Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter für mittelständische Fertigungen

19.05.2008
Roboterlösungen sind für kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe oft zu unflexibel, zu groß oder zu teuer. Das europäische Forschungsprojekt SME Robot entwickelt deshalb leicht programmier- und installierbare Roboter, die außerdem ihren Arbeitsplatz mit Menschen teilen sollen.

Martin Hägele vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart ist davon überzeugt: „Künftige Roboter in kleinen und mittelständischen Fertigungen werden teilweise anders aussehen und werden anders programmiert als heutige Roboter.“ Bei Fraunhofer sieht man drei wichtige Innovationsfelder für Roboter:

Sie sollen leicht erlernbare (intuitive) Befehle verstehen;sie müssen alle Sicherheitsvoraussetzungen erfüllen, um den Arbeitsplatz mit menschlichen Kollegen zu teilen, und sie sollen innerhalb kürzester Zeit, also in wenigen Tagen, installiert und in Betrieb genommen werden können.

„Die Realisierung dieser Ziele erfordert eine umfassende Forschung“, glaubt Hägele und fährt fort: „In SME Robot wurde eine Vielzahl unterschiedlicher Komponenten-Entwicklungen angestoßen: beispielsweise neuartige Antriebe, Kinematiken und Sensoren. Ein Großteil unserer F&E widmete sich Software-Themen, wie der Integration von Sprache, Grafik und Haptik für die intuitive Programmierung oder für die Umsetzung der Plug-and-play-Anforderungen zur raschen Inbetriebnahme von Robotersystemen.“

SME Robot präsentiert Roboter-Prototypen erstmals auf der Automatica

Auf der Automatica 2008 werden von dem europäischen Forschungsprojekt SME Robot erstmals Prototypen dieser kostengünstigen, modularen und interaktiven Automatisierungslösungen für kleine und mittlere Unternehmen präsentiert. Seit dem Start im Jahr 2005 arbeiten in SME Robot führende europäische Roboterhersteller, Systemintegratoren, Forschungsinstitute und Partner aus der Industrial IT an künftigen Automatisierungslösungen für kleine und mittelständische Fertigungen. Ein Jahr vor Projektende werden nun erstmals Ergebnisse aus dem Projekt auf einem Gemeinschaftsstand der Messe Automatica vorgestellt.

Automatisierung macht wettbewerbsfähig – das gilt längst auch für den Mittelstand. Marktübliche Lösungen sind für viele kleine und mittlere Unternehmen oder Handwerksbetriebe (KMU, englisch SME) oftmals zu unflexibel, zu groß oder zu teuer. Deshalb hat das EU-Projekt eine völlig neue, modulare und interaktive Robotergeneration entwickelt, die schnell zu installieren und leicht zu bedienen ist und durch ihre kostengünstige Auslegung die Wettbewerbspotenziale für Europas Mittelständler zu erschließen hilft.

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung koordiniert Roboter-Projekt

Das EU-Projekt ist auf vier Jahre ausgelegt, koordiniert wird es vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart. Die auf der Automatica 2008 präsentierten Roboterzellen stellen beispielhaft Automatisierungslösungen für unterschiedliche KMU-Branchen vor:

-ein neuartiges Robotersystem auf der Basis einer parallelen Kinematik, das gleichzeitig hohe Steifigkeit, geringe Kosten sowie Modularität kombiniert und somit besonders günstig für die mechanische Bearbeitung in Gießereien, Schmieden und metallverarbeitenden Betrieben ist;

-eine kostengünstige und einfach versetzbare Roboterzelle zum Einsatz in engsten Werkstattumgebungen für allgemeine Handhabungsaufgaben (Griff in die Kiste) oder zur Maschinenbestückung;

-den Roboter als „dritte Hand“ des Werkers bei kooperierenden Montage- und Handhabungsarbeiten;

-den „Schreinereiassistenten“ als universelles Handwerkszeug des Schreiners oder Tischlers;

-den Schweißroboter, der durch den Werker vor Ort mittels intuitiver Benutzerschnittstellen, wie Sprache, grafischer Symbole oder Programmierung durch „Vormachen“ in fünf Minuten auf ein neues Werkstück eingerichtet wird.

Neue Technik soll Roboter in kleine und mittlere Fertigungen bringen

Weitere Ergebnisse des Projekts sind Techniken und Werkzeuge, die der Robotik in kleinen und mittelständischen Fertigungen zum Durchbruch verhelfen sollen:

-Künftig werden die bisher aufwändigen Verkabelungen in Robotern durch moderne Plug-and-play-Techniken ersetzt, die Maschinen und Anlagen rasch konfigurieren und in Betrieb nehmen.

-Elektrische Antriebe höchster Leistungsdichte werden präsentiert, die die Grundlage leistungsfähiger Roboterkinematiken bilden.

-Mikrosystemtechnische Kraftsensoren können im Vergleich zu gängigen Systemen zu einem Bruchteil der Kosten realisiert werden und somit das Anwendungsspektrum von Robotern, insbesondere bei feinfühligen Bearbeitungsaufgaben, verbreitern.

-Die Kosten- und Wirtschaftlichkeitsbewertungen erfolgen durch eine anwenderfreundliche Software zur Lebenszyklusbewertung für Automatisierungslösungen kleiner und mittelständischer Fertigungen.

Die SME-Robot-Toolbox bietet selbsterklärende Trainingsmodule und Checklisten, die die Entwicklung und Implementierung der neuen Generation der SME-Robot-Technik unterstützen.

„Der nächste Schritt ist die umfassende Erprobung der Lösungen in typischen mittelständischen Fertigungen“, sagt Hägele. „Es werden vier Demo-Installationen aufgebaut: in einer Schmiede, einer Schreinerei, einer Gießerei und für universelle Schweißarbeiten in einem metallverarbeitenden Betrieb.“

Reinhold Schäfer | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/automatisierung/montageundhandhabungstechnik/articles/121607/

Weitere Berichte zu: Automatisierung Automatisierungslösung Roboter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Stresstest über den Wolken
21.06.2017 | Hochschule Osnabrück

nachricht 3D-Druck im Mittelstand etablieren
20.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften