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Klassische Werbung reicht vielen Unternehmen nicht mehr aus, um Ihre Produkte an die Frau und den Mann zu bringen. Neue Medien und ein anderes Verhalten der Mediennutzer verlangen auch neue Formen der Werbung.
Strategisch platzierte Botschaften, im Fachjargon „Product Placement“, ist eine dieser neuen Kommunikationsformen. Alle zwei Jahre legt die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) dazu den „Product Placement Monitor“ vor.
Seit 1998 beobachtet das Team um Professor Dr. Iris Ramme wie sich die Szenerie entwickelt, welchen Stellenwert das Product Placement in der Werbung einnimmt. Alle zwei Jahre werden dazu werbetreibende Unternehmen befragt. Das Ergebnis für 2010 zeigt einen gleichbleibenden Trend: Noch immer führt das Product Placement ein Schattendasein. Allerdings erwarten zwei Drittel der befragten Unternehmen eine steigende Tendenz für diese Werbeform. Einige Unternehmen erhöhen ihre Budgets für das Product Placement deutlich, allerdings war es den Forschern der HfWU kaum möglich dazu handfeste Zahlen zu ermitteln: Kaum ein Unternehmen lässt sich hier in die Karten schauen, kämpft man doch von Beginn an gegen den Vorwurf der Schleichwerbung.
Andreas Waldner, Mitautor der Studie, betont dagegen, dass um das Product Placement herum längst eine kreative Branche aus Medien, Vermarktern, Agenturen und Filmproduzenten entstanden ist. Stephan Mareien, Gastprofessor an der HfWU klärt auf: „In der heutigen Unterhaltungsindustrie funktioniert Schleichwerbung gar nicht mehr. Es geht nicht um das plumpe Einblenden von Joghurtbechern. Bestimmte Produkte und Marken sind dagegen Teil der Show geworden. Ohne diese Unterstützung sind viele Formate gar nicht mehr finanzierbar“.
Unternehmen, die diese Form der Kommunikation nutzen, tun dies strategisch. Der Product Placement Monitor zeigt, dass über die Hälfte der befragten Unternehmen ein schriftliches Konzept zum Product Placement nutzen. Klassische Werbung hat in der Studie eine abnehmende Bedeutung für die Firmen, das Product Placement bleibt dagegen konstant, wenn auch auf einem niedrigen Niveau. Hauptsächlich genutzt wird diese Werbeform von der Automobilindustrie und Unternehmen aus den Bereichen Freizeit und Tourismus. Vor allem TV Serien werden für das Product Placement genutzt, gefolgt von Kinofilmen, TV-Shows und Fernsehfilmen. Die meisten Unternehmen setzen bei der Verkaufsförderung nach wie vor auf Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. Aber alle Befragten sehen das Product Placement im Aufwind, auch wegen der neuen sozialen Medien im Internet.
Der Product Placement Monitor ist in der Schriftenreihe der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen erschienen und kann unter www.productplacementmonitor.de bezogen werden.
Gerhard Schmücker | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.productplacementmonitor.de
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