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Laserbasiertes Verfahren bietet Hilfe im Kampf gegen Produktfälschungen

13.04.2007
Produktfälschungen verursachen jährlich weltweit Schäden in Milliardenhöhe und können – zum Beispiel bei Medikamenten – Gesundheit und Leben gefährden.

Alle bisherigen Strategien zur Fälschungserkennung beruhen auf offener oder versteckter Kennzeichnung der Produkte.

Keine der Markierungen schützt völlig vor unautorisierter Nachbildung oder Vervielfältigung, ganz gleich, ob es sich um Wasserzeichen, Barcodes, RFID-Tags, Hologramme oder mit speziellen Drucktinten aufgebrachte Muster handelt.

Mit dem neuen Produkt Protex-Xion bietet Bayer Technology Services in Zusammenarbeit mit der Ingenia Technology Ltd. ein einzigartiges Verfahren für das Erkennen und das Vermeiden von Produktfälschungen an. Wie das Unternehmen mitteilt, ist Protex-Xion eine innovative Lösung, mit der verschiedenste Objekte anhand ihrer Oberfläche eindeutig und fälschungssicher authentifiziert werden können, ohne dass irgendeine zusätzliche Kennzeichnung dieser Objekte erforderlich ist. Die Produkte werden automatisch direkt in der Produktion erfasst und können jederzeit in der nachgelagerten Supply Chain durch den Einsatz mobiler Lesegeräte eindeutig verifiziert werden.

Dazu wird die so genannte „Laser-Surface-Authentication“-Technik (LSA) genutzt. Diese kann den individuellen Fingerabdruck eines Gegenstandes, das heißt dessen natürliche Oberflächenstruktur, registrieren und wieder erkennen. Ein spezielles Abtastverfahren, das auf dem „Laser-Speckle-Phänomen“ beruht, erfasst dabei die mikroskopische Oberflächenstruktur. Dabei wird die diffuse Streustrahlung der Oberfläche unter verschiedenen Winkeln relativ zum einfallenden Strahl gemessen.

Die erfassten Oberflächenmerkmale sind einzigartig – wie ein Fingerabdruck oder eine DNS-Sequenz. Auch eine moderate Abnutzung oder Veränderung der Objekte beeinträchtigt die Erkennung nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Objekte den gleichen „Fingerprint“ aufweisen, liegt bei 10×E-10 bis 10×E-100. Das vom Scanner aufgezeichnete Signal enthält dadurch eindeutige Informationen über die Identität des Gegenstandes. Die Oberflächenmerkmale können aufgrund ihrer komplexen Struktur nicht künstlich erzeugt werden.

Alle Scaninformationen kann man in einer Datenbank ablegen und mit Hilfe einer Such- und Vergleichssoftware in Sekundenschnelle abrufen. Der Umfang der IT-Systemtechnik kann dabei sehr flexibel an die notwendige Anzahl von Objekten und Standorten angepasst werden. Für die Speicherung eines Scans sind nur 125 bis 750 Bytes notwendig.

Damit können die Daten vieler Millionen Produkte auf einer herkömmlichen Festplatte gespeichert werden. Objekte auf Fertigungsstraßen sind mit einem statischen Scanner bei Geschwindigkeiten bis 4 m/s erfassbar. Deshalb wird der Produktionsprozess durch die Protex-Xion-Technik in seiner Geschwindigkeit nicht eingeschränkt. An der Verpackungslinie sind nur gerine Modifikationen erforderlich.

Die Vorteile, die Protex-Xion seinen Anwendern bietet, sind, wie Bayer weiter ausführt, eine absolute Fälschungssicherheit bei geringen Kosten sowie die Möglichkeit, die Echtheit eines bereits erfassten Produkts an jedem Punkt der Supply Chain zu verifizieren. Die Kosten für den Betrieb der Technik sind niedrig, weil – anders als bei den üblichen Verfahren – keine Herstellkosten für Sicherheitsmerkmale anfallen.

Bei herkömmlichen Markenschutz-Techniken wird eine sichere Lieferkette für Sicherheitsmerkmale benötigt. Dies entfällt beim Einsatz von Protex-Xion, weil dabei die Oberfläche der Produktverpackung selbst zum Sicherheitsmerkmal wird.

Udo Schnell | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de

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