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TU Ilmenau entwickelt App für effektiven Personennahverkehr

13.03.2013
Um eine möglichst rasche, effektive und bequeme Beförderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ermöglichen, entwickeln Wissenschaftler der Technischen Universität Ilmenau ein innovatives elektronisches System.
Das Dynamische Agendaplanungssystem „Dynapsys“, das künftig auch als App für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablet-PCs zur Verfügung stehen wird, ermöglicht eine an die individuellen Bedürfnisse der Fahrgäste angepasste einfache und flexible Tür-zu-Tür-Beförderung mit Bussen und Bahnen.

In dem soeben gestarteten Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Heidi Krömker integrieren Wissenschaftler des Fachgebiets Medienproduktion der TU Ilmenau nicht nur Fahrplandaten von Bussen und Bahnen, sondern zum Beispiel auch Öffnungszeiten von Geschäften, Veranstaltungstermine und Ortsinformationen. Vor allem Menschen in Ballungsgebieten werden so individuell bei der Planung und Erledigung ihrer täglichen Aufgaben unterstützt und erheblich entlastet.
Um die Fahrgäste direkt zu erreichen, werden die Informationen zur optimalen Beförderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln über alle heute genutzten mobilen Endgeräte wie Smartphones und Tablet-PCs übermittelt. Dynapsys ist damit ein jederzeit und überall einsetzbares einfaches und intuitives System für Jung und Alt. An dem Forschungsprojekt, das vom Bundeministerium für Wirtschaft und Technologie mit insgesamt 2,4 Millionen Euro für dreieinhalb Jahre gefördert wird, ist neben der TU Ilmenau die TU Dresden, die IT-Firma für Logistik-Softwarelösungen SALT Solutions GmbH und die Regionalbus Braunschweig GmbH beteiligt.

Viele Menschen empfinden den öffentlichen Personenverkehr heutzutage als Stress- und Unsicherheitsfaktor. Trotzdem müssen sie jeden Tag Busse und Bahnen nutzen, um sich von A nach B zu bewegen und verschiedenste Aufgaben zu erledigen: die tägliche Fahrt zur Arbeit, Arztbesuche, Geschäftsreisen oder Freizeitaktivitäten wie der Konzertbesuch oder die Urlaubsreise. Oft müssen diese Aufgaben kombiniert werden, zum Beispiel möchte man nach der Arbeit zuerst das Kind von der Krippe zur Oma bringen, um dann zum Einkaufen und anschließend zum Sport zu gehen. Die überaus komplexe Planung solcher Wegstrecken wird derzeit noch „per Hand“ gemacht, was sich oft schwierig gestaltet.
Beispielsweise ist das Zeitfenster für den Einkauf begrenzt, weil der Lebensmittelladen schließt oder das Tiefkühlgemüse in den Kühlschrank muss. Die manuelle Zeit- und Wegeplanung mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird noch zusätzlich durch verschiedene Faktoren erschwert: Zum Beispiel kennt man nicht den aktuellen Busfahrplan, geschweige denn Ersatzhaltestellen oder Baustellen. Oder es können unvorhersehbare Störungen auftreten, etwa der wetter- oder pannenbedingte Ausfall der Straßenbahn, was Anschlussverbindungen gefährdet. Zudem müssen Reisende oft Strecken überbrücken, für die es gar keinen öffentlichen Personenverkehr gibt oder aber die Zeitspannen zum Umsteigen sind sehr groß, etwa nachts oder in ländlichen Gebieten. Für viele ist die Lösung klar: Sie steigen um aufs Auto – Verkehrsplaner prognostizieren bereits den Kollaps auf Deutschlands Straßen.

Das Dynamische Agendaplanungssystem „Dynapsys“ stellt Fahrgästen jeden Alters über die mobile App einfach abrufbare, bedienfreundlich und stets aktuell die für sie wichtigen Informationen bereit: Fahrpläne, Park & Ride-Möglichkeiten, Öffnungszeiten öffentlicher Einrichtungen usw. Mit dem System sind selbst interaktive Angebote denkbar, etwa zur schnellen Rückmeldung durch die Nutzer, wenn sie zum Beispiel einen Rufbus anfordern möchten. Umgekehrt werden die öffentlichen Verkehrsbetriebe mit diesem Wissen über die Bedürfnisse ihrer Fahrgäste in die Lage versetzt, bedarfsgerechte, auf die Fahrgäste individuell zugeschnittene Angebote zu entwickeln. Ihr Vorteil: Die Kunden sind zufriedener und weil sie Busse und Bahnen häufiger nutzen, sind diese besser ausgelastet.
Die Forschergruppe um Prof. Heidi Krömker erwartet, dass das neue System der TU Ilmenau für die Verkehrsbetriebe schon im ersten Jahr nach der Einführung kostendeckend arbeiten wird. Binnen fünf Jahren könnte das System von 20 Prozent aller deutschen Verkehrsbetriebe, das sind 90 Unternehmen, angeboten werden, womit über 2,1 Milliarden Fahrgäste pro Jahr erreicht würden. Diese Prognose bezieht sich auf aktuelle jährliche Fahrgastzahlen. Steigen wegen der durch Dynapsys erhöhten Attraktivität öffentlicher Verkehrsmittel Autofahrer auf Busse und Bahnen um, kommen noch mehr Fahrgäste mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequem und rasch ans Ziel – für die Verkehrsbetriebe, die wegen schlechter Auslastung oft rote Zahlen schreiben, eine lohnende Perspektive.

Kontakt:
Prof. Dr. Heidi Krömker
Leiterin Fachgebiet Medienproduktion
TU Ilmenau
Telefon: 03677 69-2883
Email: heidi.krömker@tu-ilmenau.de

Bettina Wegner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de

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