Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

80.000-Euro-Anlage eingeweiht: Maschinenbauer erforschen neue Fügetechnik

23.06.2009
Leichtgewichtige Autos sind gefragt. Sie verbrauchen weniger Sprit und tun mehr für den Klimaschutz.

Leichtbau ist deshalb im Maschinenbau im Kommen. Dank einer neuen Anlage, die im Institut für Maschinenwesen (IMW) eingeweiht wurde, intensivieren auch Clausthaler Forscher ihre Aktivitäten auf diesem Gebiet.

"Das Gerät ist eine kleine Innovation: Es besteht einerseits aus gekauften Elementen, andererseits aus selbstkonstruierten wie dem Fügewerkzeug", sagt Professor Armin Lohrengel. Der Leiter des IMW bezifferte den Gesamtwert der sogenannten Innenhochdruck-Fügeanlage auf rund 80.000 Euro.

"Mit der Maschine lassen sich Bauteile zusammenfügen, ohne Verbindungselemente wie etwa Schrauben nutzen zu müssen - und das spart Gewicht", erläutert Diplom-Ingenieur Jan Lukas Hilgermann. In der Automobilindustrie nutzt der Hersteller Mercedes bereits die innovative Fügetechnik bei seinen Nockenwellen. Daten und Messgrößen für die gesamte Industrie gibt es darüber allerdings noch nicht. Deshalb untersucht Hilgermann an der TU Clausthal in einem Grundlagenprojekt, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, Lebensdauer und Verschleiß solcher "innenhochdruckgefügter Pressverbindungen".

Die experimentellen Arbeiten dazu werden durch die neue Fügeanlage ermöglicht. Vereinfacht ausgedrückt wird dabei ein Metallring (Nabe) auf ein Rohr (Welle) gesteckt. Anschließend wird das Rohr an der Stelle, an der sich der Ring befindet, von innen mit immensem Druck aufgeblasen. Das Rohr verformt sich und bleibt auch dann mit dem Ring dauerhaft verbunden, wenn der Druck beendet wird.

Ziel der Forschung ist es zu ergründen, unter welchen Drücken und mit welchem Material die Pressverbindungen bestimmte Lebensdauern erreichen. Dabei kann die neue Anlage, um Welle und Nabe zu verbinden, einen Maximaldruck von 4000 bar erzeugen, also das 2000-fache des Luftdrucks in einem Autoreifen.

Die Forschungsergebnisse könnten später Grundlage sein, um beispielsweise die Lenksäule im Auto als Pressverbindung ohne Schrauben herzustellen. "Hier ließen sich auch Schutzaspekte berücksichtigen", sagt Hilgermann, "indem die Lenksäule bei einem bestimmten Aufpralldruck in sich zusammensacken würde."

Christian Ernst | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-clausthal.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flexible Fertigung von Elektromotoren für Fahrzeuge
06.09.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Gewicht von Robomotion-Greifer um 60 Prozent reduziert
31.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie