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Sondermaschinenbau bietet Automatisierung aus einer Hand

09.06.2008
Statt auf Insellösungen setzen im Bereich der Kennzeichnungstechnik immer mehr Unternehmen auf komplette Automatisierungslösungen. Der Pfälzer Sondermaschinenbauer Richter bedient solche Anfragen seit Jahren mit innovativen Maschinen und Anlagen. MM Logistik sprach mit Unternehmensgründer und Geschäftsführer Joachim Richter über Trends und seine Strategie.

MM Logistik: Der Markt für Kennzeichnungstechnik ist heiß umkämpft. Wie hebt sich die Firma Joachim Richter Systeme und Maschinen vom Wettbewerb ab?

Richter: Wir bieten nicht nur Komponenten, sondern schlüsselfertige Lösungen an. Unsere Kunden werden von der Projektierung bis hin zur Inbetriebnahme durchgängig von unseren hochqualifizierten Mitarbeitern betreut.

Dies umfasst auch Aufgabenstellungen in der Mechanik, Elektrik und Elektronik oder der Programmierung. Nur so sind hochwertige Maschinen und Systeme zu gewährleisten, die ihren Dienst auch im harten Industriealltag im Dreischichtbetrieb über Jahre hinweg zuverlässig versehen.

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MM Logistik: Setzen Sie bei Ihrer Unternehmensstrategie eher auf Zulieferer oder auf eine große Fertigungstiefe?

Richter: Wir setzen auf eine große Fertigungstiefe, um so viel Know-how und Produktionsschritte wie möglich im Unternehmen zu halten. Das ist aus unserer Sicht die Voraussetzung, um Qualität und Service im bestmöglichen Umfang zu gewährleisten. Dies ist Teil unserer Philosophie: der Entwicklung und Produktion von innovativen, hochwertigen Maschinen und Systemen, die unseren Kunden wirklich Erfolg und Nutzen bringen.

MM Logistik: Rechnet sich denn heute noch eine große Fertigungstiefe?

Richter: Das rechnet sich durchaus, denn wir können dadurch termingerecht liefern und halten alle Fäden in der Hand. Und wir können eine konstant hohe Qualität unserer Maschinen und Anlagen gewährleisten. Ein guter Ruf, solide Produkte und ein funktionierender Service sind Werte, die heute wieder zählen am Markt.

MM Logistik: Für welche Anwendungen eignen sich Ihre Markiermaschinen besonders?

Richter: Eigentlich für fast alle festen Materialien, die in irgendeiner Weise eine Kennzeichnung erhalten müssen. Meistens handelt es sich dabei um Metalloberflächen, aber auch andere Materialien wie beispielsweise Kunststoffe.

MM Logistik: Gibt es kritische Fälle beziehungsweise Materialien, die besondere technische Lösungen erfordern? Wie lösen Sie solche Probleme?

Richter: Kritisch sind häufig die Erreichbarkeit beziehungsweise die geforderten Taktzeiten. In bestehende Fertigungslinien müssen Kennzeichnungsstationen so integriert werden, dass die zu markierenden Teile den Materialfluss nicht unterbrechen oder verlangsamen. Hierfür eignet sich unsere universale Beschriftungsmaschine Unigrav, deren Achsen frei kombinierbar sind.

Somit lassen sich auch dritte Achssysteme mit verschiedensten Schriftbereichen realisieren. Um diese Maschine besonders schnell zu trimmen, verwenden wir hochdynamische Servomotoren anstelle der sonst üblichen Schrittmotoren. Die Härte des Materials hingegen spielt kaum eine Rolle, da mit der richtigen Beschriftungsnadel, zum Beispiel Diamant, auch Hartmetall zuverlässig beschriftet werden kann.

MM Logistik: Was sind die Vorteile gegenüber konkurrierenden Markierungs- beziehungsweise Kennzeichnungstechniken?

Richter: Zum einen die Haltbarkeit der Markierungen, hier haben sich speziell für Metalloberflächen die Nadel- und Ritzprägung bewährt. Im Gegensatz zu Etiketten oder Inkjet-Lösungen sind Nadel- und Ritzprägungen fast unbegrenzt haltbar und auch schwer manipulierbar. Zum anderen lassen sich diese Markierlösungen perfekt in Fertigungslinien integrieren.

MM Logistik: Welche Rolle spielt das Thema „Rückverfolgbarkeit“ für Ihre Kunden beziehungsweise in Projekten?

Richter: In vielen Industriebereichen ist dies ein großes Thema und wird auch von vielen unserer Kunden verlangt. Wir bieten hier das ganze notwendige Portfolio – von der Datenerfassung über die Anbindung von IT-Systemen bis zur Dokumentation aller Prozesse. Wie immer bei uns „alles aus einer Hand“.

MM Logistik: Sie bieten sowohl Stand-alone-Geräte als auch Komplettlösungen an. Wie ist hierfür der Zuspruch von Kundenseite?

Richter: Grundsätzlich hat der Interessent die Wahl zwischen einer Stand-alone- und einer Komplettlösung, ganz wie er das benötigt. Beginnt ein Kunde mit einer Einzellösung, dann kann er diese später mit unserer Unterstützung immer noch in ein Gesamtkonzept überführen, das heißt, in seine Produktion integrieren.

Kunden die bereits eine Komplettlösung bei uns gekauft haben, kaufen eigentlich immer wieder Komplettlösungen bei uns. Kundenzufriedenheit spricht meines Erachtens am allermeisten für schlüsselfertige Lösungen aus dem Hause Richter.

MM Logistik: Wie weit reichen Ihre Automatisierungslösungen?

Richter: Bereits viele Automatisierungsaufgaben wurden bei uns realisiert. Dies reicht von komplexen Sonderlösungen in der Katalysatorfertigung über Gießereiautomation bis hin zu kompletten Roboterzellen.

Bei Roboterautomationen ist uns besonders wichtig, dass wir dem Kunden bereits in der Konzeptphase kostenfreie Simulationen seiner späteren Roboteranwendung erstellen. Zudem können wir auch Machbarkeits-Voruntersuchungen mit unserem eigenen Roboter vornehmen.

MM Logistik: Sie bieten auch Lösungen in den Bereichen Materialfluss, Messtechnik sowie Montage und Handhabung an. Was können Interessenten hier von der Firma Richter erwarten?

Richter: Wir haben bislang eine Vielzahl von Lösungen für unsere Kunden entwickelt und installiert. Die Handhabung von Bauteilen zählt zu unserem Kerngeschäft im Sondermaschinenbau. Auch hier ist uns die Komplettlösung für den Kunden besonders wichtig. Dazu gehört unter anderem auch die Anbindung an Produktdatenbanken durch unsere Softwareexperten.

Eine weitere Sparte bildet die Messtechnik. Hier entwickeln und bauen wir unter anderem Maschinen, mittels derer Werkstücke auf ein Hundertstel genau vermessen werden können.

MM Logistik: Welche Trends sehen Sie in naher Zukunft im Bereich der Markierungstechnik?

Richter: Die Datamatrix-Kennzeichnung ist nach unserer Beobachtung weiter auf dem Vormarsch. In den USA wird diese Technik in vielen Bereichen bereist vorrangig genutzt. In Europa ist dies bisher kaum über den Automobilbau und die Luftfahrtindustrie hinaus verbreitet.

Die Vorzüge der Kamera-Lesbarkeit und Rückverfolgbarkeit sind allerdings unübersehbar auch für andere Industriezweige von großem Vorteil. Übrigens handelt es sich bei Nadel- und Ritzprägungen um ganz traditionelle Techniken, die bereits seit Jahrhunderten eingesetzt werden und nach wie vor „State of the art“ sind.

Bernd Maienschein | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/materialflusslogistik/verpackungstechnik/articles/123746/

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