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Moderne Prüfgeräte helfen beim Visualisieren des Unsichtbaren

18.06.2008
Für Industrieunternehmen war die Instandhaltung lange Zeit ein notwendiges Übel, das nur Kosten und Arbeit verursachte. Professionelle Instandhaltung kann jedoch mehr, als nur defekte Anlagen wieder zum Laufen bringen. Wer Instandhaltung mit Weitblick betreibt, kann nicht nur jede Menge Geld sparen, sondern auch sein Unternehmen erfolgreicher führen.

Inzwischen gilt Instandhaltung nicht länger als lästiges Stiefkind der Produktion. Das macht die aktuelle DIN 31051 deutlich. Umfasste Instandhaltung bisher die Instandsetzung, die Wartung und die Inspektion von Anlagen und Maschinen, zählt jetzt auch die Optimierung von Anlagen dazu. Damit sind Maßnahmen gemeint, die eine technische Verbesserung darstellen und die Verfügbarkeit der Anlagen erhöhen.

Instandhaltung wird nun umfassender verstanden: Ihr Ziel ist nicht nachzubessern, sondern vorzubeugen. So lassen sich Ausfälle von Anlagen von vornherein vermeiden.

Dieser umfassendere Ansatz von Instandhaltung gewinnt zunehmend an Bedeutung für den Unternehmenserfolg. Immer teuerer werdende Anlagen treiben auch die Schadensfolgekosten überproportional in die Höhe. Ebenso verändern Automatisierung, stärkere Anlagenverkettung und erhöhte Innovationsgeschwindigkeit wie auch verschärfte Umwelt- und Arbeitsschutzvorschriften das Anforderungsprofil an die Instandhaltungstätigkeiten.

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Eine vorausschauende Instandhaltung, also eine Instandhaltung, die den Zustand von laufenden Anlagen prüft, bietet zahlreiche Vorteile: Sie erhöht die Anlagenverfügbarkeit, Ressourcen und Ersatzteile lassen sich effektiver planen und Qualitätsmängel bei den Produkten können verhindert werden. Zudem spart das Unternehmen Energie und damit Geld.

Ultraschall, Thermografie und Schwingungsmesstechnik spüren Fehlerquellen auf

Wer Defekte, Störungen und Maschinenstillstände in der Produktion vorausschauend vermeiden will, darf sich nicht auf seine fünf Sinne verlassen, sondern sollte moderne Hightech-Prüfgeräte nutzen: Sie decken Fehlerquellen auf, die die menschlichen Sinnesorgane nicht erkennen können. Zu den wichtigsten Prüfmethoden gehören die Ultraschallmesstechnik, Thermografie sowie die Schwingungsmesstechnik.

Leckagen weiten sich nicht nur schnell aus und rufen Störungen hervor, Druckluft ist auch eine der teuersten Energieformen. Deshalb gilt es, Leckagen rasch zu orten und zu beheben.

Doch nicht immer lässt sich ein Zischen hören, schon gar nicht in einer Fabrikhalle bei laufender Produktion. Strömende Gase und Flüssigkeiten strahlen jedoch hochfrequente Signale ab, die der Mensch nicht hören kann: Ultraschallwellen. Mit Hilfe einer Ultraschallsonde können diese geortet werden und das punktgenau und bei laufender Produktion, gleich ob es sich um Leckagen in Druckluft-, Dampf- oder Vakuumsystemen handelt.

Innenleben von Kondensatabscheidern und Ventilen mit Ultraschall prüfen

Das Innenleben von Kondensatabscheidern und Ventilen können Ultraschallsonden ohne Demontage abhören. Ein praktischer Frühwarnservice, mit dem sich ein teurer Produktionsstillstand verhindern lässt.

Häufig genügt es, rechtzeitig ein paar Teile auszutauschen. Am besten prüft man eine Anlage gleich zu Anfang, wenn sie neu aufgestellt wurde, damit man eine Störung als Änderung gegenüber der Referenzmessung am besten entdecken kann.

Ob überlastete Kabel, eine defekte Dichtung an einem Heizofen oder ein undichter Gully auf einem Flachdach – für das menschliche Auge unsichtbare Fehlerquellen lassen sich mit Hilfe der Thermografie erkennen und anschließend schnell beheben. Das spart Instandhaltungs- und Energiekosten und sorgt für eine hohe Betriebssicherheit, können doch aus kleinen Fehlern enorme Schäden entstehen.

Überlastete Elektroleitungen sind die häufigste Ursache von Bränden. Eine Infrarot-Kamera macht das für den Menschen Unsichtbare sichtbar, indem sie ein Wärmebild aufnimmt, etwa von einem Schaltschrank, einer Energieleitung oder einer Gebäudefassade. Es zeigt, wie viel Wärme an welcher Stelle abgestrahlt wird. Daraus erkennt der Experte, wo sich Fehler und Gefahrenquellen verbergen.

Schwingungsanalyse ermittelt Unwucht bei Wälzlagern

Mangelnde Laufruhe, eine durchhängende Welle, eine Unwucht oder ein abgenutzter Zahn im Getriebe – die Ursachen für den Ausfall von Maschinen sind vielfältig. Meistens ermüdet irgendwann das Material, selbst bei hochwertig gefertigten Anlagen.

Mit Hilfe der Schwingungsanalyse kann man frühzeitig Defekte erkennen, noch bevor die Maschine stillsteht: Jede Maschine hat ihr eigenes Schwingungsverhalten. Es verändert sich beispielsweise durch eine unzulässige Unwucht oder einen Wälzlagerschaden.

Ein tragbares Schwingungsmessgerät kann die mangelnde Laufruhe erfassen, noch bevor sie zu sehen oder zu hören ist. Durch regelmäßiges Messen der Kurven lassen sich nahende Maschinenschäden rechtzeitig erkennen.

Regelmäßige Schwingungsmessungen senken auch Energiekosten

Regelmäßige Messungen sind auch wichtig, um die Betriebskosten gering zu halten. Eine falsch ausgerichtete Welle kann die Energiekosten um 10% in die Höhe treiben.

Die Anzahl der von der Berufsgenossenschaft vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen von Anlagen und Betriebsmitteln ist groß. Je nach Unternehmen können weit über 100 Prüfungen im Jahr anstehen und alle müssen dokumentiert werden.

Um einen besseren Überblick darüber zu haben, wann der nächste Sicherheits-Check für Bohrmaschine, Stapler oder Rolltor ansteht, hat Freudenberg Produktionsservice die Online-Datenbank Proserve entwickelt. Sie zeigt nicht nur per Mausklick, wann die nächste Prüfung fällig ist, sondern mit ihr lassen sich die erhobenen Daten auch verwalten und griffbereit vorhalten. Das spart Zeit und gibt Planungssicherheit. Man weiß, wann welche Kosten anfallen.

Damit sich alle diese Maßnahmen nutzbringend umsetzen lassen, sollten sich die Verfahrens- und die Produktionstechnik, das Qualitätsmanagement, die Arbeitssicherheit sowie die Instandhaltung an einen Tisch setzen. Zum Erfassen der Messdaten kann die Beauftragung eines Dienstleisters sinnvoll sein, weil so ein optimierter Ablauf der Messungen garantiert ist.

Durch den Bedeutungswandel der Instandhaltung – weg vom reinen Kosten- hin zum wichtigen Produktionsfaktor – verfügen die Anbieter von Instandhaltungsleistungen inzwischen über eine klare Produktpalette und kundenorientierte technische Dienstleistungen. Die Kosten für die Instandhaltung amortisieren sich in der Regel sehr schnell, allein durch die Energieeinsparungen.

Siegfried Pickel ist Geschäftsleiter der Freudenberg Produktionsservice KG in 69465 Weinheim.

Siegfried Pickel | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/index.cfm?pid=1549&pk=124649

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