Blechmantelkonstruktion. Sie wurde mit dem Mineralguss Epument gefüllt, den der Hersteller und Verarbeiter Epucret im Wesentlichen aus zwei Bestandteilen „zusammenmischt“: einem mineralischen Füllstoffgemisch und einem Bindemittel auf Reaktionsharzbasis.

Die genaue Rezeptur bestimmt die Anwendungseigenschaften des Mineralgussbetts. Beim Misch- und Dosierautomaten liegt die Herausforderung in der Lage der Filtergehäuse nach einem Chargenwechsel. Folglich kommt es in diesem Fall laut Epucret auf ein optimiertes Masse-Steifigkeits-Verhältnis und eine sehr hohe Schwingungsdämpfung an. Sie machten den Grundkörper stabil und träge. Außerdem verhindere die hohe spezifische Wärmekapazität und die niedrige Wärmeleitfähigkeit von Mineralguss eine thermisch bedingte Deformation.

Als äußere thermische Störungsquellen wurden beim reproduzierbaren Dosieren mit dem Roboter insbesondere Strahlungseffekte, Luftzirkulation und Temperaturdifferenzen in der Werkhalle ausgemacht. Zu den inneren Wärmequellen des Automaten gehören Pumpen, Motoren, Führungen und Spindeln. Für ein präzises, gleich bleibendes Dosierergebnis sind auch die drei Verfahrachsen (X-, Y- und Z-Achse) des Roboters verantwortlich, die sich variabel bewegen und positionieren lassen. Sie ermöglichen den dreidimensionalen Auftrag der raupenförmigen Silikonmassen. Eine CNC kombiniert die Bewegung dieser wartungsfreien Linearachsen mit dem Silikonausstoß aus der Dosierdüse. Erst ein optimiertes Zusammenspiel von Dosierprozess und Bewegungsabläufen sichere den Erfolg.

Dazu gehört extrem sauberes Arbeiten. Der Roboter muss beim Auftragen der Silikonraupen die Anforderungen der Reinraumklasse ISO 7 erfüllen. So wurden von Rampf Dosiertechnik entsprechende Vorkehrungen „installiert“: Einerseits ist der Arbeitsraum hermetisch abgedichtet. Andererseits wird darin eine kontrollierte Luftströmung erzeugt. Die Partikelkonzentration liege deutlich unter dem Grenzwert, heißt es.

Der Dosier- und Mischautomat DR-CNC von Rampf Dosiertechnik mit dem Mineralgussbett von Epucret hat bei beiden Tochtergesellschaften der Rampf-Gruppe Synergieeffekte offengelegt. Darin sehen Epucret-Geschäftsführer Dr. Utz-Volker Jackisch, Wangen bei Göppingen, und Hartmut Storz, Vertriebsleiter bei Rampf Dosiertechnik, Zimmern o.R., den Startschuss für weitere firmenübergreifende Projekte. Als Spezialist für Mineralgussgestelle sieht Jackisch Epucret als Weltmarktführer. Jährlich werden bei Epucret rund 8000 t Mineralguss zu Maschinengestellen verarbeitet.

Rampf Dosiertechnik gehört laut Storz zu den führenden Anbietern von Niederdruck-Misch- und Dosieranlagen. Mehr als 1700 Anlagen wurden bereits installiert – vom einfachen Handarbeitsplatz bis zum Automat für die Großserienfertigung. In beiden Produktbereichen ist mehr und mehr Systemtechnik gefragt. Daher sehen beide Manager ihre Unternehmen „als Entwicklungspartner und Systemlieferant gefordert“. So müssen beide Tochtergesellschaften der Rampf-Gruppe alle Phasen ihrer Produktentwicklungen entwicklungs- und fertigungstechnisch begleiten: von der Beratung bis zum After-Sales-Service.

Viele Neukunden erreicht Epucret dabei auf Inhouse-Veranstaltungen und auf externen Symposien mit Fachvorträgen. Messen spielten bis heute keine Rolle. Bei Rampf Dosiertechnik nutzt man dagegen branchenspezifische Fachmessen als Teil der Kommunikation. Das Internet wird in beiden Unternehmen als wichtiger Informationskanal angesehen. Es ermögliche einen ersten Dialog, eine erste Kontaktaufnahme und gebe einen ersten Überlick über die Leistungsfähigkeit des Unternehmens.

Jedoch könne es nicht die persönliche Beratung ersetzen, meinen beide Manager unisono: „Gerade technisch hoch komplexe Produkte, wie sie Epucret und Rampf Dosiertechnik anbieten, fordern eine Präsenz vor Ort.“ Das Service- und Vertriebsnetzwerk der Rampf-Gruppe wird daher stetig ausgebaut. Wichtige Pfeiler sind dabei die US-amerikanische und die japanische Niederlassung – die Rampf Group, Inc. in Wixom/Michigan und die Rampf Group Japan, K.K. in Osaka.

Josef-Martin Kraus | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de

Weitere Berichte zu: Epucret Mineralguss Mineralgussbett Rampf-Gruppe Synergieeffekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht rollFEED® Turning auf EMAG Maschinen: Tempomacher für die Drehbearbeitung
17.10.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Schuler-MSC2000-Dual-Servopresse am Fraunhofer IPT für Werkzeugtests und Entwicklungsprojekte
17.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise