Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissen erschließen & vernetzen: Kultur, Medien und Wirtschaft profitieren von CONTENTUS-Ergebnissen

23.04.2012
Aus der Forschung in die Praxis – das Projekt CONTENTUS, Teil des THESEUS-Forschungsprogramms, zieht Bilanz.
Die Projektpartner präsentieren am 27. April 2012 im THESEUS-Inno­va­tionszentrum Berlin Forschungs- und Verwertungsergebnisse rund um neue Verfahren für die automatische Erschließung von multimedialen Inhalten, wie Texten, Bildern, Audio- und Video-Daten. Das Team des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS stellt praktische Anwendungsbeispiele für die Erschließung von Text- und Audiodaten vor und zeigt, wie Unternehmen ihre Medienbestände über eine Diensteplattform in der Cloud erschließen lassen können.

Schnell auf wichtige Informationen zugreifen, sie digital archivieren, vernetzen und für die Wissenserschließung nutzen: Ein effizientes Informationsmanagement schafft Wettbewerbsvorteile für Unternehmen und hilft der Kultur- und Medienbranche, Wissensschätze digital zu bewahren und als neue Angebote zu verwerten. Im Forschungsprojekt CONTENTUS hat das Team des Fraunhofer IAIS neue Verfahren für die automatische Aufbereitung, Erschließung und semantische Anreicherung von multimedialen Inhalten entwickelt.
Schon heute setzen Medienhäuser und Verlage die innovativen Verfahren ein, um ihre Medienbestände zu erschließen und sie ihren Kunden über neue Angebote und Services zugänglich zu machen. Wirtschaftsunternehmen nutzen die Lösungen für ihre Informations- und Wissensmanagement. Auch die Deutsche Digitale Bibliothek wird künftig von den CONTENTUS-Ergebnissen profitieren.

Metadaten aus der Cloud – die CONTENTUS-Diensteplattform

Damit Millionen von Zeitungsseiten, tausende Stunden Videomaterial oder Terabytes an digitalen Unternehmensdokumenten überhaupt durchsuchbar und zum Beispiel online abrufbar werden, müssen sie erschlossen und mit Metadaten angereichert werden. Das ist bislang enorm zeitaufwändig und meist mit hohen Investitionskosten verbunden. Für eine schnelle und einfache Verarbeitung sorgt die „Diensteplattform Medienerschließung” des Fraunhofer IAIS. Sie stellt Analyseverfahren für digitalisierte Printmedien, Audiodaten und Videos zur On-Demand-Nutzung bereit. Unternehmen und Institutionen können die Services über eine Cloud-Struktur individuell und flexibel in Anspruch nehmen.

Damit senkt die Diensteplattform die Zugangshürden zur automatischen Medienerschließung auf technischer, organisatorischer und finanzieller Ebene. Grafische User Interfaces und dokumentierte Programmierschnittstellen erlauben eine einfache Bedienung. Anwender können Erschließungsverfahren in einer elastischen Hardware-Umgebung abgestimmt auf ihren Be­darf kom­binieren. Als offene Plattform arbeitet das System mit Stan­dardfor­maten, kann in eigene Anwendungen integriert werden und ermöglicht die Einbindung von zusätzlichen Verfahren der Medien­erschlie­ßung. Die Plattform, die das Beziehen von Metadaten aus der Cloud ermöglicht, befindet sich derzeit in der Invited-Beta-Phase.

Kultur und Wissensschätze online – der Einsatz in der Deutschen Digitalen Bibliothek

Mit der „Diensteplattform Medienerschließung” können Deutschlands Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen künftig auch ihre Bestände für die Vernetzung in der Deutschen Digitalen Bibliothek aufbereiten. Denn in der Deutschen Digitalen Bibliothek sollen langfristig alle Kultur- und Wissensschätze Deutschlands über das Internet verfügbar gemacht werden.

Die Diensteplattform des Fraunhofer IAIS wird es den beteiligten Einrichtungen erleichtern, ihre digitalisierten Bestände für den Einsatz in der Deutschen Digitalen Bibliothek zu optimieren. Dazu gehört etwa die qualitative Aufbereitung der Mediendaten und das Erkennen von Strukturen in den Daten – zum Beispiel über eine Seiten- und Artikelsegmentierung. Besonders wichtig ist jedoch auch die inhaltliche Erschließung und das Anreichern der Dokumente mit Metadaten für die Suche in der Deutschen Digitalen Bibliothek, zum Beispiel eine Spracherkennung in audiovisuellen Dokumenten oder eine Erkennung von Entitäten wie Orten oder Personen in den Inhalten.

Smart Semantics – Semantische Technologien für die Analyse unstrukturierter Textdaten

Die inhaltliche Erschließung von digitalen Dokumenten erfordert semantische Technologien, die das Fraunhofer IAIS ebenfalls im Kontext des THESEUS-Programms entwickelt hat. Mit „Smart Semantics” ist es möglich, wichtige Zusammenhänge in Texten zu finden und für neue Anwendungen zu nutzen. Anhand von zwei mobilen Apps zeigt das Team des Fraunhofer IAIS, wie die Technologien funktionieren: „Quote”, die erste Zitate-Suchmaschine Deutschlands, findet Zitate von Politikern, Sportlern, Managern und Stars in Nachrichtentexten und bündelt sie zu einem innovativen Recherchewerkzeug, zum Beispiel für die Markt- und Meinungsforschung. Die Gastro-App „Eat&Drink” verdichtet mehrere Tausend Meinungsäußerungen aus dem Web und zeigt die Besonderheiten von Restaurants, Cafés und Bars in den größten deutschen Städten auf einen Blick.

Von den Smart-Semantics-Technologien profitiert also nicht nur die Kultur- und Medienbranche, die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Besonders für Unternehmen sind die Techniken spannend, um Kundenfeedback effizient analysieren und für die Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen oder für die Steigerung der Kundenzufriedenheit nutzen.
THESEUS – Neue Technologien für das Internet der Dienste

Als einer von 60 Forschungspartnern im THESEUS-Programm war das Fraunhofer IAIS am größten Forschungsprojekt Deutschlands im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien beteiligt. THESEUS hatte zum Ziel, den Zugang zu Informationen zu vereinfachen, Daten zu neuem Wissen zu vernetzen und die Grundlage für die Entwicklung neuer Dienstleistungen und Geschäftsmodelle im Internet zu schaffen. Das Forschungsprogramm wurde 2007 gestartet und hatte eine Laufzeit von fünf Jahren sowie ein Gesamtvolumen von rund 200 Mio. Euro, die jeweils zur Hälfte vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und von den beteiligten Partnern aus Industrie und Forschung aufgebracht wurden.

Jetzt gilt es, die Ergebnisse aus dem THESEUS-Programm weiter in die praktische Anwendung zu bringen, damit der IKT-Standort Deutschland von den innovativen Lösungen profitiert. Das Fraunhofer IAIS hat seine CONTENTUS-Technologien bereits in zahlreichen Wirtschaftsprojekten eingesetzt und nutzt die Verwertungsergebnisse aus dem Forschungsprogramm, um Unternehmen in ihrem Informationsmanagement zu unterstützen und Kultureinrichtungen neue Wege zu altem Wissen zu bereiten und für die Erschließung von neuem Wissen zu ebnen.
CONTENTUS-Abschlussveranstaltung

Die beschriebenen CONTENTUS-Ergebnisse werden auf der Abschlussveranstaltung präsentiert:
Termin: 27. April 2012, 10.00 bis 16.30 Uhr
Ort: THESEUS-Innovationszentrum, Salzufer 6, 10587 Berlin

Die Teilnahme an der CONTENTUS-Abschlussveranstaltung ist kostenlos. Um Anmeldung per E-Mail an innovationszentrum@hhi.fraunhofer.de oder theseus@lhlk.de wird gebeten.
Weitere Informationen:

http://www.metadaten-aus-der-cloud.de
– Informationen und Testzugang Diensteplattform Medienerschließung

http://www.iais.fraunhofer.de/quote-app.html
– Informationen und Testzugang Quote-App

http://www.iais.fraunhofer.de/eatanddrink-app.html
– Informationen und Testzugang Eat&Drink-App

Katrin Berkler | Fraunhofer Institut
Weitere Informationen:
http://www.iais.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Content-Marketing: In der Praxis angekommen - Studie zu Content-Marketing-Strategien
15.07.2016 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie