Anzeige
77 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab 14 Jahren nutzt das Internet, fast alle davon surfen zu Hause. Bei der Arbeit verwenden 43 Prozent der Nutzer das Internet, das sind 56 Prozent der Schweizer Erwerbstätigen. 26 Prozent (20 Prozent der Schweizer Bevölkerung) sind auch unterwegs online und zwar vorwiegend mit Smartphones.
«Der Schweizer Durchschnittsnutzer verwendet das Internet eindreiviertel Stunden pro Tag», erklärt Prof. Michael Latzer vom IPMZ der Universität Zürich, unter dessen Leitung die Studie durchgeführt wurde. Hoch ist der Anteil an so genannten Light Usern: So verweilen jeweils etwa die Hälfte der Frauen und der Generation 60+ fünf Stunden oder weniger pro Woche im Internet. Ein Gender-Gap zwischen Frauen und Männern ist gemäss Studie praktisch nicht festzustellen.
Von der Nachrichtensuche bis zur Kontaktbörse
In der Schweiz hat sich eine medial vielfältige Nutzung des Internets etabliert. So dient es beispielsweise der digitalen Orientierung: 92 Prozent Prozent der Internet-Nutzer verwenden Suchmaschinen, 75 Prozent suchen Nachrichten, 73 Prozent fragen Online-Lexika ab und 68 Prozent suchen Gesundheitsinformationen.
Im Sinne der digitalen Rekreation besuchen 66 Prozent der Internet-Nutzer Videoportale, 54 Prozent hören Musik, 43 Prozent hören Radiosendungen. 37 Prozent schauen zeitversetzt Fernsehen, 35 Prozent sehen live fern und 33 Prozent spielen online.
78 Prozent der Internet-Nutzer suchen Produktinformationen, 74 Prozent informieren sich zu Reisen, 65 Prozent vergleichen Preise und 63 Prozent kaufen sowie bezahlen online. Diese Anwendungen lassen sich unter dem Begriff des digitalen Wirtschaftens zusammenfassen.
Als digitales Sozialisieren gilt beispielsweise das E-Mail, was 96 Prozent der Onliner benutzen. Die Hälfte (54 Prozent) ist in sozialen Netzwerken – mehr in privaten (46 Prozent) als in beruflichen (23 Prozent). 43 Prozent verwenden Instant Messaging, 31 Prozent telefonieren im Internet und 10 Prozent bewegen sich in Kontaktbörsen.
59 Prozent der Internet-Nutzer laden Fotos hoch, 34 Prozent beteiligen sich in Diskussionsforen, 29 Prozent laden Musikvideos hoch und 14 Prozent eigene Videos. Diese Tätigkeiten lassen sich als digitale Kreation bezeichnen.
Informationen wichtiger als Unterhaltung
«Das Internet wird als Informationsquelle wichtiger eingeschätzt denn als Unterhaltungsquelle», sagt Prof. Latzer. Aber bezogen auf die gesamte Schweizer Gesellschaft liegt das Internet sowohl als Informations- als auch als Unterhaltungsquelle hinter den traditionellen Massenmedien. Für Internet-Nutzer ist jedoch das Internet als Informationsquelle gleich wichtig wie die anderen Medien Zeitung, Radio und TV. Aber auch Internet-Nutzer unterhalten sich lieber, indem sie TV schauen oder Radio hören.
Zumindest die Hälfte der Inhalte im Internet wird von Dreivierteln der Schweizer Bevölkerung als glaubwürdig taxiert. Dabei unterscheiden sie zwischen professionellen Angeboten und nutzergenerierten Inhalten: Während das meiste auf den Seiten der SRG und auf Seiten von Regierungen und Behörden als vertrauenswürdig gilt, ist es bei Social Media weniger als die Hälfte.
Besorgt wegen Kontrolle und Missbrauch
39 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind bzw. wären im Fall einer Kredit-/oder Bankkartenverwendung im Internet sehr oder extrem besorgt. Weitere 33 Prozent wären etwas besorgt, nur 12 Prozent sind es gar nicht.
29 Prozent der Internet-Nutzer haben das Gefühl, dass ihre persönlichen Daten missbräuchlich verwendet oder weitergegeben wurden. Sie befürchten weitaus mehr, dass ihr Internetverhalten von Unternehmen kontrolliert wird (43 Prozent) als von der Regierung (28 Prozent). Bei allen Fragen zur Besorgtheit steigen diese Sorgen mit dem Alter: In der älteren Generation ist der Anteil der Besorgten jeweils doppelt so hoch wie in der jüngeren Generation.
Grosse Skepsis gegenüber digitaler Demokratisierung in der Schweiz
Die Studie hat auch gezeigt, dass Internet-Nutzer generell politisch aktiver sind als Nicht-Nutzer. Die politischen Aktivitäten im Internet sinken jedoch, wenn die Anforderungen an die politische Aktivität steigen. So wird das Internet beispielsweise mehr für die Informationssuche gebraucht als für politische Diskussionen. Nach wie vor diskutieren auch zwei Drittel der Onliner politische Themen ausschliesslich offline.
Dem Internet wird kein grosses Vertrauen entgegengebracht: Nur ein Fünftel (22 Prozent) der Schweizer Bevölkerung glaubt, dass es im Internet sicher ist zu sagen, was immer man über Politik denkt. Auch gibt es eine starke Skepsis hinsichtlich positiver Wirkungen des Internet-Einsatzes auf Demokratisierung: An eine digitale Demokratisierung glaubt nur eine kleine Minderheit in der Schweiz. Am ehesten (20 Prozent Zustimmung) wird angenommen, dass Politik besser verstanden werden kann. Nur 11 Prozent glauben an mehr Mitsprache.
Grenzen für Regierungskritik und Meinungsfreiheit
Weniger als die Hälfte der Bevölkerung ist der Auffassung, dass man seine Regierung im Internet frei kritisieren darf. 29 Prozent lehnen freie Kritik an der Regierung im Netz ab. 41 Prozent sprechen sich gegen die Äusserung extremer Meinungen im Netz aus. 31 Prozent findet es in Ordnung, wenn im Internet auch extreme Meinungen geäussert werden.
World Internet Project
Das World Internet Project (WIP, http://www.worldinternetproject.net) ist eine vergleichende Langzeitstudie. Sie erfasst in mittlerweile 30 Ländern die Verbreitung und Nutzung des Internets im internationalen Vergleich und analysiert soziale, politische und ökonomische Implikationen der Netzentwicklung.
Das WIP-CH-Projekt wird von der Abteilung Medienwandel & Innovation (www.mediachange.ch), des IPMZ – Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich unter der Leitung von Prof. Michael Latzer durchgeführt. Weitere Mitglieder des Projektteams sind: Natascha Just, Sulkhan Metreveli und Florian Saurwein.
Für das WIP-CH-Projekt wurde von gfs Zürich im Mai/Juni 2011 eine repräsentative telefonische Befragung von 1104 Personen ab 14 Jahren durchgeführt.
Das WIP-CH-Projekt wird vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) und vom Dekanat der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich unterstützt.
Detaillierte Auswertungen werden in den kommenden Monaten auf www.mediachange.ch veröffentlicht.
Kontakt:
Prof. Michael Latzer
IPMZ – Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung
Abteilung Medienwandel & Innovation
Universität Zürich
Tel. +41 44 635 20 90
E-Mail: m.latzer@ipmz.uzh.ch
Beat Müller | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: ww.uzh.ch
www.worldinternetproject.net/
www.mediachange/
Weitere Berichte zu: Demokratisierung > Informationsquelle > Internet-Nutzer > Medienwandel > Online Broker > ONLINER > Publizistikwissenschaft > Schweizer Bevölkerung > Skepsis
Wie schauen Fußballfans eigentlich Fußball?
21.05.2013 | Leibniz-Institut für Wissensmedien - Knowledge Media Research Center
Schwedische und deutsche Chatter benutzen Partikeln wie hm und nein auf eine neue Art und Weise
14.05.2013 | University of Gothenburg
Heute morgen um 05:45 MESZ bebte die Erde unter dem Okhotsk-Meer im Nordwestpazifik. Das Beben mit einer Magnitude von 8,2 fand in einer außergewöhnlichen Tiefe von 605 Kilometern statt.
Wegen der großen Tiefe des Bebens ist nicht mit einem Tsunami zu rechnen und es dürften auch keine größeren Schäden durch Erschütterungen auftreten.
Professor Frederik Tilmann vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ sagt dazu: „Der Bebenherd liegt außergewöhnlich tief, weit unterhalb der Erdkruste im Erdmantel. Solch starken Beben in dieser Tiefe treten ...
Ein internationales Team von Meeresforschern bricht diese Woche zu einer Expedition in den Nordostatlantik vor die Küste Galiziens auf.
Mit zwei Forschungsschiffen, der amerikanischen MARCUS G. LANGSETH und der deutschen POSEIDON wollen die Wissenschaftler mehr über die Geburtsstunde des Atlantiks erfahren, die vermutlich etwa vor 200 Millionen Jahren begann. Mit an Bord sind Geophysiker vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.
Es ist schon sehr lange her, man schätzt etwa ...
Physiker der ETH Zürich haben einen Quantensimulator entwickelt, in dem Atome das Verhalten von Elektronen in magnetischen Materialien nachahmen.
Damit können schwierig zu verstehende Eigenschaften neuartiger Materialien systematisch untersucht werden, was letztlich auch zur Entwicklung neuer magnetischer Materialien führen könnte.
Weshalb ein Kühlschrankmagnet an bestimmten metallischen Oberflächen haften bleibt, das verstehen Physiker in jedem Detail. Magnetische Materialien existieren jedoch auch in exotischen Varianten, deren Eigenschaften trotz jahrzehntelanger Forschung noch weitgehend ...
Die Erderwärmung geht weiter, auch wenn die schlimmsten Prognosen weniger wahrscheinlich werden
Die Erderwärmung stellt Klimaforscher immer wieder vor Rätsel, aber eines steht so gut wie fest: In den nächsten Jahrzehnten wird sich die Durchschnittstemperatur auf der Erde weiter erhöhen, auch wenn sie in den Jahren von 2001 bis 2010 deutlich langsamer gestiegen ist als im Jahrzehnt zuvor.
Das belegt die neue ...
Eine neue Methode kann links- und rechtshändige Moleküle zuverlässig unterscheiden
Die Chemie des Lebens kennt rechtshändige und linkshändige Moleküle, die ganz unterschiedliche Wirkung haben können. Ein amerikanisch-deutsches Forscherteam hat jetzt eine neue Technik entwickelt, mit der sich diese beiden spiegelbildlichen Varianten eines Stoffs zuverlässig auseinanderhalten lassen.
Die Methode erkennt die sogenannten Enantiomere einer Verbindung im Prinzip sogar in Stoffgemischen. Die Technik ...
Anzeige
Anzeige

Mit dem Oxid-Cluster zum Rechner der Zukunft
24.05.2013 | Informationstechnologie
24.05.2013 | Biowissenschaften Chemie
Atlantic Research Expedition Uncovers Vast Methane-Based Ecosystem
24.05.2013 | Ökologie Umwelt- Naturschutz
Die nachhaltige Stadt – ein Zukunftsmodell?
24.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten
Aktuelle Batteriespeichertechnologien – Was braucht der Markt?
24.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten
Werterhalt und Ressourceneffizienz von Bauwerken – Wege aus dem Instandhaltungsdilemma
24.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten