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Krauss-Maffei setzt auf Hochdrucktechnik bei Dichtungsraupen aus Polyurethan

28.07.2008
Mit Mischköpfen und Dosieranlagen von Krauss-Maffei lassen sich Dichtungsraupen aus Polyurethan im Hochdruckverfahren erzeugen. Der Münchener Maschinenhersteller demonstriert das Verfahren auf der Fakuma beim Raupenauftrag auf thermoplastische Bauteile. Von der Hochdruck-Verarbeitung verspricht man sich eine deutlich höhere Produktivität im Vergleich zu Niederdruck-Anlagen.

Im Gegensatz zur Niederdruck- hat die Hochdrucktechnik laut Krauss-Maffei den Vorteil, dass damit sehr schnell reagierende Mehr-Komponenten-Kunststoffe verarbeitet werden können. So härten 2-Komponenten-Polyurethan schneller aus, so dass die Bauteile ohne nennenswerte Verzögerung weiteren Verarbeitungsschritten zugeführt werden können. Bei langsam reagierenden Kunststoffsystemen sind dagegen Pufferstrecken nötig, um die längere Aushärtezeit zu überbrücken. Weil diese Puffer bei der Hochdrucktechnik entfallen, verweist der Münchener Maschinen- und Anlagenhersteller auf die niedrigeren Investitionskosten und den geringeren Platzbedarf in der Produktion.

Mischköpfe sind selbstreinigend

Zudem seien die Hochdruck-Mischköpfe selbstreinigend und daher befreit von den bei Niederdruckanlagen notwendigen Reinigungszyklen. Nach jedem Schuss reinigt sich der Hochdruck-Mischkopf, indem er das gesamte vermischte Material als Dichtraupe auf dem Bauteil ablegt. Laut Krauss-Maffei entstehen keinerlei PUR-Abfälle. Das vermischte Material werde komplett für die Dichtungsapplikation verwendet.

Nach Angaben von Krauss-Maffei muss bei Niederdrucksystemen die Mischkammer in regelmäßigen Abständen gereinigt werden. Dieser Reinigungsvorgang erzeuge Produktionsabfall und erzwinge Produktionsunterbrechungen, so dass sich die Verfügbarkeit der Anlage reduziere und die Prozesskosten stiegen. Die Selbstreinigung der Hochdruck-Mischköpfe erhöhe somit die Produktivität und die Flexibilität der Fertigungsanlage.

Erzeugen von Dichtungsraupen direkt am Bauteil

Der automatische Auftrag von Dichtungsraupen auf Bauteile reduziert den Montageaufwand und macht das Bevorraten unterschiedlicher Dichtungen überflüssig. Daher kommt das Verfahren in zahlreichen Anwendungsgebieten zur Anwendung.

In der Automobilbranche werden unter anderem Türmodule und Innenausstattungskomponenten, Scheinwerfer und Rückleuchten sowie Verscheibungen mit Dichtungsraupen aus Polyurethan ausgestattet. In der Elektro- und Elektronikindustrie zählen Schaltschränke, Sicherungskästen und Langfeldleuchten zu den wichtigsten Applikationen. Ein weiterer großer Anwendungsbereich sind Filterelemente, die mit Polyurethandichtungen ausgestattet sind, beispielsweise Panelfilter, Luftfilter und Reinraumfilter.

Technikumsanlage geht in Kürze in Betrieb

Um das große Marktpotential der Hochdrucktechnik im Dichtungsbereich zu bedienen, nimmt Krauss-Maffei in Kürze eine weitere neue Technikumsanlage speziell für diese Anwendungen in Betrieb. Die Anlage steht den Kunden zur Verfügung, um Versuche für individuelle Applikationen durchzuführen.

auf der Fakuma 2008: Halle A7, Stand 7205

Josef-Martin Kraus | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/kunststoffundgummiverarbeitung/articles/138248/

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