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2D-Imaging lässt Laser alt aussehen

27.02.2009
Das Laser-Scannen von Barcodes war einmal. Heute ist 2D-Imaging angesagt. Zweidimensionale Codes speichern nicht nur bis zu 200 mal soviele Daten wie der Barcode, sondern lassen sich auch völlig sicher und problemlos auslesen.

Die Scan-Technik hat in den letzten zwei bis drei Jahren eine rasante Weiterentwicklung durchlaufen. Dabei verzeichnet die 2D-Imaging-Technik derzeit die höchste Zuwachsrate. Während der Scan-Markt insgesamt um 8% gewachsen ist, verzeichnete die 2D-Imaging-Technik allein im Jahr 2007 einen Zuwachs von 20%.

Marktanteil Imager-basierter Produkte kontinuierlich gestiegen.

Dieser Popularitätsschub stellt eine Trendumkehr zum letzten Jahr dar, in dem laserbasierte Scantechniken einen Marktanteil von 80% hatten. Seit 2006 ist der Verkauf von Imager-basierten Produkten gegenüber den Laser-basierten kontinuierlich gestiegen.

Obwohl die 2D-Imaging-Technik inzwischen seit zehn Jahren auf dem Markt ist, kam sie bislang nur in ganz bestimmten Anwendungsbereichen wie zum Lesen von 2D- oder Matrix-Codes bei sehr großen Datenmengen und Branchen zum Einsatz. Inzwischen hat sich diese Technik jedoch fest etabliert und wird in einer Vielzahl von Bereichen angewendet und von Industriestandards unterstützt.

In Marktsegmenten wie dem Transport- und Logistikbereich wurde die Eilzustellung förmlich revolutioniert und ist dort so weit verbreitet, dass sich Handheld-Computer ohne integrierte 2D-Imaging-Technik nahezu nicht mehr verkaufen lassen. Die Umstellung auf 2D-Imaging ist auf diverse Vorteile zurückzuführen, die diese Technik gegenüber vorhandenen Alternativen bietet.

2D-Codes sparen Platz

In zweidimensionalen Codes können mehr Daten codiert werden als in den herkömmlichen 1D- oder Barcodes. Denn während lineare Barcodes nur maximal 20 Zeichen enthalten, können 2D-Codes bis zu 4000 Zeichen auf kleinerem Raum speichern und sind dadurch weitaus platzsparender. Infolgedessen können Kunden ein Produkt oder Paket nicht nur anhand einer Nummer auf seinem Weg durch die Lieferkette verfolgen, sondern auch eine Datenbank mit vollständigen Artikelinformationen mit dem Produkt oder Paket speichern. Wenn ein Paket verloren geht, muss ein Mitarbeiter nur den Code lesen, um die Versandadresse und die gewünschte Lieferadresse ausfindig zu machen.

Barcodes lassen sich omnidirektional erfassen

Ein weiterer Vorteil der 2D-Imaging-Technik besteht darin, dass diese sämtliche Codes besser und schneller erfassen kann. Da sich Codes aus jedem Winkel lesen lassen, müssen Mitarbeiter nicht mehr ihr Handgelenk verdrehen, wenn sie aus unterschiedlichen Positionen scannen. Die zweidimensionale Imaging-Technik ist bedienerfreundlicher und produktiver.

Im Rahmen von Tests, die Intermec mit seinem zweidimensionalen Scanner des Typs EX25 durchgeführt hat, sollten Mitarbeiter mehrere Artikel 100 mal aus verschiedenen Richtungen scannen. Das Testergebnis erbrachte den Nachweis, dass der EX25 eine um 66% höhere Geschwindigkeit hat als lineare Laserscanner. Dieses Ergebnis wurde durch unabhängige Tests bestätigt, die im Fertigwarenlager des Chemiekonzerns Kemira in Tiel, Niederlande, durchgeführt wurden.

Zweidimensionale Codes mit integrierter Fehlerkorrektur

Bei diesen Tests wurde festgestellt, dass jeder Gabelstaplerfahrer durch die Verwendung des EX25 eine ganze Stunde pro Tag einsparen konnte. Zweidimensionale Codes verfügen über integrierte Fehlerkorrekturfunktionen, mit denen sich codierte Daten in beschädigten oder schlecht gedruckten Codes wiederherstellen lassen.

Diese Fähigkeit, die zur erheblichen Verringerung der Fehlerquote und des manuellen Arbeitsaufwands beiträgt, wirkt sich unmittelbar auf die Produktivität von Datenerfassungsanwendungen aus. Dabei ist jedoch zu beachten, dass nicht alle 2D-Lösungen, die auf dem Markt angeboten werden, die gleiche Qualität beim Lesen schwieriger Codes aufweisen. Die von Intermec entwickelten eigenen Decodierungsalgorithmen sollen diese Fähigkeit noch weiter optimieren.

Imaging-Scanner erschließen neue Anwendungsfelder

Da Imaging-Scanner Bar- oder Matrix-Codes zuerst fotografieren und dann lesen, erschließt diese Technik weitere Möglichkeiten für eine Vielzahl neuer Anwendungen, die auf Bildern basieren. Ein Beispiel liefert die professionelle Dokumenterfassung: Tendenziell werden Transport- und Logistikunternehmen durch Übernahmen immer größer, wobei jedes übernommene Unternehmen in der Regel sein eigenes Versandetikettier- und IT-System hat. Die Integration und Standardisierung dieser Systeme kann äußerst zeit- und arbeitsaufwändig sein.

Eine Lösung besteht darin, Imaging-Scanner für die Dokumenterfassung zu verwenden. Bei dieser Methode nimmt ein Mitarbeiter an der Kommissionierungsstelle ein Bild von einem nicht standardmäßigen Lieferschein auf und sendet dies zur weiteren Bearbeitung auf elektronischem Wege an sein Unternehmen. Dadurch lässt sich wertvolle Zeit einsparen, weil sich Unternehmen um Arbeiten kümmern können, die sonst am Tagesende erledigt würden, wenn der Mitarbeiter den Lieferschein in die Zentrale bringt.

In Zukunft werden Datenerfassungsanwendungen über integrierte ID-Kontrollmechanismen für die Lieferung von wertvollen Waren (Iris-Erkennung und Überprüfung von Reisepässen und Personalausweisen) sowie über erweiterte OCR-Funktionen (optical character recognition) zur Erkennung und Entschlüsselung von Zeichen in einem Dokument verfügen.

Direkt auf Metall gedruckte Codes sind einfach lesbar

Die Tatsache, dass Imaging-Scanner Bar- und 2D-Codes zum Beispiel auch von Metallgegenständen lesen können, ist ebenfalls ein enormer Vorteil. Dadurch müssen Unternehmen ihre Produkte nicht mehr mit einem Etikett versehen, sondern können den Code direkt auf das betreffende Produkt prägen oder drucken. Diese Möglichkeit erweist sich als ausgesprochen nützlich in der Luft- und Raumfahrt- oder auch Automobilindustrie zur Kennzeichnung von wichtigen Einzelteilen in den vielfältigsten Formen und aus den unterschiedlichsten Materialien.

Da die 2D-Imaging-Technik nicht nur eine höhere Effizienz bietet, sondern durch die Bilderfassung auch neue Anwendungsmöglichkeiten erschließt, wird sie sich als führende Zukunftstechnik fest etablieren. Das diesbezügliche technischen Know-how und die langjährige Kenntnis der Zielmärkte will Intermec dazu nutzen, um auf diesem Markt eine wichtige Rolle zu übernehmen.

Dazu sollen Techniken wie das Autofokussystem aus dem EX25, dem ersten Autofokus-Imager am Markt, oder die größere Pico-Reichweite aus dem EA20X künftig auch in anderen Produkten und Anwendungsbereichen eingesetzt und den Anforderungen entsprechend optimiert werden, um den Anwendern einen noch höheren Mehrwert anzubieten.

Christophe Lopez ist Senior Product Manager bei Intermec.

Christophe Lopez | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/materialflusslogistik/autoid/articles/172528/

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