Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rund 250 internationale Verschleißschutzspezialisten trafen sich

29.04.2008
Aachen (jk) – Als großen Erfolg bezeichnet der Veranstalter, die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e. V. (DGM), Frankfurt/Main, das diesjährige Symposium zum Thema „Reibung, Verschleiß und Verschleißschutz“. Erstmals in englischer Sprache unter dem Titel „Friction, Wear and Wear Protection“ vom 9. bis 11. April in Aachen veranstaltet, konnte die Teilnehmerzahl der vorangegangenen Tagung 2004 in Fürth von 150 auf 250 gesteigert werden.

„Damit hat sich einmal mehr bewiesen, dass der Themenkomplex als außerordentlich wichtig erachtet wird und die ‚Reibung, Verschleiß und Verschleißschutz’ zu den anerkanntesten Fachforen zählt,“ unterstreicht Dr. Peter Paul Schepp, Geschäftsführer der DGM. Durch vollständige Präsentation in Englisch habe die Zusammenkunft noch einmal an Internationalität gewonnen, so Schepp: „Mit Ausnahme Australiens waren Teilnehmer aus allen Erdteilen vertreten.“

Deutschland bildete bei der Friction, Wear and Wear Protection nach wie vor die stärkste Fraktion. Dies spiegelte, den Experten gemäß, die Menge und das hohe Niveau neuer Forschungs- und Entwicklungsergebnisse hierzulande wider. „Aus Deutschland kommen immer noch die besten Werkzeugmaschinen und die besten Autos“, betont Professor Alfons Fischer vom Institut für Produktentwicklung (IPE) an der Universität Duisburg-Essen und Vorsitzender des Programmkomitees der „Wear“: „Dies soll auch so bleiben!“

Und so legt der Wissenschaftler dar, dass in Aachen zwar nicht der „Superstar der Tribologie“ präsentiert wurde, dafür aber fundierte Lösungen mit guten Reibungskoeffizienten. Aus hervorragend funktionierenden Verbindungen zwischen Grundlagenforschung einerseits und den Fertigungen in der Industrie andererseits sei der Weg zu belastbareren Werkstoffen geebnet, ist Fischer überzeugt.

Reibung und Verschleiß sind wichtige Kostenfaktoren

Wie wichtig die Themen Reibung und Verschleiß sind, macht auch Professor Kirsten Bobzin deutlich. Die Leiterin des Instituts Oberflächentechnik (IOT) an der RWTH Aachen und – gemeinsam mit Alfons Fischer – ebenfalls Vorsitzende des Wear-Programmkomitees hebt hervor, dass das Bruttonationaleinkommen der Industrieländer durch Reibung und Verschleiß in enormer Größenordnung belastet wird: „Allein in Deutschland entstehen jedes Jahr Produktionsmehrkosten in Milliardenhöhe.“

Daher lohnt es sich, genauer hinzusehen, inwieweit Werkstoffe widerstandsfähiger gemacht und mechanische Prozesse optimiert werden können. Der Blick ins Detail, in den Mikrokosmos der Werkstoffentwicklung, so wie er heute möglich ist, weist laut Fischer den Weg zum großen Ganzen: „Nanotechnologien sind auf dem Vormarsch, sie halten Einzug in nahezu alle tribologischen Bereiche.“

Stand der Forschung eindrucksvoll demonstriert

Rund 120 Vorträge anerkannter Spezialisten, ergänzt um eine Posterausstellung zu 40 verschiedenen Themen, repräsentierten auf der Friction, Wear and Wear Protection den aktuellen Stand von Forschung Technik und demonstrierten realistische Perspektiven. „Werkstoffwissenschaften haben Zukunft“, ist sich Kirsten Bobzin gewiss. Sie appelliert an eine Verstärkung der Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet, um Probleme wie Energieverluste und Materialvergeudung intensiv anzugehen: „Angesichts Ressourcenknappheiten und weiter steigender Preise für Rohstoffe können wir uns beides bald nicht mehr leisten.“

Außerdem kann sich Bobzin ein Güte- oder Sparsamkeitssiegel – „ähnlich dem blauen Engel für umweltschonende Produkte“ – für Maschinen vorstellen, aber auch ein Unterrichtsfach Werkstoffkunde, das bereits an den Schulen gelehrt wird. Dazu Bobzin: „Auf diese Weise wird das allgemeine Bewusstsein für die Wichtigkeit der Werkstoffe geschärft und das Interesse bei Nachwuchswissenschaftlern geweckt.“ Diese dürfte, so die Professorin, ein zukunfts- und krisensicherer Job erwarten.

Josef-Martin Kraus | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/betriebstechnik/instandhaltung/articles/119930/

Weitere Berichte zu: Verschleißschutzspezialist

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Gewicht von Robomotion-Greifer um 60 Prozent reduziert
31.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Assistenzsysteme für die Blechumformung
28.07.2017 | Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie