Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das passt: Fabrik, Technologie, Produkt

08.06.2010
Die neue Online-Plattform „FTPlive“ aus dem Produktionstechnischen Zentrum der Leibniz Universität Hannover (PZH) verbindet Fabrik-, Technologie- und Produktplanung. Sie erleichtert den Akteuren die Zusammenarbeit und optimiert die Planung.

Ein neues Produkt muss produzierbar sein. Ganz so trivial, wie sich der Satz liest, ist es nicht. Gewicht oder Abmessungen eines neuen Produkts oder der benötigten Maschinen können die Auslegung der Fabrik übersteigen, schnelle Variationsabfolgen die Wandlungsfähigkeit der Fabrik überstrapazieren.

Sowohl Produkt- und Technologieplaner als auch Fabrikplaner sollten jeweils ihren Teil dazu beitragen, dass eine neue Fabrik den Erfordernissen auch künftiger Produktpaletten genügt. Andererseits dürfen nur solche Produkte entwickelt werden, die die Restriktionen bestehender Fabrikanlagen berücksichtigen.

„Die Schnittstelle zwischen diesen Planern ist entscheidend“, erläutert Benjamin Hirsch, Wirtschaftsingenieur am Institut für Fabrikanlagen und Logistik (IFA) und Mit-Entwickler der neuen Plattform. „Das gilt besonders für die Planung einer neuen Fabrik. Meistens wird dafür ein Projektteam aus externen und internen Planern zusammengesetzt, die aus den verschiedenen Blickwinkeln das entsprechende Know-how zusammentragen.“ Der Austausch einzelner Informationen und die Abfolge der Planungsschritte, ergänzt Tim Klemke, wie Hirsch Mit-Entwickler und ebenfalls Wirtschaftsingenieur am IFA, müsse perfekt ineinandergreifen, um ein optimales Ergebnis zu bekommen.

Die Plattform der beiden Ingenieure erleichtert die Zusammenarbeit und ermöglicht allen Beteiligten zu jedem Zeitpunkt die Übersicht, an welcher Stelle noch Informationen eingefordert oder geliefert werden müssen. Und das online: Egal, wo die einzelnen Planer arbeiten, sie können von überall auf den aktuellen Projektablauf und -zustand zugreifen, der auf einem Server hinterlegt ist. Ein Übersichtssystem mit Ampelsymbolen macht schon auf den ersten Blick deutlich, wo die Planung möglicherweise hängt.

FTPlive baut zum einen auf einem Forschungsprojekt auf, in dem die Wissenschaftler vom Institut für Fabrikanlagen und Logistik gemeinsam mit Wissenschaftlern vom ebenfalls am PZH ansässigen Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) die wechselseitigen Anforderungen von Produkt-, Technologie- und Fabrikplanung erforscht, optimiert und dokumentiert haben.

Zum anderen basiert es auf der VDI-Richtlinie 5200 „Fabrikplanung – Planungsvorgehen“, die der Leiter des IFA, Prof. Peter Nyhuis, als Leiter des Fachausschusses Fabrikplanung innerhalb der VDI-Gesellschaft Produktionstechnik im vergangenen Jahr federführend verfasst hatte. Das Ziel dieser Richtlinie, die bereits vor ihrem Erscheinen ausgezeichnet worden war, ist es, Planungswissen in übersichtlicher Form zur Verfügung zu stellen. „Eine schlecht durchdachte Fabrik“, so Nyhuis, „lastet als Hypothek ewig auf der Produktion. Deshalb ist es ein großer Gewinn, dass die Richtlinie jetzt auch in ein Online-Tool einfließt und auch die anderen Planer im Prozess berücksichtigt werden. Fabrikplanungswissen wird damit noch praxisnäher und leichter zugänglich.“

Pressestelle
Leibniz Universität Hannover
Welfengarten 1
30167 Hannover
Tel. : 0511/762-5342
Fax : 0511/762-5391
mailto:info@pressestelle.uni-hannover.de

| Leibniz Universität Hannover
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Berichte zu: Fabrikanlage Fabrikplanung IFA Logistik Nyhuis Plattform Produktpiraterie Richtlinie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Soundbar reduziert Höranstrengung
25.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

Ecology Across Borders: International conference brings together 1,500 ecologists

15.11.2017 | Event News

Road into laboratory: Users discuss biaxial fatigue-testing for car and truck wheel

15.11.2017 | Event News

#Berlin5GWeek: The right network for Industry 4.0

30.10.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften