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In Deutschland sind mittlerweile rund zwei Mio. Schüler Opfer von Cybermobbing. Laut einer aktuellen Studie des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf) an der Universität Koblenz-Landau sind insgesamt etwa fünf Mio. Kinder und Jugendliche regelmäßig von Mobbingattacken betroffen.
Ein beachtlicher, immer größer werdender Anteil davon hat sich inzwischen in die virtuelle Welt verlagert, wie die Zahlen deutlich zeigen. Im Zuge der Untersuchung gaben 40,5 Prozent der Befragten an, von direktem Mobbing - offline sowie online - betroffen zu sein.
"Von Cybermobbing wie auch von direktem Mobbing sind am stärksten jüngere Schüler in den ersten vier Klassenstufen betroffen. Je älter die Schüler werden, desto weniger treten Mobbingfälle auf", so ein Sprecher von "Schau hin!" http://www.schau-hin.info , einer Initiative des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Vodafone, ARD und ZDF sowie der TV-Zeitschrift TV Spielfilm, auf Nachfrage von pressetext. Beim Cybermobbing seien Jungen und Mädchen annähernd gleich betroffen, hingegen würden beim direkten Mobbing häufiger die Jungen zum Opfer. Am häufigsten finden Mobbingattacken nach wie vor auf dem Pausenhof statt, allerdings holt das Cybermobbing aufgrund der zunehmenden Verbreitung von E-Mail, Handy, Instant Messaging und Social Networks immer schneller auf. So sind laut den Studienergebnissen bereits 16,5 Prozent der Befragten einmal Opfer von Mobbing im Netz gewesen.
Beleidigungen geschehen oft in Chatrooms oder via Instant Messenger, wobei es sich bei den Absendern zumeist um Klassenkollegen handelt. Besonderes Leid wird dadurch für die Opfer verursacht, weil das Publikum im Web unüberschaubar groß ist und sich Inhalte und Gerüchte extrem schnell verbreiten. Infolge geht der Psychoterror oft nach der Schule über Computer oder Handy weiter. Cybermobbing erzeugt zudem ein noch stärkeres Hilflosigkeitsgefühl bei den Opfern als "normale" Angriffe. Denn nicht selten erfahren die Betroffenen erst über Umwege davon oder finden per Zufall kompromittierende Fotos von sich im Netz.
Das Löschen der Inhalte gestaltet sich zudem als aufwendig oder ist in vielen Fällen überhaupt nicht mehr möglich. "Selbst wenn Fotos oder Inhalte auf einer Website gelöscht werden, können sie zuvor schon vielfach kopiert worden sein. Vielfach wird auch das Handy benutzt, um den Opfern Drohungen oder Beleidigungen zu schicken", erklärt der "Schau hin!"-Sprecher gegenüber pressetext. Gleichzeitig ist es für die Eltern schwer zu erkennen, ob das eigene Kind gemobbt wird. Viele Betroffenen reagieren eingeschüchtert, beteiligen sich nicht mehr am Unterricht und ziehen sich stark zurück, um keine Angriffsfläche mehr zu bieten. Andere wiederum reagieren mit Aggression darauf oder werden krank. Bei den Opfern stellt sich außerdem häufig das Gefühl ein, sie seien Versager, dumm oder unattraktiv.
"Schau hin!" will daher Eltern und Kinder unterstützen, aufklären und Tipps geben, wie man sich gegen Cybermobbing wehren kann. Vor allem sollten Eltern das Thema aktiv bei ihren Kindern ansprechen. Diese wiederum sollten möglichst wenig private Details von sich ins Netz stellen, um Angriffe zu verhindern.
Ergebnisse der ersten Befragungswelle der zepf-Studie unter (pdf-Download): http://www.zepf.uni-landau.de/fileadmin/downloads/Mobbing_Schueler.pdf
Claudia Zettel | Quelle: pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
www.zepf.uni-landau.de/fileadmin/downloads/Mobbing_Schueler.pdf
Weitere Berichte zu: Angriffsfläche > Beleidigungen > Cybermobbing > Drohungen > empirische pädagogische Forschung > Handy > Instant Messaging > Mobbing > Mobbingattacken > Mobbingfälle > Social Networks > Virtuelle Welt
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