Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alu-MMC : Hart wie Stahl, leicht wie Alu

13.12.2010
IPH startet 2011 neues Projekt zu Aluminium-Matrix-Kompositen und ihrer Herstellung

Ab 2011 erforscht das IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH stabile Leichtgewichte: Die Herstellung von Aluminium-Matrix-Kompositen ist Gegenstand eines neuen Forschungsprojektes.

Hart wie Stahl und leicht wie Aluminium: Was wie der Traum eines jeden Konstrukteurs scheint, bieten so genannte Aluminium-Matrix-Komposite, kurz Alu-MMC. Diese Werkstoffverbünde mit einer Matrix-Struktur aus Aluminium, die mit Keramikpartikeln verstärkt ist, sind sehr stabil und hoch belastbar. Interessant sind sie daher zum Beispiel für den Einsatz im Fahrzeugbau. Doch die Herstellung durch spanende Bearbeitung ist bislang teuer, und die Werkstoffqualität leidet bei dem Herstellungsprozess.

„Bei der Herstellung von Aluminium-Matrix-Kompositen durch Fräsen wird die Matrix-Struktur beschädigt“, erklärt Malte Stonis, Abteilungsleiter am IPH, die Nachteile der spanenden Bearbeitung. „Und dadurch verliert das Material an Stabilität.“ Wie die Materialeigenschaften der Aluminium-Matrix-Komposite bereits durch die Herstellung verbessert werden können, erforschen die Wissenschaftler am IPH ab 2011 in einem neuen Forschungsprojekt.

„Vielversprechend ist die Herstellung durch Schmiedeverfahren“, so Stonis. Das Schmieden führe zu einer Festigkeitssteigerung, weil dabei Verfestigungsprozesse stattfänden. Die Vorteile des Schmiedens als Herstellungsverfahren könnten somit mit den vorteilhaften Eigenschaften der Aluminium-Matrix-Komposite verbunden werden. Die hohen Herstellungskosten durch spanende Bearbeitung würden dadurch reduziert.

Erste wissenschaftliche Untersuchungen zum Schmieden von Aluminium-Matrix-Kompositen gibt es bereits. Dabei erfolgt nach dem Schmieden jedoch noch eine spanende Bearbeitung, um überschüssige Materialreste (so genannten Grat) zu entfernen. Potenzial sieht Stonis in der Anwendung des gratlosen Schmiedens. „Bislang kommt dieses Verfahren in Zusammenhang mit Alu-MMC nicht zum Einsatz“, erklärt der Ingenieur. „Wie wir aber schon in anderen Projekten gesehen haben, bietet das Schmieden ohne Grat große Einsparpotenziale bei Material- und Energieeinsatz.“ Die Herstellung von Aluminium-Matrix-Kompositen könnte dadurch erheblich kostengünstiger werden.

Die Anwendung des gratlosen Schmiedens auf Aluminium-Matrix-Komposite untersuchen die Wissenschaftler des IPH in den kommenden zwei Jahren. Gefördert wird das Projekt „Gratloses Schmieden von Metall-Matrix-Kompositen auf Aluminiumbasis“ von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Meike Wiegand | idw
Weitere Informationen:
http://www.iph-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Modulares Fertigungssystem für Kettenräder
15.03.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Nimm zwei: Metallische Oberflächen effizient mit dem Laser strukturieren
15.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise