Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Windrad ohne Getriebe: Weniger Wartungsaufwand

10.07.2008
Um Windenergieanlagen auf hoher See noch zuverlässiger zu machen, erprobt Siemens jetzt Windturbinen ohne Getriebe.

Ihr Hauptvorteil liegt in einem einfacheren Design, das mit weniger Maschinenkomponenten auskommt. Damit soll der Wartungsaufwand sinken und die Verfügbarkeit steigen. Vor allem auf hoher See ist das ein Vorteil, weil hier Ausfälle der Turbinen sofort hohe Kosten verursachen. Windenergie ist ein wichtiger Bestandteil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2007 einen Umsatz von 17 Milliarden Euro erzielte.


Die erste der getriebelosen Windenergieanlagen wird in der zweiten Juliwoche an einem Standort in West-Dänemark errichtet, die zweite Anlage soll bis Ende des Jahres installiert werden. Beide Turbinen haben eine Leistung von 3,6 Megawatt (MW). Mit einem Rotordurchmesser von 107 Metern haben die Testanlagen ähnliche Merkmale wie die Serienturbinen des Typs SWT-3.6-107.

Mit dem Forschungsprojekt, das sich über einen Zeitraum von zwei Jahren erstreckt, will Siemens Energy herausfinden, ob und ab welcher Leistungsklasse die getriebelosen Maschinen wettbewerbsfähig zu Anlagen mit Getriebe sind. Die getriebelose Antriebstechnik ist nämlich in der Regel schwerer und in der Produktion kostenintensiver als konventionelle Maschinen.

Ein Getriebe übersetzt die niedrige Drehzahl des Windrotors in die hohe Drehzahl zur Stromerzeugung. Die getriebelosen Testanlagen besitzen dagegen Synchrongeneratoren, die von so genannten Permanentmagneten erregt werden. Sie übersetzen die Rotorbewegung direkt in elektrische Energie. Diese Generatoren zählen zu den größten Permanentmagnet-Maschinen, die jemals gebaut wurden. Sie haben Drehmomente in der Größenordung von 2.500 Kilo-Newtonmeter. Zum Vergleich: ein starker Elektroantrieb für ein Fahrzeug besitzt deutlich weniger als ein Kilo-Newtonmeter Drehmoment.

Die Generatoren werden in einem speziell errichteten Prüffeld auf Herz und Nieren getestet. Hier können sie bei variablen Geschwindigkeiten bis über die Nennleistung hinaus betrieben werden. Der erste Generator hat alle theoretischen Annahmen bestätigt. Der Test des zweiten Generators läuft seit Juni. (RN 2008.07.4)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens ResearchNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Berichte zu: Wartungsaufwand Windenergieanlage

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Luftturbulenzen durch Flugzeuge bald beherrschbar
08.12.2017 | Universität Rostock

nachricht Ein MRT für Forscher im Maschinenbau
23.11.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit