Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bearbeitungszeit mit schwenkbarem Mehrspindelkopfträger um über 90% reduziert

22.07.2008
Ein automatisch einwechselbarer und um 360° schwenkbarer Mehrspindelkopfträger ersetzt das herkömmliche Einzelbohren der 24 Bohrungen mit Gewinden M 16 x 1,5 auf einem Teilkreis von 290 mm ± 0,05 mm an Unterbaugehäusen für Betonpumpen. Dadurch konnten die Fertigungszeiten für das Bohren und Gewindeschneiden drastisch reduziert werden.

So recht zufrieden mit dem Ablauf der Einzelbearbeitung der 24er-Bohrbilder an den Lagern der Unterbaugehäuse für Betonpumpen war Steffen Roller, Gruppenleiter Mechanik im Werk Althengstett der Putzmeister Concrete Pumps GmbH, nicht. Zeit- und kostenaufwändig wurden auf einer Fahrständer-Fräsmaschine die Gewindebohrungen einzeln vorgebohrt, das Kernloch gebohrt und anschließend das Gewinde geschnitten.

Als die Kapazität der Maschine an ihre Grenzen stieß und eine weitere beschafft wurde, nutzte Roller die Gelegenheit, den bisherigen Ablauf beim Bohren der 24er-Lochbilder zu optimieren: „Auf der neuen SHW-Fahrständermaschine, ausgerüstet mit einer Pick-up-Station zum automatischen Wechsel der Horizontal- und Vertikal-Fräsköpfe sollten die 24 Bohrungen nicht mehr einzeln nacheinander, sondern mit einem automatisch einwechselbaren Mehrspindelkopfträger gleichzeitig gefertigt werden.“

Gesagt, getan, die Romai Robert Maier GmbH in Vaihingen, Spezialist für die Entwicklung von kundenspezifischen Vorsatzgetrieben aller Art, nahm sich dieser Aufgabe an. Aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung in der Entwicklung von kundenspezifischen Mehrspindelköpfen der unterschiedlichsten Ausführung, angefangen von Lösungen mit einem Gewicht von einem Kilogramm, beispielsweise für die Uhrenindustrie, bis hin zu Schwergewichten von 5000 kg, war es für die Romai-Ingenieure kein Problem, auch diese Aufgabe lösen zu können.

Technische Daten der Fahrständermaschine begrenzten Gewicht des Mehrspindelkopfträgers

Gemeinsam mit dem Hersteller der Fahrständer-Fräsmaschine SHW wurden die Eckdaten festgelegt. In einem Trägergehäuse sollten drei Mehrspindelköpfe, je einer für die Zugangsbohrung, Kernlochbohrung und zum Gewindeschneiden – alternativ auch Gewindeformen – automatisch schwenkbar integriert werden. Die technischen Daten der Fahrständermaschine begrenzten das Gewicht des Mehrspindelkopfträgers auf 850 kg und die Antriebsleistung auf 56 kW.

Nicht realisieren ließen sich die 24 Arbeitsspindeln je Mehrspindelbohrkopf. „Nicht nur wegen der Gewichtsbegrenzung, sondern auch aufgrund des zu geringen Spindelabstandes und der Abtriebsspindeln mit HSK-C-50-Schnittstelle“, erläutert Mathias Maier, geschäftsführender Gesellschafter der Romai Robert Maier GmbH. Romai schlug deshalb vor, die 24 Bohrungen in zwei Schritten mit je zwölf Abtriebsspindeln zu fertigen. Innerhalb kurzer Zeit erarbeitete das Romai-Team die angepeilte Lösung. „Zum schnellen Erfolg des Projektes hat auch beigetragen, dass der Kunde sehr konkrete Vorstellungen hatte, die wir entsprechend umsetzten“, betont Maier.

Mehrspindelkopfträger arbeitet zur vollsten Zufriedenheit

Mittlerweile arbeitet der Mehrspindelkopfträger seit Monaten zur vollsten Zufriedenheit von Gruppenleiter Roller auf der SHW-Fahrständer-Fräsmaschine: „An die optimalen Schnittwerte für diese ?Zwölfer-Kombination? musste ich mich allerdings erst herantasten, weil die Übertragung der Werte vom herkömmlichen Bohren und Gewindeschneiden den Antrieb überforderte.“ Etwas reduzierte Schnittwerte behoben dieses, wodurch gleichzeitg deutlich bessere Werkzeugstandzeiten erreicht wurden. Mit dem ersten Werkzeugsatz sind seither 150 Unterbau-Gehäuse prozesssicher bearbeitet worden und er ist immer noch gut, ohne erkennbare Beanspruchung.

Auch die Bilanz, die Steffen Roller hinsichtlich des Rationalisierungseffekts zieht, kann sich sehen lassen: „Die Zeiteinsparung ist beträchtlich, bei kleinen Unterbau-Gehäusen sparen wir bis zu 40 min, bei großen Unterbau-Gehäusen nahezu 80 min.“

Bernhard Kuttkat | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/spanende_fertigung/articles/137440/

Weitere Berichte zu: Bohrung Mehrspindelkopfträger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Das Auto lernt vorauszudenken
28.06.2017 | Technische Universität Wien

nachricht Stresstest über den Wolken
21.06.2017 | Hochschule Osnabrück

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern

25.07.2017 | Studien Analysen

Neue statistische Verfahren zur Überprüfung von Arzneimittel-Generika

25.07.2017 | Medizin Gesundheit

Neue Anwendungsszenarien für Industrie 4.0 entwickelt

25.07.2017 | Informationstechnologie