Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Virtuelle Ärztebesprechung

01.12.2009
Telemedizin vereinfacht die Kommunikation zwischen Hausärzten, Krankenhäusern und Pflegediensten – doch die bisher verfügbaren Lösungen sind wenig flexibel und daher sehr teuer. Eine neue Software lässt sich an unterschiedliche Anwendungen anpassen.

Die Wunde des Diabetes-Patienten heilt schlecht. Damit die Behandlung anschlägt, sollte sich der Hausarzt mit Fachkollegen und Pflegepersonal abstimmen: Welche Behandlung eignet sich am besten?

Die Dateien mit den Diagnosen per Mail zu verschicken und dann am Telefon zu beratschlagen, ist recht aufwändig. Telemedizin könnte die Kommunikation erleichtern und die räumlichen Distanzen leichter überbrücken. Bislang hat sich jedoch noch keine Lösung am Markt etabliert.

»Die heute verfügbaren Programme sind meist Einzellösungen, die sich nicht so einfach auf andere Anwendungsszenarien übertragen lassen«, sagt Oliver Koch vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST. Die Software müsste also für jede Anwendung neu programmiert werden, was aufwändig und teuer ist.

Forscher am ISST haben nun in Kooperation mit dem Evangelischen Krankenhaus Witten eine Software entwickelt, die eine einfache und kostengünstige Abstimmung ermöglicht. »Unser Programm ist modular aufgebaut – es gibt Basisdienste und ergänzend dazu individuelle Fachanwendungen«, erklärt Koch. Für grundlegende Programmfunktionen wie eine Barcodeerkennung nutzen die Wissenschaftler existierende Open-Source-Lösungen. Diese lassen sich leicht an spezifische Fachanwendungen anpassen; der Programmierer muss dazu lediglich einige Parameter verändern.

Mit Hilfte der Software findet in Witten eine wöchentliche »Wundkonferenz« statt, in der Ärzte problematische Wundheilverläufe vorstellen und Therapiemaßnahmen diskutieren. Über einen Link kann sich der Arzt registrieren und das Programm herunterladen – ein Installationsassistent unterstützt ihn dabei. Nachdem er die Einwilligung des Patienten eingeholt hat, gibt er dessen Daten in eine Maske ein, unter anderem eine Beschreibung der Wunde und Laborbefunde. An-schließend lädt er Fotos der Wunde hoch. Dazu nutzt er einen Barcode, den er zusammen mit der Wunde fotografiert. Der Barcode ordnet die Bilder automatisch der Patientenakte zu. Bei Bedarf kann der Arzt immer wieder aktuelle Fotos hinzufügen. Verläuft der Heilungsprozess gut?

Mit einem Klick können sich die Konferenzteilnehmer die Fotos als Serie anzeigen lassen. Zusätzlich filtert die Software automatisch neue Informationen über den Therapieverlauf heraus. Alle Daten werden zentral auf dem Server im Krankenhaus Witten abgespeichert. Bislang wurden bereits über 300 Fälle in dem virtuellen Netzwerk dokumentiert. Nun wollen die Forscher den Fundus an Basisdiensten erweitern und Anforderungen an neue Dienste evaluieren.

Oliver Koch | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2009/12/virtuelle-aerztebesprechung.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Zwischen Filterblasen, ungleicher Sichtbarkeit und Transnationalität
06.12.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

nachricht Soundbar reduziert Höranstrengung
25.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie