Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aus einem Winkelgelenk wird ein Adapter für die manuelle Motordrehung

30.05.2008
Immer häufiger sind normierte Bauteile die Basis für kundenspezifische Produkte. Ein Grund dafür liegt in der verkürzten Fertigung und damit in der Kosteneinsparung im Vergleich zu Sonderteilen, ein anderer in der Kreativität der Konstrukteure. Beides zusammen hat zur Modifizierung eines Standard-Winkelgelenks geführt. Das Ergebnis ist ein Adapter für die manuelle Motor- und damit Behälterdrehung bei Mischern im Rahmen von Wartungsarbeiten.

Trotz anhaltendem Automatisierungstrend kann häufig auf manuelle Maschineneinstellungen nicht verzichtet werden. Das ist zum Beispiel bei Montage- und Justierarbeiten der Fall. Eine Voraussetzung für diese Arbeiten ist, dass sich die Antriebsachsen manuell einrichten lassen, weshalb bei den Mischern der Maschinenfabrik Gustav Eirich, Hardheim, die Mischbehälter über die Motorwelle manuell in die richtige Position gedreht werden können.

Dazu hat der Verbindungsspezialist MBO Oßwald, Külsheim, ein Winkelgelenk so modifiziert, dass es – fest verbunden mit der Motorwelle – als Adapter für eine handelsübliche „Ratsche“ mit aufgesetzter „Nuss“ verwendet wird.

Manuelles Drehen der Behälter bei Wartungsarbeiten

... mehr zu:
»MBO »Winkelgelenk

Hohe Sicherheitsstandards verhin-dern, dass sich die Behälter von abge-schalteten Mischern automatisch bewegen lassen. Daher muss für Wartungsarbeiten „Hand angelegt werden“, um die Tür zum Begehen der Behälter in eine bestimmte Position zu bringen, damit sie geöffnet werden kann. Die Maschinenfabrik Eirich konstruiert und baut Mischer für Labor- bis Großmengen-Anwendungen. Die Behältergröße reicht von 3 bis 12000 l Nutzvolumen.

Dabei kann der Anwender aus zwei Typenreihen „seinen“ Mischer auswählen – je nach Anforderung. Die Verarbeitungsmöglichkeiten sind – so heißt es – derart vielfältig wie das Branchenspektrum, das Eirich beliefert. Mit den Mischern werden nahezu alle Sparten der verfahrenstechnischen Industrie abgedeckt.

Bisher wurde zum manuellen Bewegen der Behälter an einem Sicherheitshandrad gedreht, das an der Motorwelle befestigt war. Es brachte die Behälter in die richtige Position. Zwar erfüllte diese Methode die hohen Sicherheitsanforderungen bei Großmischern, jedoch wurden darin auch Nachteile gesehen: Weil man das Handrad nicht von der Motorwelle abziehen konnte, drehte es sich bei laufendem Mischerbetrieb permanent lose mit. Außerdem war die Konstruktion aufwändig und damit teuer.

Jegliche automatische Bedienung der Mischer während Wartungs- oder Reinigungsarbeiten ist ausgeschlossen. Damit wird der Arbeitssicherheit Rechnung getragen. Das modifizierte Winkelgelenk, das als Verbindung zwischen Motorwelle und Drehmomentschlüssel wirkt, ermöglicht auch durch Veränderung des wirksamen Hebelarms des Werkzeugs eine Reduzierung der Handkraft. Das Ergebnis ist eine Arbeitserleichterung.

Dazu wurde bei dem üblicherweise als Normteil gefertigten Konstruktionselement der Winkel mit dem Kugelkopf entfernt und der obere Teil mit einem Sechskant versehen. Statt dem Innen- hat man ein Außengewinde angebracht, das sich in die Motorwelle schrauben lässt. So entstand aus einem normierten Winkelgelenk ein Adapter für die Motordrehung.

Absoluter Motor-Rundlauf bleibt sichergestellt

Zum manuellen Drehen der Behälter wird das Werkzeug durch den Motorlüfterschutz auf den Sechskant gesteckt. Eine Feder dient dabei als Gegendruck. Sie verhindert, dass man das Werkzeug nach Beendigung der Arbeit aus Versehen auf dem Sechskant stecken lässt und es somit beim Starten des Mischers zur Gefahr für Mensch und Maschine wird.

Außerdem ist das Verbindungsstück während des Mischerbetriebs hinter dem Gitter mit den Lüftungsschlitzen vor Berührungen geschützt. Größe und Form des Adapters sind laut MBO Oßwald so gewählt, dass ein absoluter Rundlauf der Motoren sichergestellt ist.

Von der Idee bis zur Umsetzung dauerte es 14 Tage. In dieser Zeit wurde aus einem Standardprodukt eine Branchenlösung. Der Verbindungsspezialist MBO Oßwald hat über 12000 Standardprodukte auf Lager. Dass man dennoch ein solches Teil quasi als Einzelstück fertigt, ist kein außergewöhnlicher Fall: Zwar bleibe die Fertigung von Standardteilen das Hauptgeschäft, jedoch gehe der Trend zu Teilen und Baugruppen, die nach Vorgaben des Kunden gefertigt oder vormontiert werden.

Der Grund dafür wird in den immer komplexeren Aufgaben gesehen, die von Verbindungselementen zu verrichten sind. Dazu ist eine anwendungsbezogene Konstruktion erforderlich. Bei MBO Oßwald machen kundenspezifische Zeichnungsteile inzwischen weit mehr als 30% des Geschäftsvolumens aus.

Josef-Martin Kraus | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/konstruktion/konstruktionselemente/articles/123001/

Weitere Berichte zu: MBO Winkelgelenk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Stresstest über den Wolken
21.06.2017 | Hochschule Osnabrück

nachricht 3D-Druck im Mittelstand etablieren
20.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften