Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tageszeitungen im Forschungsfokus

11.06.2012
Tageszeitungen: Old media ready for new media

FH St. Pölten untersucht Geschäftsmodelle und Innovationen österreichischer Tagesmedien im digitalen Zeitalter

Die Geschäftsstrategien von Tageszeitungen in Zeiten der Digitalisierung werden im Rahmen einer Studie der Fachhochschule St. Pölten untersucht. Ziel ist es, die Erfolgsentwicklung von Geschäftsmodellen zu analysieren, die unterschiedliche Nutzungen digitaler Kanäle vorsehen. Erste Ergebnisse wurden vor kurzem erstmals der Fachöffentlichkeit auf der "World Media Economics & Management Conference" in Thessaloniki, Griechenland vorgestellt.

Die Digitalisierung hat die Medienbranche in den letzten 15 Jahren verändert: Egal ob Print, Internet oder Applikation am Smartphone - die technischen und inhaltlichen Voraussetzungen verschiedener Medienkanäle gleichen sich immer mehr an. Dieser als Konvergenz bezeichnete Prozess verändert und fordert traditionelle Geschäftsmodelle von Nachrichtenmedien heraus. "Unsere Studie untersucht unterschiedliche Strategien, mit denen Medienunternehmen in Österreich den neuen Anforderungen begegnen. Konkret fragen wir danach, wo Zeitungsverlage neue Innovationen für konvergente Plattformen suchen und welches die Elemente von neuen Geschäftsmodellen der Tageszeitungen sind", erläutern Prof. (FH) Dr. Jan Krone und Mag. (FH) Johanna Grüblbauer vom Institut für Medienwirtschaft an der FH St. Pölten. Die Ergebnisse der Studie werden Verantwortlichen neue Ansatzpunkte für Geschäftsstrategien und -strukturen am dynamischen Medienmarkt liefern.

Tatsächlich stillen die Österreicher ihren News-Bedarf zunehmend am Computer oder mobilen Device: Plattformen wie "krone.at" oder "derstandard.at" stehen auf dem täglichen "Nachrichten-Radar". "Medien, die Bedürfnisse der Leserinnen und Leser nach digitalen Inhalten berücksichtigen, erfreuen sich nahezu dreimal so vieler Online- wie Print-Leserinnen und -Leser. Das zeigen Erhebungen, in denen das Leseverhalten über einen Monat analysiert wurde", so Grüblbauer und Krone. Zahlreiche Tagesmedien haben diesen Trend bereits bemerkt und entwickeln entsprechend neue Produkte und Services. Dabei sind die Motivationen unterschiedlich, ergänzen die beiden Forscher der FH St. Pölten: "Teilweise werden Online-Präsenzen von Tageszeitungen als Erweiterung der Marke gesehen, teilweise als eigener Geschäftszweig."

CASH AND CONTENT

Österreichweit buhlen derzeit 18 Tageszeitungen um das Leseinteresse der 8,6 Mio BürgerInnen Österreichs. Deren stabile Auflagezahlen verraten dabei jedoch nicht alles über den Wandel am Markt: "Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass ein signifikanter Anteil der Tageszeitungen Gratiszeitungen sind, die ihre Umsätze nicht mit Inhalten, sondern mit Werbeeinnahmen erzielen. Bereits im Jahr 2010 betrug ihr Anteil an der Gesamtauflage österreichischer Tageszeitungen ein Fünftel, derzeit ist bereits mit rund einem Drittel zu rechnen", so Grüblbauer und Krone. Traditionelle Geschäftskonzepte von Tageszeitungen, die ausschließlich auf dem Verkauf von publizistischen Inhalten in nur einem Medien-Kanal wie z.B. Print basieren, geraten zunehmend unter Handlungszwang. Für die Studie wurden aus den 18 Tageszeitungen in Österreich acht Verlage, die konvergent publizier(t)en, ausgewählt. Einzelinterviews mit verantwortlichen Stellen liefern Aufschlüsse über Werbemaßnahmen, Konvergenz-Folgen, Investitionen, operationale Kosten, Einnahmen und Profit der Medienunternehmen.

Bereits die ersten Zahlen der Studie, die noch bis 2013 läuft, belegen: Die von Focus MR ermittelten Bruttowerbeeinnahmen von Print-Tageszeitungen, 2011 EUR 983,8 Mio und damit 25,6% des nationalen Werbemarktes, blieben in den vergangenen Jahren insgesamt stabil. Im Online-Bereich fielen die Bruttoeinnahmen laut Focus MR Angaben nach 2010 (EUR 133,7 Mio) wieder auf das Level von 2009 (EUR 115,8 Mio) zurück und machten EUR 118,6 Mio und damit 3,1% des gesamten österreichischen Werbemarktes aus. Allerdings, so deuten erste Zwischenergebnisse der Studie an, steigen die Investitionen im Online-Bereich und die Prognosen sind überwiegend optimistisch. Einen der möglichen Gründe sehen Krone und Grüblbauer in dem zum Teil beachtlichen Profit-Potential: "In einem der von uns analysierten Medienbetriebe trugen Konvergent-Publikationen 20% zum Gewinn bei - bei nur 10% Anteil am Umsatz. Das ist erfolgversprechend". Die ersten Zwischenergebnisse deuten somit an, dass mit einem durchdachten Geschäftskonzept der Medienwandel auch durch Old Media zu bewältigen ist.

Das Projekt "Convergence and Business Models - Innovations in daily newspapers" wird gemeinsam mit der Humboldt Universität Berlin, dem Aleksanteri Institute, der University of Helsinki und der Lomonosow Universität Moskau durchgeführt und durch eine Reihe von Drittmittelgebern unterstützt. Die länderübergreifende Zusammenarbeit mit renommierten Universitäten wird eine einheitliche Basis für den Ländervergleich ermöglichen.

Über die Fachhochschule St. Pölten
Die Fachhochschule St. Pölten ist Anbieterin praxisbezogener und leistungsorientierter Hochschulausbildung in den Themengebieten Medien, Informatik, Verkehr, Gesundheit und Soziales. In mittlerweile 16 Studiengängen werden rund 2.000 Studierende betreut. Neben der Lehre widmet sich die FH St. Pölten intensiv der Forschung. Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt innerhalb der Kompetenzfelder Medientechnik, Medienwirtschaft, IT-Sicherheit, Simulation, Schienenverkehr, Gesundheit und Soziales. Es erfolgt ein stetiger Austausch zwischen Studiengängen und Instituten, in denen laufend praxisnahe und anwendungsorientierte Forschungsprojekte entwickelt und umgesetzt werden.
Wissenschaftlicher Kontakt:
Mag. (FH) Johanna Grüblbauer
Prof. (FH) Dr. Jan Krone
Fachhochschule St. Pölten
Institut für Medienwirtschaft
Matthias-Corvinus-Str. 15
3100 St. Pölten
T +43 / (0)2742 / 313 228 - 420
E johanna.grueblbauer@fhstp.ac.at
E jan.krone@fhstp.ac.at
W http://www.fhstp.ac.at/imw
Redaktion & Aussendung:
PR&D - Public Relations für Forschung & Bildung Mariannengasse 8
1090 Wien
T +43 / (0)1 / 505 70 44
E contact@prd.at
W http://www.prd.at

Dr. Katharina Schnell | PR&D
Weitere Informationen:
http://www.fhstp.ac.at/presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie