Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Agile“ Produktionslogistik für den Mittelstand

01.02.2013
Produktionstechnisches Zentrum präsentiert Projekt auf Autonomik-Konferenz

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hatte am gestrigen 31. Januar 2013 zur Konferenz „AUTONOMIK-Transfer – Industrie 4.0 als Wegbereiter für die Digitalisierung der Wirtschaft“ geladen, um die Ergebnisse der Forschungsvorhaben vorzustellen, die sich im Rahmen der Autonomik-Ausschreibung in den vergangenen drei Jahren mit vernetzten autonomen Systemen in den Bereichen industrielle Logistik, Service-Robotik und Transport beschäftigt hatten.

Das Produktionstechnische Zentrum (PZH) der Leibniz Universität Hannover war mit dem Verbundprojekt „Agilita - Agile Produktionslogistik und Transportanlagen“ vertreten. Agilita optimiert die Produktionslogistik speziell für kleine und mittlere Unternehmen mit schwer systematisierbarer Einzelteilefertigung. „Wir haben mit Agilita eine praktikable und bezahlbare Lösung geschaffen für ein Problem, das im Mittelstand weit verbreitet ist“, erklärt Professor Berend Denkena, Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen am PZH, an dem die wissenschaftlichen Grundlagen entstanden sind.

Gemeinsam mit den Industriepartnern Premium Aerotec als Konsortialführer, mit E&K Automation, Waldemar Winckel und MFP haben seine wissenschaftlichen Mitarbeiter ein Simulationsmodell zur Planung und Steuerung solcher Fertigungsabläufe entwickelt, und haben es prototypisch realisieren und validieren können. Dabei wurden Abläufe in der zunächst digital abgebildeten Fabrik simuliert und in der „echten“ Fertigung mit Hilfe von Fahrerlosen Transportsystemen, RFID-Technologien und agentenbasierten MES – Manufacturing Execution Systems – realisiert. Das Testszenario entstand im Werk Varel des Airbus-Zulieferers Premium Aerotec.

Die Vorteile seien, so Denkena, dass Agilita im Sinne einer schlanken Produktion die Maschinenauslastung enorm steigere, besonders bei der Einzelteilefertigung komplexer oder sehr großer Bauteile, und außerdem in der Simulation auch die rationale Entscheidung ermögliche, ob eine Maschineninvestition unter Berücksichtigung aller Aspekte – Stichwort: Total Cost and Benefit of Ownership – rentabel ist. Karl Doreth, Ingenieurwissenschaftler am PZH und Projektbetreuer, weist auf einen weiteren Pluspunkt hin: „Der Einfluss der nichtautomatisierten Prozesse – also etwa Ladevorgänge, an denen Menschen beteiligt sind – bringt eine Dynamik, die bislang nicht erfassbar war und die eine gewisse Unschärfe in die Abläufe bringt. Diese Unschärfe lässt sich mit Agilita bei der Fertigungsplanung und Steuerung ebenfalls berücksichtigen.“

Die Projekte der AUTONOMIK-Ausschreibung gelten als wichtige Ausgangspunkte für Industrie-4.0-Entwicklungen, die natürlich auch den Mittelstand betreffen und dessen Wettbewerbsfähigkeit steigern sollen. Das im Rahmen von Agilita entwickelte Testszenario bei Premium Aerotec wird dort schon jetzt in der Fertigung eingesetzt und trägt zur Effizienzsteigerung bei.
Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Dipl.-Ing. Karl Doreth aus dem Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen unter 0511 762 18046 oder doreth@ifw.uni-hannover gern zur Verfügung.

Mechtild Freiin v. Münchhausen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flüssiger Wasserstoff im freien Fall
05.12.2016 | Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM)

nachricht IPH entwickelt Prüfstand für angetriebene Tragrollen
29.11.2016 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops