Anzeige
Europa steht vor neuen Herausforderungen. Fachleute diagnostizieren einen Mangel an Innovationen in Funknetzen und Handys, fragmentierte Märkte sowie einen schwachen Wettbewerb. Die Preise für mobile Dienste sind im Vergleich zum Ausland vergleichsweise hoch und die Mechanismen bei der heutigen und zukünftigen Vergabe der Frequenzbänder zu unflexibel.
Dabei entstanden die meisten Innovationen bei den UMTS-Diensten in der Vergangenheit in Amerika und Asien. Um dies zu diskutieren, kamen Experten aus Europa, den USA und Japan zum "International Round Table on Radio Diversity" ans KIT und tauschten die neuesten Ergebnisse aus Wirtschaft und Forschung aus.
"Durch überholte Politik und europaweite Fragmentierung fördern die europäischen Regulierungsbehörden Wettbewerb und Innovation nur unzureichend. Mehr Innovation würde dazu beitragen, die Kosten zu reduzieren, neue Dienste zu ermöglichen und die Bedeutung der Region Europa in der globalen Funkindustrie zu vergrößern", betont Dr. Arnd Weber, Innovationsforscher am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT, das den Runden Tisch organisiert hat
Ein flexibles Angebot von Frequenzspektren für brandneue Funktechniken wurde als Schlüsselfaktor identifiziert, um Europas globale Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Dies gilt vor allem für das lizenzierte Funkwellenspektrum: "Da die technische Entwicklung zu geringeren Investitions- und Betriebskosten führt, sollte die Regulierung einen viel schnelleren europaweiten Einsatz neuer Funktechniken ermöglichen", forderte Arnaud Saffari, Miterfinder der iburst-Technik und Präsident der Firma Kleos, einem Anbieter mobiler Breitbandsysteme.
Mehr Flexibilität wurde aber auch für die unlizenzierte Nutzung des Spektrums gefordert: "Nichts regt Innovationen so an wie lizenzfreie, diensteneutrale Bänder", so Robert Horvitz, Direktor der Open Spectrum Foundation: "Europa braucht mehr solche Bänder in verschiedenen Frequenzbereichen."
Die Experten am Runden Tisch forderten neue Formen der Spektrumsregulierung. Dies sind beispielsweise europaweite Lizenzen sowie gemeinschaftliche und offene Nutzung. Außerdem sollten die Linzenzinhaber auch dazu beitragen, die Nutzbarkeit des Spektrums zu verbessern. Effizienzgewinne sollten, so eine weitere Forderung der Experten, in preiswerte mobile Internetdienste für Bürger und Unternehmen münden. Auch geht es darum, den Zuwachs des Energieverbrauchs der Netze zu reduzieren.
"Auf einigen asiatischen Märkten, wie in Japan, kostet eine mobile Email nur einen Euro-Cent, während auf den meisten europäischen Märkten SMS immer noch bis zu 19 Cent kosten", gibt Weber zu bedenken. Isolde Goggin, die ehemalige Vorsitzende von ComReg, der irischen Regulierungsbehörde und inzwischen unabhängige Beraterin, betonte bei der Konferenz: "Das frühere Verhalten der Regulierer, die manchmal Jahre im Voraus festlegten, welche Techniken für welchen Zweck auf welchem Band verwendet werden dürfen, ist für die heutige, sich schnell wandelnde Welt nicht mehr angemessen. Wir müssen die Barrieren zur Nutzung des Spektrums absenken, um neue und innovative Techniken schnell und leicht auf den Markt bringen zu können. Das wäre sowohl für die europäischen Verbraucher, als auch für die europäische Telekommunikationsindustrie gut."
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verbindet die Aufgaben Forschung - Lehre - Innovation in einem Wissensdreieck.
Kontakt:
Monika Landgraf
Pressestelle
Tel.: +49 721 608-8126
Fax: +49 721 608-3658
E-Mail: Monika.Landgraf@kit.edu
Dr. Elisabeth Zuber-Knost | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.kit.edu
www.itas.fzk.de
Weitere Berichte zu: Funknetz > Funktechniken > Funkwelle > Regulierung > Regulierungsbehörde > Technikwettbewerb
Internationaler Safer Internet Day am 7. Februar 2012
07.02.2012 | Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
US-Werbemarkt 2012: Online überholt Print
24.01.2012 | eMarketer
Erstmals gezeigt, dass Atomkerne transparent werden
Einem Team von DESY-Wissenschaftlern um Dr. Ralf Röhlsberger gelang es an der hochbrillanten Synchrotronlichtquelle PETRA III, Atomkerne mit Hilfe von Röntgenlicht transparent zu machen. Sie entdeckten dabei gleichzeitig ein neues Prinzip, um einen optisch gesteuerten Schalter für Licht herzustellen, also Licht mit Licht zu beeinflussen, ein wichtiger Baustein auf dem ...
Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst
Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...
Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.
Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.
Das System ...
Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.
Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.
Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...
Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.
Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...
Anzeige
Anzeige

Kaltwasserkorallen als Anpassungskünstler?
09.02.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz
Wandel der Hochschulbildung in Deutschland und Professionalisierung
09.02.2012 | Studien Analysen
Ocean warming causes elephant seals to dive deeper
09.02.2012 | Biowissenschaften Chemie
7. Mannheimer Arbeitsrechtstag am 14. März mit Experten aus Theorie und Praxis
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
International Forum on Terahertz Spectroscopy and Imaging
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Teams aus neun Ländern treffen sich an der Leibniz Universität zum 6th Hanover PreMoot
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten