Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter senken Kosten beim Verpacken um 80%

17.04.2008
Da haben wir den Salat, wird man sich bei El Dulce gedacht haben. Personell wie auch in der Produktqualität unter Druck geraten, hatte das spanische Unternehmen in eine Automation mit Fanuc-Robotern investiert. Und dies mit Erfolg: Insgesamt 68 Roboter schneiden und verpacken heute jeden Tag zuverlässig über 40 000 Salatköpfe. Geldwerter Nebeneffekt: Die Arbeitskosten wurden um 80% gesenkt.

Für die spanische Region Murcia, etwa auf halbem Weg gelegen zwischen Gibraltar und Barcelona, zählt die Landwirtschaft zu den wichtigsten Einnahmequellen. Das warme Klima und die Bodenbeschaffenheit machen die Produktion großer Mengen und Sorten an Gemüse möglich.

Hinzu kommt, dass die Agrarindustrie der Region verstanden hat, wie sie ihre Wettbewerbsfähig in Spanien und am gesamten europäischen Markt durch den Einsatz von Hochtechnologien verbessern kann. Die Aussichten der Branche sind gut.

So auch für El Dulce, ein Familienunternehmen, das in hoher Stückzahl Salat produziert. Seine Verarbeitungs- und Verpackungsanlagen befinden sich in San Javier, nur wenige Kilometer vom Meer entfernt.

... mehr zu:
»Roboter »Robotics

Mediterranes Flair und moderne Technik sind kein Widerspruch: Die Bedeutung technischer Investitionen ist genauso offensichtlich wie der Bezug zur landwirtschaftlichen Kultur der Region.

Roboter für die gesamte Prozesskette

El Dulce setzt heute in der gesamten Prozesskette zwischen Anlieferung der Kopfsalate frisch vom Feld bis hin zur Disposition Roboter von Fanuc ein. Geplant, geliefert und installiert wurde die aus 68 Knickarm-Systemen bestehende Automationslösung von IT Robotics, einem im 90 km entfernten Alicante ansässigen Systemhaus. Die Anlage verarbeitet zurzeit 400000 Salatköpfe pro Tag, ist jedoch in der Lage, bis zu 550000 Stück tagtäglich abzufertigen.

José Sánchez, Geschäftsführer bei El Dulce, erklärt das Ausgangsproblem des Unternehmens. „Uns fehlt es einfach an qualifizierten Arbeitskräften. Wie auch in anderen Branchen der Region, sind unsere Mitarbeiter überwiegend Einwanderer. Die Arbeitsplätze sind zwar besetzt, aber unser Problem ist damit allein numerisch gelöst.

Zum einen mangelt es oft am notwendigen Geschick im Umgang mit unseren Erzeugnissen. Zum anderen haben wir eine große Fluktuation.“ In einem traditionell arbeitsintensiven Geschäft – allemal als Dauerzustand – sei dies eine gefährliche Situation.

Automation mit Robotern hat sich gelohnt

Natürlich, die Automation mit Fanuc-Robotern sei eine erhebliche Investition für sein Unternehmen gewesen, berichtet Sánchez weiter. Jedoch habe sich dieser Schritt für die weitere Entwicklung als richtig erwiesen. „Schon die Grundsatzentscheidung war uns nicht schwer gefallen. Im Wesentlichen ging es ja um das immer wieder gleiche Problem: Wir wollten die Qualität unserer Produkte wettbewerbsfähig halten.“

Die Lösung dieses Problems hat IT Robotics ebenso elegant wie griffig gelöst. Der frisch geschnittene Kopfsalat wird bei El Dulce in Kunststoffverpackungen auf Euro-Paletten angeliefert. Diese Paletten werden in einem separaten Bereich abgestellt, wo Fanuc-R-2000iB-Roboter das Gemüse aus den Schalen nehmen.

Die Stücke werden dann in Längsrichtung auf ein Förderband gelegt, das unmittelbar zur Schneidstation führt. Dabei ist nachrangig, an welchem Ende sich Salatkopf und -wurzel befinden. Entscheidend ist die Orientierung am Bandlauf.

Jeder der Roboter erfüllt dabei die gleiche Aufgabe. Sensoren sorgen dafür, dass die aufgelegten Salate zur nächsten freien Schneidstation geleitet werden. Hier ermittelt ein Bildverarbeitungs- und Messsystem den Durchmesser sowie das Gewicht der Köpfe.

Stücke, die die vorgegebenen Kriterien nicht erfüllen, werden aussortiert. Die Bildverarbeitung ortet außerdem die Lage der Wurzel und steuert entsprechend die folgenden Roboter des Systems an, die den Kopfsalat mit einem speziellen Pneumatik-Greifer packen.

Roboter bestücken Schneidmaschine

Die LR Mate 200iB setzen ihn sodann in eine Schneidemaschine, die die Wurzel entfernt. Anschließend halten die Roboter den Salat ein weiteres Mal unter das Bildverarbeitungssystem, und die definitive Größe wird dokumentiert.

Passiert er diese Abschlusskontrolle mit Erfolg, wird er zu einer weiteren Station transportiert, wo ihn ein Arbeiter in eine Plastikschale setzt. Ist diese schließlich voll, verfrachtet der Mitarbeiter sie auf das Förderband, mit dem es zur Verpackungsstation geht.

Ohne Roboter, Bild- und Messdatenverarbeitung würde El Dulce für das aktuelle Produktionsvolumen an die 500 Mitarbeiter benötigen, erläutert José Sánchez. Anders wären die täglich 400000 Salatköpfe nicht zu stemmen. Vor allem der vielen Sprachen und Nationalitäten wegen bedeutete dies jedoch eine gewaltige Managementaufgabe. Dagegen kommt das Unternehmen heute mit lediglich 100 gewerblichen Mitarbeitern aus.

Mit anderen Worten: Die Automationslösung von IT Robotics verringert die Arbeitskosten um 80%. So seien auch die hygienischen und Handhabungsschäden auf ein Minimum gesunken, betont der El-Dulce-Chef. „Dank der Roboter liegt die Ausschussquote jetzt bei fünf anstatt 20%.“

Umfang der Roboter-Installation für Baustein-Auswahl entscheidend

Auf dieser Basis will das Unternehmen aus San Javier seine In- und Auslandsumsätze nun weiter hochschrauben. Laut Juan Martinez, Geschäftsführer des Systemhauses IT-Robot, hatte der Umfang der Installation den entscheidenden Ausschlag gegeben, welche Bausteine im Einzelnen eingesetzt werden sollten.

„Bei der Größe des Projekts war eine enge Beziehung mit den Anbietern elementar. Und wir wussten, dass Fanuc nicht nur hochwertige und zuverlässige Roboter liefert, sondern auch die entsprechende technische Unterstützung.“ Insoweit seien die Roboter die Herzstücke der gesamten Produktionsanlage.

David Wickham | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/automatisierung/robotik/articles/118370/

Weitere Berichte zu: Roboter Robotics

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flüssiger Wasserstoff im freien Fall
05.12.2016 | Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM)

nachricht IPH entwickelt Prüfstand für angetriebene Tragrollen
29.11.2016 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Speicherdauer von Qubits für Quantencomputer weiter verbessert

09.12.2016 | Physik Astronomie