Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

An der TU Dresden wurde in einem Drittmittelprojekt ein Software-Tool zur Herstellung von Schneckengetrieben entwickelt

29.02.2008
Glückliche Verzahnung von Wissenschaft und Industrie

Einen reizvolleren Auftrag hätte sich der Dresdner Geometrie-Professor Gert Bär wohl nicht wünschen können. Eine Maschinenbaufirma beauftragte den Experten, der seine Dissertation "Zur Verzahnungstheorie von Schneckengetrieben" und seine Habilitation zur "rechnergestützten Konstruktion und Fertigung von Schraubenflächen" verfasste, letztes Jahr mit der Erstellung eines umfangreichen Computerprogramms. Es soll die rechnergestützte Herstellung von Schneckengetrieben ermöglichen. Der Maschinenbauer will sich damit vom Einkauf solcher Getriebe lösen und diese stattdessen selbst herstellen.

Schneckengetriebe sind schon aus dem Mittelalter bekannt. Sie bestehen aus einer schraubenförmigen Schnecke und einem Zahnrad. Durch ihre Bauweise übersetzen sie größere Drehzahlen der Schnecke auf niedrige Drehzahlen des Schneckenrades. DIN-Normen bestimmen die verschiedenen Bauformen der Schnecken, die nach Modul, Zähnezahlen, Flankenform und anderen Kriterien unterschieden werden.

Die Software, die Gert Bär gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Manfred Lehmann und Karla Nestler mit Hilfe der objektorientierten Programmiersprache Delphi entwickelt hat, fragt den Hersteller sechs verschiedene Zielparameter ab und erstellt damit nach DIN-Norm etwa dreißig verschiedene Maßangaben. Insbesondere können auch die passenden Schnecken zu bereits existierenden Zahnrädern berechnet werden. Die Software namens WormDriveSoft unterstützt den Anwender durch die Simulation der Herstellungsschritte.

... mehr zu:
»Schneckengetriebe

Sie warnt etwa, wenn beim Schneiden der Schnecke im so genannten Wirbelverfahren der Schwenkwinkel oder Flugkreisdurchmesser unpassend gewählt werden. Sie unterstützt auch die Herstellung neuer Schneckenräder durch Schlagzahnfräsen. Auch die Berechnung bestimmter Prüfmaße hat Karla Nestler auf Wunsch des Auftraggebers hin in das Programm aufgenommen. Dafür simuliert WormDriveSoft die so genannte Dreidrahtmessung, indem dafür Prüfmaße einer Schnecke berechnet werden.

Gert Bär wird die Ergebnisse aus dem Drittmittelauftrag nutzen, um die Lauf- und Trageigenschaften von Schneckengetrieben mithilfe des Programms zu optimieren und so vielleicht auch mit anderen Industriepartnern in Kontakt zu treten. Für die Zukunft hat er zum Beispiel geplant, eine Qualitätskontrolle der hergestellten Schnecken mithilfe eines optischen Scanners anzubieten.

Informationen für Journalisten: Prof. Gert Bär, Tel. 0351 463-37082 oder -37579, Gert.Baer@tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/

Weitere Berichte zu: Schneckengetriebe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Modulares Fertigungssystem für Kettenräder
15.03.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Nimm zwei: Metallische Oberflächen effizient mit dem Laser strukturieren
15.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise