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Beschichtung für Leistungsfähigkeit der Bandsäge entscheidend

18.06.2008
Von der Kaffeelöffelherstellung bis zum Raumschiff. Bandsägemaschinen werden dort eingesetzt, wo unterbrechungsfreie Schnitte nötig sind. Um ein bestmögliches Schneidergebnis zu erzielen, sind Bandsäge, Sägeblatt und die zu zerspanenden Materialien optimal aufeinander abzustimmen.

Bandsägemaschinen schneiden alle Materialien in nahezu allen Formen: gerade, geschweift oder – mit besonderen Hilfsvorrichtungen – auch kreisförmig. Für den Anwender ist es wichtig, welche Leistung sein Werkzeug erbringt, wie hoch die Lebensdauer ist, welche Wartungskosten entstehen und wie sich die Stückkosten belaufen. Deshalb ist es für ihn von vorrangiger Bedeutung, mit seiner Bandsäge ein Hochleistungswerkzeug zu besitzen, das die bestmöglichen Schnittergebnisse erzielt.

„Bandsägemaschinen sollten deshalb dort eingesetzt werden, wo Stahl oder NE-Metalle gesägt werden müssen“, erklärt Björn Filter, technischer Anwendungsberater der Firma Arntz GmbH + Co. KG. „Das Sägen mit einer Bandsäge bedeutet wirtschaftliches Sägen aufgrund des schmalen Schnittkanals, denn dadurch entsteht ein geringerer Materialverlust gegenüber zum Beispiel einer HSS-segmentierten Kreissäge“, führt Björn Filter weiter aus.

Schnittgeschwindigkeit, Vorschub, die Zahnteilung, das richtige Einfahren der Sägebänder und vor allem die Art des Sägebandes sind Details, die aus einer einfachen Bandsäge ein Hochleistungswerkzeug machen. Denn „die Wirtschaftlichkeit des Sägens hängt davon ab, wie schnell getrennt werden muss. Sind hohe Schnittleistungen gefragt, steigt der Verschleiß an einem Band“, gibt Filter zu bedenken.

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„Steht die Zeit nicht im Vordergrund, kann die Maschine langsamer gefahren werden, was zur Schonung von Band und Maschine beiträgt. Der Anwender sollte darauf achten, dass die Schnittgeschwindigkeit und der Vorschub miteinander harmonieren und die entstehende Schnittfläche ein gutes Bild ergibt,“ erläutert Filter.

Anhaltende Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der Sägebandtechnik führen zu einem vermehrten Einsatz von hartmetallbestückten Sägebändern. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Hochleistungs-Bimetall-Sägeband lässt sich die Zerspanleistung mit Hartmetallwerkzeugen teilweise mehr als verdoppeln. Die Standzeit verlängert sich erheblich.

Lebensdauer des Sägebandes von vielen Faktoren abhängig

Die Haltbarkeit eines Sägebandes hängt von seinem Einsatz ab. Hartmetallbestückte Sägebänder können Leistungen von bis zu 25 m erbringen. Aber grundsätzlich hängt die Lebensdauer von der Festigkeit des zu sägenden Materials und den letztlich verwendeten Schnittwerten ab. „Doch hier kommen viele verschiedene Faktoren zusammen, die eine eindeutige Größenangabe nur schwer ermöglichen“, schränkt Björn Filter diese Generalisierung ein.

Sowohl Bimetall- als auch Hartmetallbänder können mit einer Hartstoffbeschichtung versehen werden, die Standzeit und Schnittleistung erhöht. Hierbei wird ein Trägermaterial mit einer Hartmetallspitze versehen und mit einer Beschichtung überzogen. Sie erzeugt eine höhere Schneidkantenhärte.

„Beschichtungen setzt man meist dann ein, wenn beim Schneidvorgang zum Beispiel keine Kühlung eingesetzt wird, weil noch eine Nachbearbeitung folgt“, erläutert Filter. „Auch wenn Sonderlegierungen und Spezialstähle gesägt werden müssen, gibt man beschichteten Sägebändern zum Teil den Vorzug. Doch das ist mehr eine ideologische Frage“.

Einfache Sägebänder ohne Beschichtung zum Sägen einfache Stähle

Ein einfacher Baustahl wird am kostengünstigsten mit einem einfachen Bimetallband ohne Beschichtung gesägt. Einschließlich aller Faktoren wie Standzeit, Vorschub und das Einfahren erhält der Anwender einen sehr kostengünstigen Schnitt – zumindest auf die Masse gesehen.

Somit ist es nicht immer kostengünstiger und effizienter, mit beschichteten Sägebändern zu arbeiten. Doch „das sind Fragen, die in meinen Augen zu relativieren sind“, meint Filger. Denn jeder Hersteller entwickelt seine eigene Beschichtung. „Sicherlich mag es Sägebänder geben, welche die Standzeit erhöhen. Aber das hängt auch von der Technologie ab, die der einzelne Hersteller einsetzt und beherrscht. Hier gibt es sicher Abweichungen untereinander,“ weiß Björn Filter.

Und daraus folgt, dass beschichtete Sägebänder unbeschichtete Sägebänder nicht verdrängen werden. Denn mit der Praxis kennt er sich aus: „Beschichtete Sägebänder finden ihren begründeten Einsatz, aber Sie können auch mit einem nichtbeschichteten Sägeband alle gängigen Stähle schneiden. Verdrängen werden die beschichteten die unbeschichteten Sägebänder nicht. Sie nehmen auch keinen großen Marktanteil ein. Der Standard ist definitiv immer noch das unbeschichtete Sägeband. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis und dem breiten Feld der Anwendungen ist es das meistgefragte Produkt.“

Beschichtete Sägebänder bieten mehr Einsatzmöglichkeiten

Beschichtete Sägebänder sind in ihren Einsatzmöglichkeiten breiter angelegt als ihre nichtbeschichteten Kollegen – jedoch immer im Verhältnis zu den Kosten gesehen. So muss der Anwender genau berechnen, welche Art von Sägeband er einsetzen will. Denn die beschichteten sind viel teurer als unbeschichtete.

„Ein beschichtetes Sägeband kostet ungefähr doppelt so viel wie ein nichtbeschichtetes. Sie müssten also doppelt so schnell sägen, um bei mindestens noch gleicher Standzeit das selbe Ergebnis zu haben. Und das schafft die Säge nicht unbedingt“, erklärt Björn Filter.

„Wenn sie eine sehr große Auftragsdichte haben, mit Termindruck, dann stellt sich erst einmal die Frage des Massenabbaus. Jetzt darf das schon mal ein bisschen mehr kosten. Wenn also sehr viel zu tun ist, wird das einzelne Stück nicht so viel teurer, als wenn die Säge länger laufen muss. Es kommt immer drauf an, wie sich die Kosten berechnen“, so Björn Filter.

Je weicher das Material, desto länger die Einfahrzeit des Sägebandes

Sägebänder werden üblicherweise eingefahren, um die bei der Produktion entstehenden Rauheiten der Schneide ein wenig abzurunden, um damit höchste Standzeiten zu sichern und Werkzeug- und Rüstkosten zu sparen. Die extrem scharfen Zahnspitzen dürfen anfangs noch nicht voll belastet werden, weil sie abbrechen können.

Durch ein sachtes Einfahren verrunden sich die Zähne perfekt. Dieser Prozess kann jedoch mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Beim Einfahren reduziert man den Vorschub und steigert ihn nur stufenweise. Grob empfehlen Hersteller, abhängig vom eingesetzten Band, die halbe Schnittgeschwindigkeit bei 70% Vorschub.

Die Einfahrzeiten haben sich durch die besseren Sägebandqualitäten in den letzten Jahren stark verringert. Nun gibt es neue Beschichtungen, die das Einfahren gänzlich überflüssig machen, denn es werden andere Verrundungsmethoden eingesetzt, die keine zu großen Überschärfen mehr aufweisen. Der Anwender kann damit, ohne Einfahrparameter, direkt mit 100% Maschinenkapazität arbeiten.

Die Reibkräfte reduzieren sich und durch den niedrigeren Reibungskoeffizienten besteht eine wesentlich höhere Laufruhe, in deren Folge höhere Standzeiten möglich sind. Dazu Björn Filter noch einmal: „Grundsätzlich müssen Sägebänder eingefahren werden, doch wir erreichen den Effekt des Abrundens anders. Wir setzen eine spezielle Zahngeometrie ein, die das Einfahren noch einmal stark verringert und zum Teil auch überflüssig macht.“ Denn Einfahrzeiten können recht lang sein. Je weicher das Material, desto länger die Einfahrzeit.

Hertha Kerz ist Fachjournalistin in Hamburg

Hertha Kerz | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/trenntechnik/articles/124656/

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