Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Virtuelle Kamera verspricht neue TV-Perspektiven

19.04.2010
Zuseher beim Fußball am Feld oder bei Konzerten in der ersten Reihe

Das belgische Forschungsinstitut imec hat eine Videotechnologie entwickelt, die völlig neue Seher-Perspektiven bei Sport- und anderen Veranstaltungen verspricht. Die im Rahmen der NAB Show vorgestellte "imec Virtual Camera" verarbeitet dazu die Signale mehrerer HD-IP-Kameras derart, dass die Regie dem Zuseher einen beliebigen Blickwinkel bieten kann.

"Wenn man zum Beispiel ein Fußballfeld mit 20 positionsfesten IP-Kameras abdeckt, kann die virtuelle Kamera überall rund um und auch auf dem Platz positioniert werden", erklärt Bart van Poucke, imec Business Development Manager für den Bereich Smart Systems Design, gegenüber pressetext. So wird beispielsweise eine Schiedsrichter-Perspektive möglich, aber auch ein virtueller Sitz in der ersten Reihe bei einem Rockkonzert.

Vielseitig einsetzbar

Ein großer Vorteil der iVC ist dem Forschungsinstitut zufolge, dass sie nicht wie andere Lösung auf eine Sportart zugeschnitten sei. Vielmehr könne sie leicht für ein breites Spektrum von Events von Ballet über Tennis und Fußball bis hin zu Rockkonzerten genutzt werden. Im Prinzip sei jede Sportart möglich, die auf einer ebenen Oberfläche ausgetragen wird. "Bei Autorennen wäre allerdings eine unrealistisch hohe Kamerazahl erforderlich", meint van Poucke.

Denn um eine Rennstrecke ausreichend gut abzudecken, währen wohl alle 100 Meter zehn Kameras erforderlich, wohingegen van Poucke zufolge 15 bis 20 Stück für eine Konzertbühne genügen. Ballsportarten bewegen sich in einem ähnlichen Bereich und das theoretische Minimum für kleine Events wären nur fünf Kameras. "Intern konstruieren wir dann eine Tiefenkarte aller Objekte und kennen in diesem Sinne ihre Position im dreidimensionalen Raum", so der imec-Mitarbeiter.

Neue Perspektiven

Mithilfe dieses Zugangs kann ein Regisseur dann für das TV-Bild beliebige Blickrichtungen nutzen und den Zuseher so nahe ans Geschehen bringen, wie er will. So könnte beispielsweise einer Balletttänzerin ganz genau auf die Zehen geschaut werden. Beim Fußball wiederum wird es möglich, dem Stürmer beim Torschuss quasi auf der Schulter zu sitzen oder als Seher die oft umstrittene Schiedsrichterperspektive zu erleben.

Zur diesjährigen Weltmeisterschaft in Südafrika sollten Fußballfans allerdings noch nicht auf derartige Möglichkeiten hoffen. Denn die imec Virtual Camera ist noch ein Prototyp, wenngleich sich das möglichst bald ändern soll. "Wir suchen derzeit einen Pilotkunden. Das wird uns erlauben, den Zeitpunkt des endgültigen Produktstarts genauer einzuschätzen", sagt van Poucke.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.imec.be
http://www.nabshow.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie