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Trend geht von der Linearführung zum Linearsystem

17.04.2008
Auch bei den Linearführungen geht der Trend zur Systemintegration. Zunehmend werden vom Anwender flexible, einbaufertige Linearsysteme gewünscht.

Geht es um Automatisierung, dann geht es auch um Bewegung. Und viele der auszuführenden Bewegungen sind vergleichsweise einfach: Oftmals soll ein Produkt oder ein Gerät nur auf gerader Linie hin und her oder auf und ab bewegt werden.

Geht es darum, solche Bewegungen energieeffizient durchzuführen, benötigt man hochwertige Linearführungen, die auf Rollen gelagert weniger Widerstand leisten als Gleitführungen. Der Trend geht dabei zunehmend zu flexiblen Linearsystemen.

Dies unterstreicht Jörg Schulden, Geschäftsbereichsleiter für den Bereich Lineartechnik bei der R. A. Rodriguez GmbH in Eschweiler: „Der Trend geht hin zur Systemintegration, das heißt nicht mehr einzelne Komponenten, sondern Auswahl einbaufertiger Linearsysteme.“ Darüber hinaus sieht Schulden im Bereich der Profilschienenführungen „zunehmend Ansprüche an die Laufruhe, sodass Profilschienenführungen mit Kugelkette weiter in den Vordergrund rücken werden“.

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Natürlich nehme auch der „preisliche Druck“ immer mehr zu. „Zudem ist gerade in der heutigen Zeit die Verfügbarkeit von Produkten ein entscheidender Faktor bei der Kaufentscheidung“, gibt Schulden zu bedenken.

Faktor Zeit ist entscheidend im Sondermaschinenbau

Stefan Pulver, Director Sales & Marketing der Misumi Europa GmbH, Schwalbach, eines Unternehmens, das sich vor allem auf den Sondermaschinenbau und die Montageautomation konzentriert: „Das alles entscheidende Element in unserem Markt ist der Faktor Zeit. Unsere Feststellung ist, dass der Bedarf an technischen Fortschritten dem nach zeitlichen Einsparpotenzialen untergeordnet ist. Einfach gesagt, alles, was dem Konstrukteur hilft, die Produktauswahl zu beschleunigen, wird vom Markt sehr gerne angenommen.“

Aus diesem Grund seien die Misumi-Produkte (Linearwellen und -kugelbuchsen) perfekt aufeinander abgestimmt, um unnötigen Aufwand zur Kompatibilitätsprüfung zu vermeiden. „Weiterhin bekommen aus gleichem Grund Sub-Systeme, wie zum Beispiel Lineareinheiten den Vorzug vor Eigenkonstruktionen“, erklärt Stefan Pulver.

Deshalb werde man auf der Automatica zwei weitere Modelle vorstellen, die kompakten und kostengünstigen Lineareinheiten (Modellreihe LX) und die zur Motek 2007 eingeführten Lineareinheiten (Modellreihe KUA).

Linearsysteme im Internet selbst konfigurieren und liefern lassen

Als Industrieneuheit werde das so genannte GWOS (Global Web Ordering System) dem Markt vorgestellt. Es handle sich um eine richtungweisende E-Commerce-Lösung, mit der Misumi-Produkte online „maßgeschneidert“ und direkt an sieben Tagen die Woche jeweils 24 Stunden am Tag bestellt werden können.

Das System beinhaltet zusätzlich eine Stücklistenverwaltung sowie die komplette Angebots-und Auftragshistorie. „Eine Marktumfrage hatte im Vorfeld ergeben, dass ein vergleichbares Werkzeug bisher nicht angeboten wird, obwohl der Markt den dringenden Bedarf hat“, erläutert Pulver.

Auch Dr. Karl Tragl, Vorstand Vertrieb der Bosch Rexroth AG in Lohr, freut sich schon auf die Automatica: „Messebesucher der Automatica finden auf dem Rexroth-Stand das umfangreichste Technologie- und Anwendungsspektrum für manuelle, halb- oder vollautomatische Fertigungs- und Montagelinien aus einer Hand.“

Flexible Linearsysteme auf der Automatica

Dabei seien die innovativen Komponenten aller Antriebstechnologien und flexiblen Systemlösungen optimal aufeinander abgestimmt und noch leistungsfähiger, wirtschaftlicher und einfacher in der Anwendung. „Mit dem Transfersystem TS Solar zeigen wir darüber hinaus eine maßgeschneiderte Lösung für die produkt- und prozessspezifischen Besonderheiten der Solarindustrie“, ergänzt Tragl.

Er erwartet interessante und spannende Diskussionen mit zahlreichen Besuchern, „weil wir ihnen einen Automatisierungsbaukasten bereitstellen, mit dem sie schnell und flexibel maßgeschneiderte Lösungen umsetzen können.

An konkreten Beispielen für die Solarzellenproduktion präsentieren wir integrierte Gesamtlösungen, die verschiedene Antriebs- und Steuerungstechnologien optimal kombinieren.“ Über die hoch entwickelte Hard- und Software-Kompatibilität zwischen allen Antriebs- und Steuerungstechnologien und zu „Third-Party-Produkten“ beschleunige man den gesamten Engineeringprozess von der Idee bis zum Start der Produktion vor Ort.

Von der Automatica verspricht sich Jörg Schulden von Rodriguez nicht nur interessante Gespräche; er will durch die Messeteilnahme auch neue Kontakte gewinnen.

Stefan Pulver ist mit Misumi nach 2006 zum zweiten Mal auf der Automatica vertreten: „Neben der Motek gehört diese Messe für Misumi zu den wichtigsten Veranstaltungen in Europa. Wir erwarten, dass das unverhofft gute Resultat an neuen Kontakten im Jahr 2006 noch erheblich übertroffen wird.“

Rexroth sieht sich als Vorreiter in der Lineartechnik

„Seit einem Jahrzehnt entwickelt Rexroth als Vorreiter konsequent die Komponenten verschiedener Antriebstechnologien, Module und Steuerungen für den umfangreichsten Automatisierungsbaukasten“, sagt der Rexroth-Vorstand Vertrieb, Dr. Karl Tragl. Damit decke man in einer ganzen Reihe von Dimensionen ein einzigartig komplettes, komplementäres und kompatibles Automatisierungsspektrum ab.

„Darüber hinaus stellt Rexroth direkt und über Vertriebspartner flächendeckend ein einmaliges Prozess- und Applikations-Know-how bereit“, erklärt Tragl und fährt fort: „Als Global Player mit hoher Akzeptanz in allen wichtigen Märkten und Branchen unterstützen wir unsere Kunden weltweit.“

Der Lineartechnik-Geschäftsbereichsleiter von Rodriguez, Jörg Schulden, sieht sein Unternehmen sowohl preislich als auch technisch und qualitativ auf einem hohen Niveau wettbewerbsfähig: „Durch die Struktur unseres Unternehmens sind wir jedoch gerade in der Realisierung von speziellen Aufgaben und der Umsetzung von Kundenvorstellungen, die nicht mit einem Standardprodukt zu lösen sind, besonders leistungsstark. Wir zeichnen uns durch einen großen Grad an Flexibilität aus.“

Im Bereich der Rundführungen verfüge Rodriguez mit dem Linearkugellager SSE über ein Linearkugellager mit Winkelfehlerausgleich und einer überdurchschnittlich hohen Tragzahl. Bei den Profilschienenführungen biete Rodriguez standardmäßig Führungswagen mit integriertem Schmierstoffreservoir an, wodurch es möglich sei, die Lebensdauer und die Wartungsintervalle zu verlängern.

Größtes Produktspektrum an mechanischen Komponenten

„Technisch gesehen bietet Misumi das mit Abstand größte Produktspektrum an mechanischen Komponenten“, ist Stefan Pulver von der Leistungsfähigkeit seines Unternehmens überzeugt. „Lässt man die möglichen Varianten des Artikels außer acht, so bieten wir etwa eine Million verschiedene Artikel. Nimmt man die Varianten hinzu, so liegt das Angebot im zweistelligen Milliardenbereich.“

Dieses Produktspektrum erlaubt es dem Unternehmen nach Aussage von Pulver, dem Markt kundenspezifische Produkte anzubieten, ohne dass diese anwendungsspezifisch angefertigt werden müssen. „Klassische Zeichnungsteile werden damit zu Kaufteilen“, erklärt Pulver. Dieses Konzept sei weltweit einzigartig.

„Hinzu kommt, dass wir uns auf die sehr kleinen Losgrößenbedarfe des Sondermaschinenbaus und der Montageautomation spezialisiert haben. Die Losgröße 1 ist für Misumi Tagesgeschäft“ konstatiert Pulver.

Auch darin unterscheide sich Misumi vom gesamten Anbietermarkt, der sich aus den Gruppen Normteilehersteller, Kaufteilehersteller und der Lohnfertiger zusammensetzt, stellt Pulver fest. Alle haben eines gemeinsam: sie benötigen eine Mindeststückzahl, um rentabel arbeiten zu können.

Alle Informationen zu Linearsystemen auf einen Blick

Nicht zuletzt biete Misumi alle notwendigen technischen und kommerziellen Informationen in Form eines Papier- und Online-Kataloges auf einen Blick und für ein Jahr gültig an. Anfragen an Anbieter mit der Bitte um jeweilige Tagespreise und zuverlässige Lieferzeiten können somit entfallen.

Die Kombination all dieser Fakten ermögliche es Misumi, als Letzter in einen seit Jahrzehnten vergebenen europäischen Anbietermarkt einzutreten und dort überaus erfolgreich zu agieren. „Genau genommen haben wir keinen direkten Wettbewerb“, sagt Pulver selbstsicher, „denn Misumi wächst seit drei Jahren um 100% pro Jahr.“

Obwohl sich Misumi nicht als Technologieführer für Lineartechnik sieht, gebe es das ein oder andere Schmankerl bei den Misumi-Profilschienenführungen, die innerhalb der Misumi-Gruppe selbst entwickelt und hergestellt werden. „In dem von uns bedienten Bereich bis 2 m Länge kann sich der Kunde je nach benötigter Variante und Oberflächengüte die Profilschiene in 1-mm-Schritten selbst konfigurieren“, zeigt Pulver die Vorteile auf. „Er kauft im Anschluss ein komplettes Set, bestehend aus perfekt aufeinander abgestimmter Schiene und Wagen.“

Hinzu komme die Möglichkeit, zwischen einfachen oder vorgespannten Führungen und Varianten für Tragzahlen zwischen 0,6 und 91 kN wählen zu können. Der größte Teil der Profilschienenführungen ist optional mit einer LTBC-Beschichtung für erhöhte Korrosionsbeständigkeit verfügbar.

Kurze Lieferzeit als Kaufkriterium für Linearsysteme

„Das größte Highlight liegt allerdings weniger in den technischen Parametern, als in der Tatsache, dass unsere im Katalog angegebenen Lieferzeiten zuverlässig sind“, ist Pulver überzeugt. Diese liegen je nach Typ zwischen 24 h und acht Werktagen.

„Insbesondere innerhalb der letzten 12 Monate hat uns das einige neue Kunden beschert, denn der Anbietermarkt hat extreme Lieferprobleme; die Lieferzeit für eine Standardführung beträgt dort teilweise bis zu 12 Wochen.“

Reinhold Schäfer | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/automatisierung/fertigungsautomatisierung/articles/118368/

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