Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“

26.06.2017

Studie: Wie man auf dem Foto besonders attraktiv oder schlank wirkt

Selfies sind zu einer alltäglichen Gewohnheit geworden. Stars und Blogger setzen sich mit Selbstportraits gekonnt in Szene. Doch wie muss man ein Selfie aufnehmen, um zum Beispiel attraktiv, schlank oder sympathisch zu wirken?


Grafik: Die abgebildete Person wirkt schlanker oder attraktiver – je nach Kameraposition.

Universität Bamberg

Dies hat eine aktuelle Studie von Psychologen der Universität Bamberg untersucht. Tobias Schneider und Prof. Dr. Claus-Christian Carbon vom Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie analysierten, welche Kamerapositionen bei einem Selfie die Wahrnehmung von Persönlichkeitseigenschaften beeinflussen. Carbon ist auf das Gebiet der Wahrnehmungspsychologie spezialisiert.

Über dreihundert Probanden bewerteten computergenerierte 3D-Modelle realer Gesichter aus sieben verschiedenen, selfie-typischen Kameraperspektiven. Dabei lag der Fokus auf Beurteilungsdimensionen wie Attraktivität, Dominanz, Intelligenz oder Körpergewicht.

„Die untersuchten Variablen spielen eine entscheidende Rolle in sozialen Interaktionen und sogar bei der Partnerwahl. Selfies dienen oft als wichtiges Medium – ein Grund, sich als Psychologe näher damit zu beschäftigen“, erklärt Schneider. Ziel der Studie war es herauszufinden, ob bestimmte Kamerapositionen einer Person besonders schmeicheln oder eher negative Beurteilungen nach sich ziehen.

Die Forscher konnten beispielsweise zeigen, dass besonders Frauen attraktiver wahrgenommen werden, wenn sie ihre linke Gesichtshälfte zur Kamera drehen. Sie wirken aber hilfsbereiter, wenn sie ihre rechte Gesichtshälfte zeigen. Männer hingegen wirken wiederum sympathischer, wenn sie ihre rechte Gesichtshälfte zur Kamera drehen.

Bereits in einer Studie aus dem Jahr 2012 konnten die beiden Wissenschaftler zusammen mit Kollegen der Universität Mainz demonstrieren, dass eine Kameraposition von leicht oberhalb schmeichelnd auf die Einschätzung des Körpergewichts wirkt. In der aktuellen Studie konnten die Wissenschaftler nun zeigen, dass eine seitliche Drehung der Kamera diesen Effekt noch verstärkt.

„Normalerweise halten wir bei einem Selfie die Kamera schräg neben uns und heben oder senken den Arm dabei etwas“, erläutert Carbon. „Diese intuitive Handlung, so zeigt die Studie, kann stark dazu beitragen, dass Betrachter eines solchen Bildes das Körpergewicht deutlich geringer einschätzen. Werden wir hingegen bei einer tiefer positionierten Kamera noch eher übergewichtig eingeschätzt, so kann eine typische seitliche Drehung diesen Effekt abfedern.“

Weitere Informationen für Medienvertreterinnen und Medienvertreter:

Kontakt für Rückfragen zur Studie:
Dipl.-Psych. Tobias Schneider
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie
Tel.: 0951/863-2611
tobias.schneider@uni-bamberg.de

Prof. Dr. Claus-Christian Carbon
Professor für Allgemeine Psychologie
Tel.: 0951/863-1860
ccc@uni-bamberg.de

Medienkontakt:
Patricia Achter
PR-Volontärin
Tel.: 0951/863-1146
patricia.achter@uni-bamberg.de

Weitere Informationen:

http://journal.frontiersin.org/article/10.3389/fpsyg.2017.00971/full

Patricia Achter | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: 3D-Modelle Kamera Körpergewicht Otto-Friedrich-Universität Selfie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Soundbar reduziert Höranstrengung
25.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neues Nano-CT-Gerät liefert hochauflösende Aufnahmen von winzigem Stummelfüßer-Bein

Computertomographie (CT) ist in Krankenhäusern eine Standardprozedur. Für extrem kleine Untersuchungsgegenstände war sie aber bislang nicht geeignet. Im Fachmagazin PNAS beschreibt ein Team der Technischen Universität München (TUM) ein Nano-CT-Gerät, das dreidimensionale Röntgenbilder mit besonders hoher Auflösung liefert. Erste Test-Anwendung: Gemeinsam mit Kollegen der Universität Kassel und des Helmholtz Zentrums Geesthacht haben die Forscherinnen und Forscher den Bewegungsapparat der urtümlichen Stummelfüßer analysiert.

Bei einer CT-Analyse wird der Untersuchungsgegenstand mit Röntgenstrahlen durchleuchtet. Ein Detektor misst aus verschiedenen Winkeln, wieviel Strahlung...

Im Focus: Novel Nano-CT device creates high-resolution 3D-X-rays of tiny velvet worm legs

Computer Tomography (CT) is a standard procedure in hospitals, but so far, the technology has not been suitable for imaging extremely small objects. In PNAS, a team from the Technical University of Munich (TUM) describes a Nano-CT device that creates three-dimensional x-ray images at resolutions up to 100 nanometers. The first test application: Together with colleagues from the University of Kassel and Helmholtz-Zentrum Geesthacht the researchers analyzed the locomotory system of a velvet worm.

During a CT analysis, the object under investigation is x-rayed and a detector measures the respective amount of radiation absorbed from various angles....

Im Focus: Forscher entwerfen Datenbus für Quantencomputer

Die Quantenwelt ist sehr fragil. Fehlerkorrekturcodes helfen, Quanteninformation vor Störungen zu schützen. Innsbrucker Quantenphysiker haben nun ein Verfahren entwickelt, mit dem unterschiedlich kodierte Bauteile wie Prozessor und Speicher miteinander verbunden werden können. Mit der in der Fachzeitschrift Nature Communications präsentierten Methode kann ein Datenbus für Quantencomputer konstruiert werden.

Quantencomputer werden in Zukunft Rechenaufgaben bewältigen, an denen herkömmliche Computer scheitern. Weil Objekte in der Quantenwelt aber sehr sensibel auf...

Im Focus: Researchers Develop Data Bus for Quantum Computer

The quantum world is fragile; error correction codes are needed to protect the information stored in a quantum object from the deteriorating effects of noise. Quantum physicists in Innsbruck have developed a protocol to pass quantum information between differently encoded building blocks of a future quantum computer, such as processors and memories. Scientists may use this protocol in the future to build a data bus for quantum computers. The researchers have published their work in the journal Nature Communications.

Future quantum computers will be able to solve problems where conventional computers fail today. We are still far away from any large-scale implementation,...

Im Focus: Kristalle im rosaroten Röntgenlicht

Ein neu entwickelter Versuchsaufbau ermöglicht die Röntgenstrukturanalyse von Biomolekülen wie beispielsweise Proteinen mit viel weniger Probenmaterial und kürzeren Belichtungszeiten als zuvor. Mit breitbandiger Röntgenstrahlung lassen sich Proteinkristalle an sogenannten Synchrotron-Strahlungsquellen erheblich effizienter und schneller untersuchen. Allerdings war dies bisher aufgrund der hohen Streustrahlung nur mit sehr großen Kristallen möglich. Der neue Versuchsaufbau reduziert die unerwünschte Streustrahlung erheblich und ermöglicht die serielle Kristallographie mit breitbandiger Synchrotronstrahlung, dem sogenannten Pink Beam.

Das internationale Forscherteam unter Leitung von DESY-Wissenschaftler Alke Meents präsentiert die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Nature Communications“.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gründungsbüro informiert über Finanzierungsmöglichkeiten für Start-ups

07.11.2017 | Veranstaltungen

23. Technologie- und InnovationsFORUM beleuchtet den technischen Fortschritt in Unternehmen

06.11.2017 | Veranstaltungen

»smARTplaces | INNOVATION in Culture«: Internationale Konferenz zum Thema Audience Development

06.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Muskeln aus der Spraydose

07.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Rittal Automation Day 2017: Steuerungs- und Schaltanlagenbau 4.0 live und praxisnah

07.11.2017 | Unternehmensmeldung

Aus Fasern werden Kristalle

07.11.2017 | Biowissenschaften Chemie