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Auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin (4. bis 9. September) stellen Fraunhofer-Forscher einen Prototypen ihrer offenen Infrastruktur für die Organisation von spontanen Mitfahrgelegenheiten vor TecWatch Halle 5.3..
Hat man Zeit und Muße sich während der Rushhour die Autos um sich herum anzusehen, fällt eines auf: die Fahrzeuge im Großstadtverkehr sind meist nur von einer Person besetzt – und dass, obwohl die Fahrtkosten kontinuierlich steigen. Abhilfe schaffen soll der mobile Mitfahrdienst »OpenRide«, den Forscher am Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS derzeit entwickeln. Mit dem Service lassen sich spontan und bequem Mitfahrgelegenheiten vermitteln. Das ermöglicht nicht nur Kosten sparendes und umweltschonendes Reisen, sondern entlastet auch den Stadtverkehr. Das Projekt OpenRide wird im EXIST-Programm vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.
Besonderen Wert legen die Entwickler auf Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit: Die Nutzer rufen die Anwendung auf ihrem Mobiltelefon auf und wählen aus einem vorgegebenen Menü, ob sie eine Mitfahrgelegenheit anbieten oder suchen. Sie geben Start- und Endpunkt an sowie die Anzahl der freien Plätze. Die Anfrage geht dann an den OpenRide-Server. Dort gleicht eine Suchmaschine für intelligentes Routenmatching Angebote und Nachfragen miteinander ab. Bei der Suche berücksichtigt werden nicht nur Start- und Endpunkte, sondern auch Teilstrecken entlang der gesamten Route. Eine Mindestvorlaufzeit wie bei etablierten Mitfahrbörsen wird durch die mobile Lösung überflüssig: Jeder Nutzer kann über OpenRide unterwegs von seinem Mobiltelefon aus spontan Mitfahrgelegenheiten einstellen oder nach Fahrten in seiner Umgebung suchen.
Diese Information wird gemeinsam mit der aktuellen Position drahtlos an einen Server übertragen, wo eine spezielle Software laufend die Daten mit Fahrtwünschen potenzieller Mitfahrer abgleicht. Die Anzeige von passenden Angeboten auf dem Mobiltelefon erfolgt in Echtzeit: »Fahrer gefunden«, mit Angabe des Namens und der voraussichtlichen Abhol- und Fahrtdauer. Der ad-hoc Service vermittelt selbst Mitfahrgesuche, die erst eingestellt worden sind, nachdem der Fahrer losgefahren ist. Dank einer intelligenten Suchmaschine werden Teilstrecken, kurze Umwege sowie die aktuelle Position von Fahrer und Mitfahrer berücksichtigt. Außerdem planen die Forscher, OpenRide mit einem Bewertungssystem und Nutzerprofilen auszustatten, um das Vertrauen zwischen Fahrer und Mitfahrer zu stärken.
»OpenRide verknüpft mobile Endgeräte, Navigations- und Routenplanungssoftware, um automatisiert Mitfahrgelegenheiten zu vermitteln«, erklärt Dr. Matthias Flügge, Projektleiter bei FOKUS. Die mobile Mitfahrzentrale eignet sich damit besonders für Kurzentschlossene und städtische Fahrten. »Damit erschließen wir einen neuen Markt, denn im Nah- und Alltagsverkehr typische spontane und kürzere Fahrten werden bisher nicht vermittelt«, sagt Flügge. »Wir setzen auf geräteunabhängige Technologien, um den Service möglichst vielen Nutzern zur Verfügung stellen«, ergänzt Anna Kress, technische Leiterin von OpenRide.
Die OpenRide-Infrastruktur zeichnet sich durch ihre offenen Schnittstellen für die Integration von Partnern aus. Damit erschließt sie nicht nur Mitfahrzentralen einen neuen Vermittlungskanal, sie ermöglicht auch Netzwerkbetreibern und Mobiltelefonherstellern ihr Diensteangebot um einen neuen Service zu erweitern. Im Laufe des nächsten Jahres soll OpenRide marktreif sein. Ein Praxistest mit Industriepartnern ist für Ende 2009 geplant.
Dr. Matthias Flügge | Quelle: Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen: www.fraunhofer.de
www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2009/08/ifa-mitfahrzentrale.jsp
Weitere Berichte zu: Endpunkt > Fahrten > Mitfahrer > Mitfahrgelegenheit > Mitfahrzentrale > mobile Endgeräte > Mobiltelefon > OpenRide > Stadtverkehr > Suchmaschine > Teilstrecken
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