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Premiere der Fachmesse O&S übertrifft Erwartungen

30.04.2008
Mit knapp 300 Ausstellern übertrifft die Fachmesse O&S deutlich die Erwartungen des Veranstalters schon vor der Premiere. Dass es auch bei den Besuchern eine positive Überraschung gibt, dafür spricht das Branchenwachstum in der Oberflächentechnik, das in der Lackiertechnik seit vier Jahren anhält und in der Galvanotechnik inzwischen zweistellig ist. Beide Oberflächensparten bilden den Ausstellungsschwerpunkt der Messe.

Schon vor der Messepremiere kann der Veranstalter der O&S schon einen Erfolg verbuchen: Mit knapp 300 Ausstellern hat die 1. Internationale Fachmesse für Oberflächenbeschichtungen, die Anfang Juni auf dem neuen Messegelände direkt am Stuttgarter Flughafen stattfindet, die Vorgaben deutlich übertroffen.

Das ist weit mehr als der Veranstalter – die Deutsche Messe AG in Kooperation mit der Landesmesse Stuttgart GmbH – ursprünglich erwartete. „Das Brancheninteresse der Branche sei enorm“, so Wolfgang Pech, Geschäftsbereichsleiter der Deutschen Messe AG.

Ursprünglich hatte man mit etwa 250 Ausstellern zur Premiere der Messe gerechnet, die künftig laut Pech als Ergänzung des Angebots der Deutschen Messe AG im zweijährigen Wechsel mit der Surface-Technology in Hannover stattfinden wird. Dass es mehr werden, zeichnete sich bereits im Herbst vergangenen Jahres ab. Eine zweite Messehalle kam hinzu, so dass im Juni die O&S insgesamt rund 13000 m² Ausstellungsfläche umfasst. Ein Grund dafür wird in der anhaltend positiven Branchenentwicklung gesehen.

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Die Oberflächentechnik befindet sich weiter auf Wachstumskurs. So verzeichnet die VDMA-Fachstatistik für die Branche aktuell das vierte Wachstumsjahr in Folge. Dabei wurde in der Lackiertechnik bis heute ein Umsatzwachstum von mehr als 40% erreicht. In der Galvanotechnik lag der Zuwachs im vergangenen Jahr bei 11%, nachdem 2006 das Plus schon zweistellig war.

Auswirkungen der VOC-Richtlinie stehen auf dem Programm

Diese beiden Branchensparten bilden den Schwerpunkt auf der Messe. Das zeigt sich einerseits an den Ständen der Aussteller, andererseits im Rahmen eines Vortragsforums in Halle 4. An beiden Orten wird die komplette Prozesskette der Oberflächenbeschichtung abgedeckt: von der Teilereinigung über die Vorbehandlung bis zum Lackieren oder Galvanisieren. So stehen beim Lackieren die Auswirkungen der VOC-Richtlinie auf dem Programm.

Gut sechs Jahre, nachdem die EU-Verordnung zum Schutz der Umwelt gegen flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds) Eingang in die 31. BImSchV fand, beschäftigt sie nach wie vor die Lackierer. Die Umstellung konventioneller auf Wasser-, Highsolid- oder Pulverlacke, so heißt es, habe die Applikationstechnik verändert.

Der Grund dafür liegt einerseits in der höheren Empfindlichkeit von Wasser- und Highsolid-Lacken bei der Verarbeitung. Somit sei bei diesen Nasslacken eine spezifischere Anlagenauslegung erforderlich. Eine Pulverbeschichtung bedarf generell einer anderen Anlagentechnik. Dazu kommt der Wunsch nach mehr Flexibilität und Automatisierung, um einerseits den Werkstückwechsel zu vereinfachen; die Umstellung bleibt auf die Steuerungsprogrammierung und die Pistoleneinstellung begrenzt.

Andererseits geht es um eine reproduzierbare Schichtqualität. So hat die Umstellung auf automatische Prozessregelung bezüglich der Versorgung, Beschichtung und Rückgewinnung wesentlich zur Erhöhung der Reproduzierbarkeit bei der Pulverbeschichtung beigetragen.

In der Galvanotechnik schreitet die Prozessautomatisierung voran

Auch in der Galvanotechnik wurde die Prozessautomatisierung vorangetrieben. Das hat die Wirtschaftlichkeit gesteigert. Die Galvanotechnik in Deutschland erhöhte den Umsatz in den vergangen zehn Jahren um rund 65%. Mit rund 30% Marktanteil sieht der Zentralverband Oberflächentechnik e.V. (ZVO), Hagen, sie heute als größte Sparte in der Oberflächentechnikbranche – gefolgt von der mechanischen Oberflächebearbeitung (19%), der Wärmebehandlung (13%) und dem Lackieren (12%). Diese Entwicklung wird laut ZVO in der näheren Zukunft weniger im technischen Bereich, sondern aufgrund jüngster Verordnungen vor Herausforderungen gestellt.

Dazu gehört die EU-Altauto-Verordnung, infolge der ab dem 1. Juli 2008 auch beim Chassis auf Chrom(VI)-haltige Passivierungen verzichtet werden muss. Außerdem endet am 1. Dezember die Vorregistrierungsfrist für REACH: für die Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien (Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals). Danach wird man laut ZVO Aufschluss haben, welche Chemikalien auf dem EU-Markt weiter verfügbar sind und welche nicht.

Josef Kraus | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/oberflaechentechnik/articles/119964/

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