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Kunstfreunde, die sich per Hörgerät durch eine Ausstellung leiten lassen, freuen sich über dessen direkte Informationen. Langes Blättern und Nachlesen in dicken Katalogen entfällt. Noch viel spannender wäre es, wenn Exponate das Interesse des Betrachters erkennen und ihn direkt ansprechen könnten. Oder wenn interaktive Klanglandschaften die reale Umgebung erweitern. Was wie Zukunftsmusik klingt, wird bereits im kommenden Jahr im Kunstmuseum Bonn umgesetzt. Mit dem multimedialen System LISTEN erscheinen die große Rauminstallation des Schweizer Künstlers Beat Zoderer und Bilder von August Macke in einem völlig neuen Zusammenhängen.
»Die Motivation für LISTEN ist, eine neue Art von erweiterter Realität zu schaffen«, erklärt Gerhard Eckel vom Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation IMK in St. Augustin bei Bonn. »Der reale visuelle Raum wird durch akustische Elemente anders erlebt. Für uns ist das Museum ein ideales Labor. Hier lässt sich das Audiosystem als künstlerisches und pädagogisches Medium einsetzen. Für Künstler ergeben sich daraus ungeahnte Möglichkeiten.« Gleichzeitig entsteht eine neue Generation von Audioguides. Wenn der Betrachter den Kopfhörer aufsetzt, versucht das System an dessen Verhalten zu erkennen, wofür er sich interessiert. Dazu bietet es ihm dann passende Informationen. »Das können Texte, O-Töne, Interviews, Features oder im Raum positionierte Schallquellen sein«, erläutert der Projektleiter am Kompetenzcenter für Virtuelle Umgebungen.
LISTEN verbirgt sich hinter einer für den Besucher unauffälligen Technik. Am drahtlosen Kopfhörer sind zwei Antennen angebracht. Im Raum befinden sich Empfangsantennen, die in den Wänden versteckt sind. Sie orten den Besucher und übermitteln dessen Position und Blickrichtung an einen Computer. Diese Daten werden in das ebenfalls am IMK entwickelte Programm AVANGO übertragen. Das Virtual-Reality-System sendet die individuellen Steuerbefehle an den Audioguide zurück. Projektpartner des IMK sind das Kunstmuseum Bonn, das Institute de Recherche et Coordination Acoustique / Musique am Centre Pompidou in Paris, die Technische Universität Wien, die Firma AKG und das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT. »Unser Ziel ist es, im kommenden Jahr acht Personen gleichzeitig mit Informationen versorgen zu können«, erklärt Eckel. Ein erster Probelauf, an dem im Januar dieses Jahres auch Journalisten beteiligt waren, verlief viel versprechend. Kunstliebhaber und Künstler dürfen auf die ersten Praxiseinsätze gespannt sein.
Ansprechpartner:
Dr. Gerhard Eckel
Telefon 0 22 41 / 14-29 68
Fax 0 22 41 /14-29 17
Dr. Gerhard Eckel | Quelle: Mediendienst
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