Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TV-Werbung: Kurze Spots genauso effektiv

25.08.2009
Forscher: 15-Sekunden-Beiträge bisher weit unterschätzt

Kurze TV-Spots mit einer Länge von 15 Sekunden sind genauso effektiv wie das gängige, etablierte Format von 30 Sekunden. Bisher herrschte in der Branche der Glaube, kürzere Spots seien weniger erfolgreich. Eine aktuelle australische Studie räumt mit diesem Vorurteil nun jedoch auf. Wie Forscher des Ehrenberg Bass Institute for Marketing Science herausgefunden haben, wirken die kurzen 15-Sekunden-Werbebeiträge im Grunde genauso gut wie lange Spots und werden meist gleichermaßen in Erinnerung behalten.

Hinzu kommt, dass die kurzen Spots naturgemäß auch geringere Kosten verursachen, was für Unternehmen und Werbetreibende gerade in Krisenzeiten nicht unerheblich ist. Laut Jenni Romaniuk, eine der Studienautorinnen, sind 15-Sekunden-Spots die gängigste Alternative zu den 30-Sekunden-Werbungen, allerdings wurden sie bisher immer als minderwertig angesehen. Im Zuge der Untersuchungen schauten die Studienteilnehmer unter natürlichen Bedingungen diverse TV-Spots an und wurden danach auf die Punkte Erinnerung, Sympathie und korrekte Marken-Identifikation getestet. Im Vergleich schnitten die kürzeren Spots bei Erinnerung und Sympathiewerten zu 80 bis 90 Prozent genauso erfolgreich ab wie die langen. Die Markenidentifikation erzielte darüber hinaus ein vollkommen gleichwertiges Ergebnis.

"Es gibt die allgemeine Annahme, dass 30-Sekunden-Werbung mehr Raum bietet, um eine Geschichte zu kreieren, eine Nachricht zu übermitteln und Markenbindung zu schaffen", so Romaniuk. Die Werbetreibenden würden ihre Kampagnen meist mit den langen Spots beginnen und später auf einen 15-Sekunden-Beitrag kürzen, um Kosten zu sparen. Dass die längeren Werbespots generell durch kürzere ersetzt werden, scheint in der TV-Branche hierzulande derzeit jedoch noch kein Thema zu sein. Auch hier gilt nach wie vor die Annahme, die kurzen Werbebeiträge könnten nicht dieselbe Wirkung erzielen, wie auch Cordelia Wagner, Unternehmenssprecherin der Vermarktungsgesellschaft IP Deutschland gegenüber pressetext bestätigt. "Einen 15-Sekunden-Spot zu schalten, erscheint tatsächlich ungewöhnlich, weil die Werbebotschaften in der Regel in so kurzer Zeit nicht adäquat übermittelt werden können."

Laut den australischen Untersuchungsergebnissen, ist das Schalten von langen Spots aber nicht unbedingt notwendig. Kate Newstead, zweite Studienautorin, zeigt sich davon überzeugt, dass die Werbetreibenden hier viel Geld sparen könnten. "15-Sekunden-Spots sind billiger als 30-Sekunden-Spots - in der Regel kommen sie nur auf 80 Prozent des Preises oder weniger - und sie sind günstiger in der Produktion", so die Forscherin. Die kürzeren Spots könnten dazu eingesetzt werden, eine Marke noch häufiger zu präsentieren als mit langen Werbeschaltungen. Die Studienergebnisse könnten theoretisch zwar auch auf eine schlechte Markenführung bei den längeren Spots zurückzuführen seien, warnt Newstead. "In jedem Fall aber zeigt die Untersuchung aber, dass die Werbetreibenden den 30-Sekunden-Spot als absolutes Muss in ihren Kampagnen überdenken sollten."

Claudia Zettel | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.marketingscience.info

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie