Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bluetooth-Module ermöglichen sichere drahtlose Datenübertragung

02.07.2008
Zur sicheren Datenübertragung bei Montagestationen verwendet der italienische Hersteller Comau kabellose SAI-Bluetooth- Module von Weidmüller. Sie dienen zum kabellosen Datenaustausch von Sensoren und Antrieben.

Bei seinen neuen Montagestationen verwendet der italienische Konzern Comau S.p.A. zum drahtlosen Datenaustausch SAI-Bluetooth-Module nach dem Standard IEEE 802.15.1. Dieser industrielle Standard soll den störungsfreien Datenaustausch innerhalb eines drahtlosen Netzes über kurze Entfernungen sicherstellen.

Die neuen SAI-Module von Weidmüller kommen überall dort zum Einsatz, wo aufgrund der Platzverhältnisse die Bus-Kabel nur schwer erreichbar sind – dies gilt vor allem für die sich bewegenden Anlagenteile.Ein SAI-Bluetooth-Gateway kommuniziert ohne Kabel mit maximal sechs Slave-Stationen.

Smartbox Comau heißt die von Comau Powertrain Machining & Assembly entworfene Montagezelle, die den Anforderungen an Flexibilität und „Erweiterbarkeit“ der Produktion auf dem Automobilmarkt gerecht wird.

Das zum Ausführen des Großteils der automatischen Montagevorgänge eines Zylinderkopfes hergestellte Modul ist in der Lage, in der gleichen Anlage verschiedene Elemente zu verarbeiten. Außerdem ermöglicht es dem Anwender auf Grund des modularen Aufbaus die Möglichkeit, zunehmend das Produktionsvolumen und den Automatisierungsgrad der Anlage zu erhöhen.

Montagezelle baut flexibel Zylinderköpfe für Motoren

Die Montagezelle montiert flexibel Zylinderköpfe für Motoren mit einem Zylinderbohrungsabstand von 70 bis 130 mm und Ventilmittenabständen zwischen 25 und 55 mm. In der Montagezelle sind Funktionen wie Montage und Werkstückhandling voneinander getrennt. Ein standardisierter „Montagekopf“ mit drei Achsen positioniert unterschiedliche Montagewerkzeuge. Die Positionierung und Orientierung des Werkstücks erfolgt über die Achsen, die den Palettenlift bewegen. Sämtliche Bewegungen in der Montagezelle sind über servobetriebene Kugelrollspindeln angetrieben.

Die komplexe Technik, insbesondere die der Montagegreifer, zwingt zu einer aufwändigen Verkabelung zwischen den Sensoren und Aktoren sowie den Ein- und Ausgängen der Steuerung. Zahlreiche Verbindungen zwischen Feld und Schaltschrank sind erforderlich. Umfangreiche Kabelstränge einschließlich Feldbus-System kommen zum Einsatz.

Der Ersatz dieser Kabelstränge durch ein kabelloses Kommunikationssystem reduziert sowohl die Komplexität als auch Wartungstätigkeiten. Die Comau-Ingenieure setzten bei der Wireless-Kommunikation in der Smartbox Comau auf den Industriestandard Bluetooth (IEEE 802.15.1) und auf SAI-Bluetooth-Module in Schutzart IP67 von Weidmüller.

Bluetooth-Datenübertragung hat Reichweite bis 100 m

Bluetooth definiert eine universelle Funkschnittstelle im lizenzfreien 2,4-GHz-ISM-Band. Aufgrund der geringen Sendeleistung von einigen Milliwatt sind Reichweiten bis 100 m spezifiziert. Verwendet wird das standardisierte Bluetooth-Profil SPP, auf das das Kommunikationsprotokoll aufsetzt. Es ist auf Basis des Canopen-Standards als Wirelessopen implementiert.

Weidmüller und Comau betrachten Industrial Wireless als eine Technik zur Problemlösung bei genau definierten Installationaufgaben und nicht als generellen Ersatz aller Kabel in der industriellen Automation. Bluetooth eignet sich als Wireless-Schlüsseltechnik für die nicht zeitkritische und nicht sicherheitsrelevante Datenübertragung. Durch die drahtlose Technik verringern sich die Installationszeiten und die Flexibilität der Anlagen und Maschinen bei späteren Änderungen wird erhöht. Zusätzliche Einsparungen werden bei Diagnose und Wartung erzielt.

SAI-Bluetooth entspricht dem klassischen SAI-Verteiler-Konzept

SAI-Bluetooth entspricht dem klassischen SAI-Verteiler-Konzept von Weidmüller. Das bekannte Design und Handling ermöglicht den Comau-Technikern eine einfache Installation – sie finden sich sofort zurecht. Die Konfiguration erfolgt wie bei üblichen Standardkomponenten in Profibus-DP-Netzen. Auch die Netzwerktransparenz ist bis zu den einzelnen Wireless-Teilnehmern voll durchgängig.

Die Adressen lassen sich komfortabel im beleuchteten Adressraum einstellen. Die Zykluszeit jedes SAI-Moduls liegt bei unter 15 ms. Der „Sub-Bus“ erlaubt eine Erweiterung der Funkstrecke um 50 m. Umfangreiche Diagnose- und Statusanzeigen – für Betriebsspannungen und Kommunikation – befinden sich auf jedem Bluetooth-Modul. Hinzu kommen großzügige Markierungsflächen mit Hinterleuchtung und pfeilförmiger Statusanzeige mit Leuchtdioden. Bei Ein-/Ausgabe-Fehlern erfolgt zusätzlich ein Farbwechsel der Anzeige.

186 Bluetooth-Module sind pro System ansprechbar

SAI-Bluetooth dient der drahtlosen Übertragung aller Daten in der Montagezelle zwischen den SAI und einem Gateway. Mit Weidmüller-Bluetooth-SAI lassen sich 31 Pico-Netze mit jeweils einem Gateway und sechs Bluetooth-Slaves (Sub-Bus-Teilnehmer) aufbauen. Insgesamt können 186 Bluetooth-Module in einem System angesprochen werden. Die Konfiguration und Adressierung im Profibus-DP-Netz erfolgt wie gewohnt anhand der GSD-Dateien.

Der Bluetooth-Master agiert als Gateway zum Profibus und ist gleichzeitig ein Slave im Profibus-System: Bei SAI-Bluetooth sind die Gateways als Slaves konzipiert, das heißt, sie können Ein-/Ausgabe-Informationen verarbeiten. Damit lassen sich Sensoren und Aktoren direkt am Gateway anschließen.

Dipl.-Ing. Sten Mückenhelm ist Produktmanager SAI-Komponenten bei der Weidmüller Heyfra GmbH in 06295 Eisleben.

Sten Mückenhelm | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/automatisierung/fertigungsautomatisierung/articles/125831/

Weitere Berichte zu: Bluetooth-Modul Datenübertragung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Das Auto lernt vorauszudenken
28.06.2017 | Technische Universität Wien

nachricht Stresstest über den Wolken
21.06.2017 | Hochschule Osnabrück

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der schärfste Laserstrahl der Welt

Physikalisch-Technische Bundesanstalt entwickelt einen Laser mit nur 10 mHz Linienbreite

So nah an den idealen Laser kam bisher noch keiner: In der Theorie hat ein Laser zwar genau eine einzige Farbe (Frequenz bzw. Wellenlänge). In Wirklichkeit...

Im Focus: Wellen schlagen

Computerwissenschaftler verwenden die Theorie von Wellenpaketen, um realistische und detaillierte Simulationen von Wasserwellen in Echtzeit zu erstellen. Ihre Ergebnisse werden auf der diesjährigen SIGGRAPH Konferenz vorgestellt.

Denkt man an einen See, einen Fluss oder an das Meer, so sieht man vor sich, wie sich das Wasser kräuselt, wie Wellen gegen die Felsen schlagen, wie Bugwellen...

Im Focus: Making Waves

Computer scientists use wave packet theory to develop realistic, detailed water wave simulations in real time. Their results will be presented at this year’s SIGGRAPH conference.

Think about the last time you were at a lake, river, or the ocean. Remember the ripples of the water, the waves crashing against the rocks, the wake following...

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der schärfste Laserstrahl der Welt

29.06.2017 | Physik Astronomie

Maßgeschneiderte Nanopartikel gegen Krebs gesucht

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wolken über der Wetterküche: Die Azoren im Fokus eines internationalen Forschungsteams

29.06.2017 | Geowissenschaften