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Altersgerechte Assistenzsysteme - von der Forschung in die Praxis

28.01.2011
Der demografische Wandel in Deutschland stellt die Gesellschaft schon heute vor große Herausforderungen. Zu den Konsequenzen des demografischen Wandels gehören die steigende Zahl von unterstützungsbedürftigen älteren Menschen und ein Mangel an qualifizierten Fachkräften im erwerbsfähigen Alter. Als Lösungsansatz bietet sich die Entwicklung so genannter Altersgerechter Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben - kurz AAL - an.

Diesem Themenfeld widmet sich das Forschungsprojekt „TAAndem - AAL-Weiterbildung im Tandem". Univ.-Prof. Dr.-Ing. Ludger Schmidt vom Fachgebiet Mensch-Maschine-Systemtechnik der Universität Kassel stellte das Vorhaben in dieser Woche auf dem 4. Deutschen AAL-Kongress „Demographischer Wandel - Assistenzsysteme aus der Forschung in den Markt" in Berlin vor.

Gemeinsam im Tandem von Pflege- und Technikkompetenz lernen und entwickeln
Es geht in diesem neuen Projekt darum, die Potenziale innovativer technischer Entwicklungen für altersgerechte Assistenzsysteme zu erschließen und in die Praxis zu überführen. Dafür sollen Beschäftigte in unterschiedlichen AAL-Berufsfeldern im Rahmen von Weiterbildungsmaßnahmen lernen, die neuen technischen Möglichkeiten so zu gestalten, anzubieten und einzusetzen, dass die tatsächlichen Bedürfnisse und Wünsche der zu unterstützenden Menschen volle Berücksichtigung finden.

Beschäftigte mit medizinischen, pflegerischen und sozialen Berufskenntnissen (z.B. Pflegekräfte) sollen mit technisch qualifizierten Personen (z.B. Handwerkern) für die Bearbeitung praktischer Projektaufgaben zusammenkommen. Zudem sollen Verbindungen zur Universitätslehre und Hochschulbildung und damit zu den zukünftigen Entwicklern von Assistenzsystemen geknüpft werden. Dabei soll der didaktische Ansatz des Tandemlernens aufgegriffen werden, bei dem Paare aus unterschiedlich qualifizierten Teilnehmern sich gegenseitig im Lernprozess anhand von konkreten Fallbeispielen unterstützen. Beispielsweise können

- eine Architektin und ein Physiotherapeut die Konfiguration und Einbauplanung eines Treppenlifts für eine gehbehinderte Seniorin vornehmen,

- ein Altenpfleger und ein Elektromeister die Ausrüstung von Fahrstühlen in einem Heim für Sehbehinderte planen,

- ein Pflegedienstleiter und ein Mechatronik-Student ein Hausnotruf- und Einsatzleitsystem konfigurieren,

- ein Berater einer Krankenversicherung und die Geschäftsführerin eines Medizinprodukteunternehmens eine Computertastatur für Parkinsonpatienten anpassen und

- eine Krankenschwester und eine Informatikerin ein sensorgesteuertes Informationssystem für Diabetiker entwickeln.

Förderung durch das BMBF
Das Forschungsprojekt soll vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit circa 650.000 € finanziert. Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird vom Fachgebiet Mensch-Maschine-Systemtechnik der Universität Kassel koordiniert, das sich in Forschung und Lehre mit der benutzerorientierten Gestaltung von effektiven und effizienten Mensch-Maschine-Systemen in einem interdisziplinären Ansatz auseinandersetzt. Dabei wird das Ziel verfolgt, das Zusammenwirken des Menschen mit technischen Geräten und Anlagen in einem Systemansatz zu optimieren. Als weitere Forschungspartner sind das Fachgebiet Wirtschaftsinformatik der Universität Kassel und das Institut für nachhaltige, innovative und angewandte Systemtechnik INNIAS an diesem Projekt beteiligt. Neben der Einbindung von Flobo Qualitätsmanagement für die Zertifizierung des Angebotes vervollständigt das Diakonische Aus- und Fortbildungszentrum Hofgeismar als Weiterbildungsanbieter im Pflegebereich das Konsortium, um einen regionalen Vernetzungsschwerpunkt „Altersgerechte Assistenzsysteme" aufzubauen.
Info
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Ludger Schmidt
Universität Kassel
Fachgebiet Mensch-Maschine-Systemtechnik
Tel. (0561) 804-2704
L.Schmidt@uni-kassel.de

Christine Mandel | idw
Weitere Informationen:
http://www.mensch-maschine-systemtechnik.de

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