Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Produktsicherheit muss bei der Ingenieurausbildung beginnen

18.04.2007
Europäische Anforderungen an die Produktsicherheit dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden - Unkalkulierbare Risiken gefährden Verbraucher und Unternehmer

In der klassischen Form der Ingenieurausbildung kommt der Aspekt der Produktsicherheit bisher noch zu kurz. Die Folgen davon führen zu unkalkulierbaren Risiken, die Verbraucher und Unternehmer gleichermaßen gefährden. Gemeinsam mit der Industrie will das für die Produktsicherheit zuständige Ministerium für Umwelt und Verkehr nun gegensteuern und dabei schon in der Ingenieurausbildung der (künftigen) Mitarbeiter ansetzen. Seitens der Hochschule Pforzheim begrüßt Professor Dr. Brönneke diese Initiative: "Die von der Industrie unterstützte Initiative des Ministeriums stößt in der Hochschule Pforzheim auf offene Ohren: Fragen der Produktsicherheit sind im Interesse des Industriestandortes Baden-Württemberg ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung an der Hochschule Pforzheim."

"Etwa die Hälfte aller geprüften Maschinen weist gravierende sicherheitstechnische Mängel auf", so das Urteil von Ministerialrat Dirk v. Locquenghien vor Studierenden an der Hochschule Pforzheim. "Bei deutschen Herstellern liegt die Quote immer noch bei etwa 30 Prozent", ergänzt v. Locquenghien die aktuelle Situation in einem Gastvortrag über die "Maschinenrichtlinien in der Praxis" an der Hochschule Pforzheim. In eine ähnliche Richtung weisen die Ausführungen von Matthias Barth, Leiter Qualitätsmanagement des Herrenknecht Konzerns: "Wir stellen erhebliche Defizite bei der Kenntnis und Umsetzung der Produktsicherheitsregeln fest."

Ministerialrat v. Locquenghien, Vertreter der Überwachungsbehörden, und Barth, als Praktiker aus der Industrie, sind sich mit Professor Dr. Brönneke vom Studiengang Wirtschaftsrecht, der die Referenten an die Hochschule eingeladen hatte, einig: Die Missachtung der Produktsicherheitsregeln führt zu unkalkulierbaren Risiken bei den betroffenen Herstellerfirmen und gefährdet den langfristigen Unternehmenserfolg baden-württembergischer Industriebetriebe in erheblicher Weise.

Im Rahmen der Europäischen Gemeinschaft sollen Produkte ohne bürokratische Hürden auf den Markt gebracht werden. In diesem Zusammenhang müssen die Hersteller selber prüfen, ob die europäischen Produktsicherheitsanforderungen eingehalten werden. Der Hersteller bringt die Übereinstimmung mit dem Produktsicherheitsrecht durch das Anbringen des so genannten CE-Zeichens zum Ausdruck. Fälschlich sehen aber viele Firmen zunächst nur die vermeintlich hohen Kosten, die durch die Einhaltung von Sicherheitsregeln entstehen. Indem diese Regeln nicht ernsthaft umgesetzt werden, handeln sich die Unternehmen aber drastische Risiken ein: An einem Beispielsfall machte Ministerialrat v. Locquenghien klar, dass im Ernstfall ein Vermarktungsstopp der Produkte, Produktionsausfall, Haftung für Schäden in ganz erheblicher Höhe und eventuell zudem noch strafrechtliche Konsequenzen für Entwickler, Produktionsleiter und verantwortliche Unternehmer drohen. Besser ist es dagegen, das Thema Produktsicherheit von der Produktentwicklung bis hin zur Produktion als zentralen und selbstverständlich zu verwirklichenden Aspekt ernsthaft zu berücksichtigen. Damit lassen sich spätere höhere Kosten vermeiden.

Angaben zu den Referenten:
Professor Dr. Tobias Brönneke, Professor für Wirtschaftsverwaltungs- und Europarecht, Leiter des Rechtsamtes der Hochschule Pforzheim
Ministerialrat Dirk v. Locquenghien, Dipl.-Ing. Maschinenbau, Leiter des Referates Geräte- und Produktsicherheit im Umweltministerium Baden-Württemberg

Matthias Barth, Dipl.-Ing. Maschinenbau (FH); Dipl.-Ing. Betriebsoptimierung (FH), Leiter Qualitätsmanagement des Herrenknecht Konzerns

Dr. Claudia Gerstenmaier | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-pforzheim.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Sturmfeder bekämpft Orkanschäden
23.10.2017 | Westfälische Hochschule

nachricht rollFEED® Turning auf EMAG Maschinen: Tempomacher für die Drehbearbeitung
17.10.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 65 neue genetische Risikomarker für Brustkrebs entdeckt

Manche Familien sind häufiger von Brustkrebs betroffen als andere. Dies kann bislang nur teilweise durch genetische Risikomarker erklärt werden. In einem weltweiten Verbund haben Forscher nun 65 weitere Erbgutvarianten identifiziert, die zum Brustkrebsrisiko beitragen. Die Studie, an der auch Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Universitätsklinikum Heidelberg beteiligt waren, wurde in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Die Forscher erwarten, dass die Ergebnisse dazu beitragen, Screeningprogramme und die Früherkennung von Brustkrebs zu verbessern.

Seit Angelina Jolies medienwirksamer Entscheidung, sich vorbeugend die Brüste entfernen zu lassen, ist der genetische Hintergrund von Brustkrebs auch einer...

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fettstoffwechsel beeinflusst Genaktivität

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Forscher der Universität Hamburg entdecken Mechanismus zur Verdopplung von Pflanzengenomen

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Bakterielle Toxine im Darm

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie