Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochleistungskunststoffe ersetzen Aluminium unter der Motorhaube

08.05.2008
Nissan verwendet technische Kunststoffe für den Ventildeckel und die vordere Motorabdeckung der 2,5-l-Turbodieselmotoren der Modelle Pathfinder und Navara. Eingesetzt werden die glasfaserverstärkten Polyamide Minlon PA66 und Zytel PA von Du Pont de Nemours. Im Vergleich zu Aluminium sinken damit laut Kunststofferzeuger das Gewicht um etwa 40% sowie die Fertigungskosten um 30 bis 35%.

Der Ventildeckel ist 47,5 cm lang, 22,5 cm breit und wiegt etwa 1250 g. Er besteht aus dem mineralgefüllten und mit Glasfasern verstärkten Polyamid Minlon PA66, für das laut Du Pont eine sehr hohe Steifigkeit und Festigkeit, ein geringer Verzug und eine hohe Dimensionsstabilität kennzeichnend sind – Eigenschaften, die für einen korrekten und dichten Sitz des Ventildeckel und damit zuverlässigen Schutz der darunter liegenden Ventilsteuerung sorgen und den Austritt von Schmieröl verhindern. Zudem könne der Werkstoff Temperaturen bis 150 °C sowie heißem Motoröl und anderen Chemikalien ausgesetzt werden.

Glasfaserverstärktes Polyamid hält hohen Temperaturen stand

Für die etwa 44 cm lange, 20 cm breite und 500 g leichte vordere Motorabdeckung, die – wie der Ventildeckel – schützt und dichtet, kommt das mit 30 Gewichtsprozent Glasfasern verstärktes Polyamid Zytel zum Einsatz. Ausschlaggebend für die Wahl des Werkstoffs war auch hier seine hohe Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit sowie seine mechanische Festigkeit, denn die Abdeckung wird mittels Bolzen mit dem Motorblock verbunden und ist im täglichen Betrieb hohen dynamischen Kräften ausgesetzt.

... mehr zu:
»Glasfaser »Polyamid

Entwickelt wurden beide Komponenten von der Maier S. Coop, Guernica/Spanien, in Zusammenarbeit mit Fagor Ederlan, Eskoriatza/Spanien, die beide zur spanischen Mondragón Corporación Cooperativa (MCC), Mondragón, gehören. Ziel dieses Projekts war die Reduktion des Bauteilgewichts sowie eine Senkung der Produktionskosten im Vergleich zu Aluminium.

Dazu Mario Ordoñez, bei Meier verantwortlich für neue Werkstoffe: „Die aus Hochleistungskunststoffen von Du Pont spritzgegossenen Teile besitzen eine ähnliche Maßhaltigkeit und vergleichbare mechanische Eigenschaften wie solche aus Aluminiumdruckguss.“

Josef-Martin Kraus | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/konstruktion/werkstoffe/articles/120691/

Weitere Berichte zu: Glasfaser Polyamid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flexible Fertigung von Elektromotoren für Fahrzeuge
06.09.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Gewicht von Robomotion-Greifer um 60 Prozent reduziert
31.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie