Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet

20.04.2017

Die Verbreitung von Falschmeldungen, sogenannten „Fake News“, über das Internet ist ein hochaktuelles Problem. In sozialen Netzwerken kann sich Desinformation viral ausbreiten und so die öffentliche Meinung und das gesellschaftliche Stimmungsbild beeinflussen. Wissenschaftler am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern arbeiten an Systemen die helfen Falschmeldungen anhand von Bildern zu erkennen.

Laut einer Analyse von Buzzfeed befassten sich 23 der 50 erfolgreichsten US-Nachrichten-Fälschungen des vergangenen Jahres mit politischen Themen. Über 10 Millionen von insgesamt 21,5 Millionen Reaktionen und Kommentare mit einem Bezug zur Politik in den USA sollen laut der Untersuchung einen Fake News-Bezug haben.


NewsVerifier Add-on im Webbrowser

„Einhergehend mit der Fortentwicklung moderner Medien wird auch mit immer neuen Methoden und Werkzeugen versucht, diese zu manipulieren. Intelligente Technologien bieten wiederum vielfältige Ansätze, um dies zu erkennen oder entgegenzusteuern“, so DFKI-Forschungsbereichsleiter Professor Andreas Dengel.

Sein Team im Forschungsbereich Smarte Daten & Wissensdienste beschäftigt sich unter anderem mit „Digital Forensics“ - neuesten Methoden zur Detektion, Analyse und Auswertung von kriminellen Inhalten in sehr großen Datenbeständen sowie Verfahren zum Schutz vor betrügerischen Tätigkeiten in digitalen Medien und Kanälen.

Gefälschte Bilder als Indiz

Fake News im Internet werden oftmals mit falschen, aus einem anderen Kontext stammenden, oder manipulierten Bildern versehen. Für die DFKI-Wissenschaftler in Kaiserslautern ist dies der Ansatz sie zu entlarven. Gefälschte Meldungen sind auch für den Menschen oft nicht direkt zu erkennen. Dennoch gibt es verschiedene Merkmale, beispielsweise falsche Bilder, die einem kritischen Betrachter auffallen können.

„Unsere Methode kombiniert verschiedene Werkzeuge der Bilderkennung, um ein solches Verhalten zu simulieren“, so Dengel. Das prototypische System „NewsVerifier“ ist Erweiterung des Webbrowsers und für alle Quellen aus dem Internet nutzbar. Es läuft unauffällig im Hintergrund und schlägt verdächtige Bilder zur genaueren Überprüfung vor.

Kombination verschiedener Werkzeuge

„Die Funktionsweise des Systems beruht auf der Annahme, dass das Bildmaterial bereits zu einem früheren Zeitpunkt in einem anderen Zusammenhang publiziert wurde“, erklärt die Entwicklerin des Prototyps Sarah Elkasrawi. „Mit einer invertierten Bildersuche werden zunächst die ähnlichsten Fotos gesucht und deren Zeitstempel überprüft. Anhand der Übereinstimmungen und dem verknüpften Datum lässt sich feststellen, ob das Bild eventuell von einem früheren Ereignis stammt“, führt die DFKI-Forscherin weiter aus.

Darüber hinaus verfügt NewsVerifier über einen am DFKI entwickelten speziellen Bildidentifikationsalgorithmus. Dieser erkennt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ob Bilder manipuliert wurden. Dazu untersucht er inhaltliche Veränderungen zu ähnlichen Fotos. Eine weitere Funktion des Systems betrachtet den Text der Webseiten mit dem gefundenen Bildmaterial und filtert die wichtigsten Begriffe der Seite.

Mit diesem „Clustering“ genannten Prozess erhält der Benutzer einen schnellen Überblick über den Inhalt der Quelle und kann damit den Zusammenhang zwischen Bild und Text prüfen.

Zur Zeit arbeiten die Forscher an der Integration einer Personenerkennung, die automatisch erkennt, ob auf einem Foto auch tatsächlich die vorgegebene Person abgebildet ist oder diese als jemand anderes ausgegeben wird. Fortschritte erhoffen sich die Wissenschaftler zudem aus dem Einsatz von Deep Learning-Technologien, durch die das System Bildmanipulationen zukünftig noch besser erkennen soll.

Pressekontakt:
Unternehmenskommunikation DFKI Kaiserslautern
Leitung: Christian Heyer
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Trippstadter Straße 122
67663 Kaiserslautern
Tel.: 0631 20575-1710
E-Mail: uk-kl@dfki.de

Kontakt DFKI-Forschungsbereich Smarte Daten & Wissensdienste:
Prof. Dr. Prof. h.c. Andreas Dengel, Standortleiter DFKI Kaiserslautern
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Trippstadter Straße 122
67663 Kaiserslautern
Tel.: 0631 20575-1010
E-Mail: Andreas.Dengel@dfki.de

Weitere Informationen:

https://www.dfki.de/web/presse/pressemitteilung/2017/newsverifier

Vollständige Pressemitteilung mit Beispielen und Bildern auf www.dfki.de

Christian Heyer DFKI Kaiserslautern | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI
Weitere Informationen:
https://www.dfki.de/web/presse/pressemitteilung/2017/newsverifier

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Soundbar reduziert Höranstrengung
25.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte