Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ingenieure lernen von Hirnforschern

09.05.2008
Deutsche Neurowissenschaftler, Mediziner, Physiker und Ingenieure wollen gemeinsam daran arbeiten, wie sich medizinische Prothesen durch Gedanken steuern lassen oder wie künstliche Sehsysteme in Robotern realisiert werden können. Um den Brückenschlag von neurowissenschaftlicher Forschung zu Anwendungen in der Informationstechnologie, Robotik und Biomedizin zu fördern, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den „Bernstein Fokus: Neurotechnologie“ gestartet.

Darum konnten sich Forscher aus Universitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen einer Region mit einem gemeinsamen Konzept bewerben. Das Bundesforschungsministerium finanziert jetzt Forschergruppen in den vier Regionen Berlin, Frankfurt, Freiburg/Tübingen und Göttingen in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt 34 Mio. Euro. Ziel der Förderung ist es, neurowissenschaftliche und technologische Kapazitäten zusammenzuführen und zu stärken.

So will der Bernstein Fokus Berlin den direkten Dialog zwischen Gehirn und Computern verbessern. Solche Techniken könnten zum Beispiel bei zeitkritischen Situationen im Straßenverkehr helfen, um die Zeitspanne zwischen der Entstehung einer Absicht im Gehirn und der Ausführung der Aktion verkürzen (BMBF Förderung 6 Mio. Euro für fünf Jahre).

Entwicklung eines künstlichen Sehsystems

... mehr zu:
»Neurowissenschaft »Sehsystem

Die Entwicklung eines künstlichen Sehsystems plant der Bernstein Fokus Frankfurt. Das Sehsystem soll autonom lernen und sich aus grundlegenden Funktionselementen selbst strukturieren können. Solche Systeme könnten bei Robotern, bei Fahr-Assistenzsystemen oder bei der Verkehrsregelung eingesetzt werden. (BMBF Förderung 9,5 Mio. Euro).

Die Forscher vom Bernstein Fokus Göttingen wollen ein Regelsystem etablieren, bei dem durch bestimmte Prozesse des Gehirns ein technisches Gerät gesteuert wird, das dann wiederum ein Feedback-Signal an das Gehirn gibt. Über eine solche Technik könnte man eine flüssigere und präzisere Bewegung von Prothesen erreichen (BMBF Förderung 8,4 Mio. Euro).

Technik kompensiert Fehlfunktionen des Gehirns

Der Bernstein Fokus Freiburg/Tübingen möchte die Vorgänge im Gehirn entschlüsseln, die es möglich machen, technische Geräte anzusteuern. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen sollen medizinisch-technische Geräte entwickelt und verbessert werden, die Fehlfunktionen und Ausfälle des Gehirns kompensieren. So könnte beispielsweise Epilepsie- oder Schlaganfallpatienten geholfen werden (BMBF Förderung 10 Mio. Euro).

Die Regionen mit dem Bernstein Focus sind Teil des Nationalen Netzwerks Computational Neuroscience. Das Bundesforschungsministerium fördert dieses Netzwerk mit dem Ziel, die hervorragende Expertise in den experimentellen und theoretischen Neurowissenschaften in Deutschland zu stärken und international sichtbar zu machen. Das Netzwerk wurde begründet mit der Etablierung von vier „Bernstein Zentren für Computational Neuroscience“ und wurde Anfang 2007 durch fünf „Bernstein Gruppen“ und elf „Bernstein Kooperationen“ erweitert.

Mit dem „Bernstein-Preis“, fördert das BMBF herausragende Nachwuchswissenschaftler und gibt ihnen die Möglichkeit, ihre innovativen Konzepte zu realisieren und sich zur Übernahme von Führungspositionen in der Forschung zu qualifizieren.

Jürgen Schreier | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/automatisierung/fertigungsautomatisierung/articles/120957/

Weitere Berichte zu: Neurowissenschaft Sehsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flexiblere Turbomaschinen entwickeln
23.05.2017 | FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH

nachricht WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen
23.05.2017 | Westsächsische Hochschule Zwickau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften