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Realitätsnahe Werbung erobert TV

06.04.2009
Britischer Markt setzt verstärkt auf Doku-Spots

Zunehmend mehr Unternehmen setzen auf realitätsnahe Werbespots, um ihre Glaubhaftigkeit zu erhöhen. Insbesondere in Großbritannien versuchen die Werbetreibenden, sich angesichts der Wirtschaftskrise mit dokumentationsartigen Spots seriöser und "ehrlicher" zu präsentieren.

Wie der Guardian berichtet, sind bereits zahlreiche große Marken - darunter B&Q, NatWest, Sharewoods und KFC - auf den Trend aufgesprungen und bewerben ihre Produkte im TV möglichst wirklichkeitsnah. Auch in Deutschland zeige sich derzeit eine Tendenz zu nutzenbezogener Werbung. Einen handfesten Trend zu Doku-Spots gibt es laut Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW), jedoch nicht.

"Bei Doku-artiger Werbung kann schnell der Vorwurf kommen, eine Kampagne sei irreführend. Im Gegensatz zu Großbritannien gibt es hierzulande ein Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, das unter anderem vorschreibt, dass die Werbung nicht in die Irre führen darf", erklärt Nickel im Gespräch mit pressetext.

Gerade in Zeiten der Krise würde häufig der klare Nutzen eines Artikels oder einer Marke hervorgehoben. "Dennoch wird auf das Emotionale, zumindest in Deutschland, nicht verzichtet. Ich denke daher auch, dass Doku-Spots wie in Großbritannien auch in Zukunft hierzulande keine große Rolle spielen werden", so Nickel weiter. Bereits in den 80er Jahren habe es eine noch schärfere Variante der dokumentationsartigen Werbung in Deutschland gegeben. Damals waren in einem Werbespot von einem "Nachrichtensprecher" Produktmeldungen verlesen worden. Von dieser Werbeform sei man allerdings schnell wieder abgekommen. "Es steht zudem immer die Frage im Raum, ob so etwas dem Zuseher überhaupt irgendwie zusagt", meint Nickel.

Was in Deutschland trotz Fokus auf Nutzen und Fakten nicht in einer Werbe-Dokumentationswelle ausartet, scheint in Großbritannien derzeit jedoch sehr beliebt zu sein. Vor allem im Lebensmittel- und Kochbereich lehnen sich die Werbetreibenden derzeit gerne nahe an der Realität bzw. am Vorbild von herkömmlichen Kochshows an.

Ob diese Werbeform letztlich tatsächlich den gewünschten Erfolg beim Konsumenten bringen wird, ist aber auch auf der britischen Insel noch nicht abzuschätzen. Nichtsdestotrotz versuchen sich dort auch insbesondere Banken und Finanzinstitute an möglichst realitätsnahen Doku-Kampagnen. Damit soll in erster Linie neues Vertrauen und neue Glaubwürdigkeit erzeugt werden ohne dabei zu sehr zu übertreiben. Ob ein Doku-Spot jedoch wirklich mehr Vertrauen schafft als andere, emotionalere oder verspieltere Werbeformen ist auch in diesem Bereich ungewiss.

Claudia Zettel | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.zaw.de

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