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Angussweiche von I-Mold macht das Kunststoff-Einspritzen flexibler

10.11.2008
Auf der Euromold 2008 zeigt I-Mold, wie sich beim Spritzgießen der Betrieb von Multikavitäten- und Familienwerkzeugen vereinfachen lässt: mit einer Angussweiche, die es ermöglicht, die Fließrichtung der Schmelze in Verteilerkanälen zu verändern.

Das geschieht durch einfaches Verdrehen der Weiche. Dadurch wird die Schmelzezufuhr zu Formnestern gezielt an- oder abgestellt. Diese Umstellung lässt sich laut I-Mold bei geöffnetem Werkzeug von der Trennebene aus einfach, problemlos und mit nur kurzer Unterbrechung der Zykluszeit durchführen. Auf diese Weise kann mit Hilfe einer Angussweiche zum Beispiel eine defekte Kavität stillgelegt werden – ohne die Gefahr einer Werkzeugbeschädigung, die immer bei Anwendung gebräuchlicher provisorischer Maßnahmen besteht.

Entsprechendes gilt für Familienwerkzeuge, wenn zum Beispiel eine Kavität nicht für alle Werkzeuganwendungen erforderlich ist. Gerade bei Spritzgießwerkzeugen mit hoher Kavitätenzahl kommt das immer wieder vor. Der Grund dafür ist häufig eine defekte Kavität, die bis zur nächsten routinemäßigen Werkzeugwartung stillgelegt werden muss, um das teure Aussortieren von Schlechtteilen zu vermeiden.

Sichere Methode zum Stilllegen einer Kavität

Beim Spritzgießer Aha Kunststofftechnik, Fränkisch-Crumbach, hat man daher die Angussweiche getestet. Dazu Aha-Manager Stefan Bernhard: „Für solche Fälle ist die Angussweiche äußerst nützlich. Bisher wird zum Absperren einer Kavität oft ein Kupferstift in den Anguss eingeschlagen. Das verursacht meist hohe Folgekosten bei der späteren Instandsetzung.“

Hauptbestandteil der Angussweiche ist ein in das Werkzeug eingepasster und verschraubter Drehkörper, der sich mit einer Innensechskantschraube in jeder Position feststellen lässt. In den Drehkörper arbeitet der Werkzeugmacher die Schmelzekanäle so ein, dass sich durch Verdrehen des Drehkörpers die gewünschten Fließ- und Abstellmöglichkeiten einstellen lassen.

Den Querschnitt der Schmelzekanäle (rund oder trapezförmig) und ihre Ausführung (ein- oder beidseitig) kann der Werkzeugmacher an die spezielle werkzeugtechnische Situation anpassen. Der Drehkörper ist mit einem hoch temperaturbeständigen Viton-O-Ring abgedichtet.

Gemeinschaftsprojekt mit spanischem Normalienhersteller

Die Angussweiche stellt I-Mold in zwei Versionen her: mit Bohrung zur Durchführung eines Auswerferstifts oder ohne diese Bohrung. Tabelle 1 gibt einen Überblick über die Abmessungen der in drei Größen konzierten Angussweiche sowie die maximale Kanalgröße. Mit den Angussweichen lassen sich laut I-Mold grundsätzlich alle thermoplastischen Kunststoffe, auch mit Füll- und Verstärkungsmitteln sowie mit Brandschutzadditiven, und alle thermoplastischen Elastomere verarbeiten.

Entwicklut wurde die Angussweiche im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts: Die Produktidee und die anwendungstechnische Unterstützung kamen von I-Mold, die Fertigung hat der spanische Normalienhersteller Cumsa, Barcelona, übernommen.

I-Mold GmbH & Co. KG auf der Euromold 2008: Halle 9.0, Stand D28

Josef-Martin Kraus | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/kunststoffundgummiverarbeitung/articles/153594/

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