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Synchronous Technology: Durchbruch für die digitale Produktentwicklung

23.04.2008
Siemens beschleunigt den Paradigmenwechsel für die CAD-Konstruktion und integriert die Synchronous-Technologie in neue Produktversionen. Das Resultat: Hundertfach schnelleres Design mit erster historienunabhängiger, featurebasierter Modellierungstechnologie.

Siemens PLM Software, ein Geschäftsbereich von Siemens Automation and Drives und weltweit tätiger Anbieter von Software und Services für das Product Lifecycle Management (PLM), führt mit Synchronous Technology eine neue Technologie ein, die eine historienunabhängige und featurebasierte Modellierung ermöglicht. Das Resultat: Eine bis zu hundertfach schnellere CAD-Modellierung.

Eine Vorstellung der zum Patent angemeldeten Synchronous-Technologie, welche die Vorteile von Parametrik (Constraint Driven) mit Direct Modeling kombiniert und die in künftige Versionen von NX und Solid Edge integriert wird, fand während der Hannover-Messe am 22. April um 16:00 mit einem weltweiten Webcast statt.

„Siemens hat das immense Potenzial der Synchronous-Technologie in der Unternehmensbewertungsphase vor der Übernahme von UGS erkannt“, erklärt Anton Huber, CEO der Siemens-Sparte Industry Automation: „Das digitale Modell ist der Dreh- und Angelpunkt unserer Vision, Produkt- und Produktionslebenszyklen zu vereinen. Deshalb engagieren wir uns darin, diesen Durchbruch in der CAD-Technologie zu beschleunigen. Das digitale Modell beeinflusst jede Phase eines PLM-Prozesses und ist ein Schlüsselsegment, um Informationen schneller zur Verfügung stellen zu können. Die neue Technologie wird die Art und Weise verändern, wie Fertigungsunternehmen ihre Produkte entwickeln und ermöglicht es ihnen zudem, Innovationen zu beschleunigen – und so ihre Geschäftsergebnisse sofort positiv zu beeinflussen.“

Jack Beeckman, PLM-Manager bei der Liebert Corp. stimmt zu: „Die neue Synchronous-Technologie ist zweifelsohne ein wirklicher Paradigmenwechsel. Sie leitet eine neue Epoche in der Modellierung ein und gibt Ingenieuren mehr Zeit für ihre wirklichen Aufgaben. Synchronous Technology wird den CAD-Einsatz neu definieren. Noch wichtiger ist: Konstrukteure werden sich wieder mehr Gedanken darüber machen, was sie modellieren, anstatt darüber, wie sie es modellieren.“

Historienunabhängiges, featurebasiertes Modeling
Bei der Synchronous-Technologie handelt es sich um eine neue Lösung für die Modellierung, die geometrische Eigenschaften und Konstruktionsregeln durch einen völlig neuen Interferenz-Lösungs-Algorithmus synchronisiert. Sie beschleunigt Innovationen in vier Schlüsselbereichen.

- Schnelle Ideensammlung: Die Technologie erfasst Ideen ebenso schnell, wie sie Anwendern in den Sinn kommen. Dies führt zu einer bis zu hundertfach schnelleren Modellierung. Konstrukteure haben mit der neuen Technologie mehr Zeit für Innovationen, weil sie dieselbe Effizienz wie parametrische Modeling-Verfahren bietet, aber ohne die rechenintensiven Operationen zur Lösung vordefinierter Abhängigkeiten. Die Technologie definiert optional festgelegte Masse, Parameter und Konstruktionsregeln während der Erstellung oder Änderung, vermeidet aber den Aufwand bisheriger Methoden.

- Schnelle Konstruktionsänderungen: Die Technologie ermöglicht automatisierte Umsetzungen geplanter oder nicht vorhergesehener Konstruktionsänderungen innerhalb von Sekunden – im Vergleich zu Stunden mit bisher gebräuchlichen Methoden. Dies ist möglich mit Hilfe unvergleichbar einfacher Änderungsfunktionen, unabhängig von der Quelle des Modells und mit oder ohne Verfügbarkeit eines Historienbaums.

- Verbesserte Multi-CAD-Nutzung: Die Technologie ermöglicht die direkte Verwendung von CAD-Daten aus beliebigen Quellen ohne Nach- oder Neumodellierung. Anwender agieren so mit einem schnellen, flexiblen System sehr effizient auch in einer Multi-CAD-Umgebung. Dieses System ermöglicht die Modifikation anderer CAD-Daten sogar schneller, als dies im originalen System möglich wäre – unabhängig von der Konstruktionsmethode. Eine Technik mit der Bezeichnung „Suggestive Selection“ beeinflusst die Funktion verschiedener Konstruktionselemente, ohne sich um Features oder Restriktionen von Definitionen kümmern zu müssen. Dies erhöht die Wiederverwendbarkeit und verbessert die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern.

- Vereinfachte Bedienung: Die Technologie bietet eine neue Art der Anwenderinteraktion, die CAD neu definiert und 3D so anwenderfreundlich wie 2D macht. Das Interaktionsparadigma verbindet die bislang unabhängig voneinander operierenden 2D- und 3D-Umgebungen. Dabei wird die Stärke eines ausgereiften 3D-Modellierers mit der Einfachheit von 2D verbunden. Die neue Inferenz-Technologie verhindert automatisch die üblichen Einschränkungen und bietet dem Anwender – basierend auf der Cursor-Position – die dafür jeweils logischen Eingabebefehle an. Dies vereinfacht das Erlernen der CAD-Systeme – auch für Gelegenheitsanwender und erleichtert den Einsatz beispielsweise auch direkt in der Fertigung.

„Obwohl es in den vergangenen Jahren bedeutende Fortschritte auf dem Gebiet der 3D-Konstruktions-Technologie gab, waren Konstrukteure nicht in der Lage, vorhandene Features ohne eine auf dem Historienbaum basierende Neuberechnung zu nutzen“, sagt Chuck Grindstaff, Executive Vice President of Products bei Siemens PLM Software. „ Beim traditionellen parametrischen Modellieren werden Regeln seriell zur Geometrie angewandt. So lassen sich geplante Änderungen automatisieren – bei unvorhergesehenen Konstruktionsänderungen funktioniert dies jedoch nicht. Historienunabhängiges Modellieren konzentriert sich auf Geometrie auf eine unabhängige Art und Weise – allerdings auf Kosten von Intelligenz und Intention. Beim direkten Editieren dagegen ist kein Verständnis einer komplexen Versionshistorie nötig, allerdings werden auch keine Features adressiert. Unsere neue Synchronous Technologie enthält das Beste aus parametrischen und nicht parametrischen Methoden, wodurch Änderungen sehr effizient umgesetzt werden können. Mit Unterstützung durch die richtigen Techniken in der richtigen Umgebung lässt sich ein dimensionsorientiertes Modellieren voll ausreizen. Das führt zu hohen Produktivitätsgewinnen gegenüber traditionellen Methoden.“

„Die Synchronous-Technologie durchbricht die Barriere, welche die Architektur eines historienbasierten Modeling-Systems mit sich bringt“, sagt Dr. Ken Versprille, PLM Research Director von CPDA. „Die Möglichkeiten aktuelle geometrische Bedingungen zu erkennen und Abhängigkeiten in Echtzeit aufzuspüren, erlauben es der Technologie, Modelländerungen durchzuführen, ohne die komplette Konstruktionshistorie vom Änderungszeitpunkt aus nachvollziehen zu müssen. Abhängig von der Komplexität und der Frage, wie weit zurück in der Historie eine Änderung vorgenommen wird, sehen die Anwender erhebliche Performancegewinne. Eine mehr als hundertfache Geschwindigkeitsverbesserung ist so durchaus möglich.“

Verfügbarkeit
Die Technologie wurde gemeinsam vom NX-Team von Siemens PLM Software und den Solid Edge-Organisationen entwickelt. Siemens PLM Software wird die Synchronous-Technologie in den nächsten Versionen von Solid Edge und NX als proprietäre Applikations-Layer implementieren. Diese basieren auf D-Cubed und Parasolid-Software. Die Produkte werden erstmals am 21. Mai auf der jährlichen Siemens PLM Software Analyst und Mediakonferenz in Boston vorgestellt.
Leseranfragen sind zu richten an:
Siemens Product Lifecycle Management Software (CH) AG
Sascha Rüttimann
Grossmattstrasse 9
CH-8902 Urdorf
Tel. +41 (0) 44 755 72 72
Fax +41 (0) 44 755 72 70
E-Mail: info.ch@ugs.com

Sascha Rüttimann | Siemens Schweiz AG
Weitere Informationen:
http://www.siemens.ch/plm

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