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Plattform übergreifendes Entertainment: eine Show für drei Medien

07.09.2009
Unterhaltungs- und Kommunikationsanwendungen sollen in naher Zukunft auf universellen Medienplattformen angeboten werden. Die notwendigen Technologien, um interaktive Dienste gleichermaßen am Fernseher, am PC wie auch am Handy bereitzustellen, entwickelt derzeit Fraunhofer FOKUS, das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme.

Erste Einblicke wie sich diese Technologien in Plattform übergreifende Anwendungen umsetzen lassen, geben die Forscher von Fraunhofer FOKUS auf der weltgrößten Messe für Consumer Electronics IFA 2009 in Berlin: Dort demonstrieren sie die Integration von TV- und Internet-Diensten in unterschiedliche Endgeräte mit Hilfe des "Web-basierten IPTVs".

Sie präsentieren die Koppelung von Fernsehen, PC und Handy anhand des Exponates "Web over 3 screens", und zeigen wie man Anwendungen mit dem Empfehlungssystem "SMART Recommendations Engine" auf individuelle Interessen abstimmen kann. "Die von uns entwickelten Lösungen, wie die 'IPTV Media Client Suite' oder 'Mobile Web Runtime 2', basieren auf Web-Technologien.

Deren offene Schnittstellen ermöglichen zum Beispiel TV-Dienste oder eCommerce Services personalisiert und plattformübergreifend einzusetzen. Zugleich kann der Endnutzer über verschiedene Endgeräte mit den Anwendungen interagieren", erklärt Dr. Stephan Steglich, Leiter des Kompetenzzentrums Future Applications and Media (FAME) bei Fraunhofer FOKUS. Darüber hinaus richten sich die Technologien nach den Vorgaben international gültiger Standards und ermöglichen so einen flexiblen und vielseitigen Einsatz.

"Alle Dienste lassen sich über den Web-Browser erreichen und erschließen neue Formen der Medienverwendung für die Unterhaltungselektronik, was sie gleichermaßen interessant macht für Netz-Provider, Dienste- und Anwendungsanbieter, wie auch für den Endkunden", sagt Dr. Steglich. - Initiieren medienübergreifender Dienste - Werbetreibende können durch den kombinierten Einsatz von Fernseher, Mobiletelefon und Internet ihre Werbespots mit interaktiven Komponenten ausstatten.

Für Fernseh-Zuschauer besteht zum Beispiel die Möglichkeit, ergänzende Informationen zum laufenden TV-Programm einzublenden - etwa Resultate von Sportwettkämpfen oder Informationen über die Athleten. Darüber hinaus kann man mit Mobiltelefon oder PC interaktiv am Inhalt mitwirken und diesen beeinflussen.

Eine Voraussetzung dafür ist die angepasste Darstellung von Webanwendungen auf verschiedenen Endgeräten, wie sie die Forscher anhand des virtuellen Kartenspiels Scatter Poker zeigen: Der Pokertisch und gemeinsam genutzte Karten sind für alle Pokerteilnehmer auf dem Fernsehbildschirm sichtbar, während das eigene Blatt nur auf den persönlichen Endgeräten, wie Mobiltelefon oder Notebook, der Spieler gezeigt wird. - Intelligentes Filtern von Inhalten - Um Dienste zu personalisieren, entwickeln die Forscher derzeit die "SMART Recommendations Engine". Das elektronische Empfehlungssystem soll den Anwender beim Herausfiltern von Information unterstützen, die für ihn persönlich und die jeweilige Situation relevant sind: Intelligente Algorithmen analysieren beispielsweise, welche auf dem Mobiltelefon bereitgestellten Dienste bevorzugt genutzt, oder welche Fernsehsendungen mit Vorliebe angesehen werden. Sucht der Benutzer etwa ein Restaurant für den Wochenendausflug oder einen Blockbuster für den Fernsehabend, fließen die persönlichen Interessen in die Empfehlungen mit ein. Fraunhofer FOKUS - Kompetenzzentrum FAME: Fraunhofer FOKUS bündelt im Kompetenzzentrum Future Applications and Media (FAME) die technische Expertise zur Realisierung zukunftsweisender Multimediadienste.

Die Kompetenzen liegen auf den Schlüsseltechnologien IPTV, Rich Media Entertainment, Universal Services Terminal Middleware sowie Mobile Web und Service Mashups. Ergänzt wird dieses Portfolio durch Echtzeitinteraktion im Web, Web-Telco Interworking und Recommendation Frameworks. "Intelligente Dienste und Anwendungen zur Verfügung zu stellen - auf jeder Plattform, zu jeder Zeit und an jedem Ort" - das ist die Vision des Kompetenzzentrums FAME.

Hauptakzent ihrer Forschung setzten die rund 50 Mitarbeiter auf die Entwicklung von zukunftsweisenden Lösungen für den Einsatz in der sich schnell verändernden Landschaft aus Medien- und Telekommunikationsdiensten.

Kontakt:
Dr. Stephan Steglich
Leiter Kompetenzzentrum Future Applications and Media (FAME)
Fraunhofer FOKUS
+49 (0)30 3463 7373
stephan.steglich@fokus.fraunhofer.de

Eva Sittig | idw
Weitere Informationen:
http://www.fokus.fraunhofer.de

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