Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pädophilen-Erkennung im Web vor Durchbruch

02.06.2010
Software kann Alter von Chattern besser beurteilen als Kinder

Wissenschaftler an der University of Lacaster arbeiten an einer Software, die automatisch Pädophile im Web erkennt. In einem mehrmonatigen Chat-Experiment in Zusammenarbeit mit einer nordwestenglischen Schule haben die Forscher gezeigt, dass ihre Software mit über 90-prozentiger Treffsicherheit beurteilen kann, ob es sich beim Gesprächspartner in Wirklichkeit um einen Erwachsenen handelt.

"Wir müssen sicher noch weitere Tests durchführen, aber das ist wirklich vielversprechend", freut sich der Informatikprofessor Awais Rashid und Leiter des Projekts Isis im Gespräch mit pressetext. Denn Kinder haben dem Experiment zufolge große Probleme, entsprechende Täuschungen zu durchschauen. Die automatisierte Sprachanalyse soll helfen, sie vor Pädophilen zu schützen.

Präziser als die Kinder selbst

"Pädophile geben sich online oft als Kinder aus und unsere Arbeit zeigt, dass Kinder Schwierigkeiten haben, das zu erkennen", erklärt Rashid. Nicht einmal jeder fünfte Schüler konnte beim Experiment das Alter von Chat-Partnern richtig einschätzen. Das liegt an den simplen Entscheidungsmethoden der Kinder. "Sie verlassen sich auf Themengebiet, Slangausdrücke oder sogar einfach auf Dinge wie die eigenen Angaben einer Person, ob sie erwachsen oder ein Kind ist", betont Rashid. Selbst 17-Jährige hätten noch Probleme, Kinder und Erwachsene zu unterscheiden.

Diese Ergebnisse unterstreichen auch die potenzielle Bedeutung eines automatisierten Erkennungssystems. Die Analyse-Software nutzt typische Sprachmuster, um zu beurteilen, ob es sich bei einem Chat-Teilnehmer um einen Erwachsenen handelt. Damit lag die automatische Erkennung in 47 von 50 Fällen richtig - auch, wenn sich ein Erwachsener ganz gezielt als Kind ausgab. In weiterer Folge hoffen die Forscher, dass ihre Lösung zusätzlich einen "stilistischen Fußabdruck" erkennen kann. Das würde ermöglichen, die Spuren von Pädophilen im Web effizient zu verfolgen.

Große Herausforderung

An sich ist es sehr schwer, verdächtige Erwachsene im Web zu identifizieren. Denn Menschen müssen ohne alltägliche Hinweise wie Sprachklang oder Aussehen auskommen, so Rashid. Aber auch für die Software gibt es große Hindernisse. "Menschen haben sehr unterschiedliche Schreibstile in Abhängigkeit von regionaler und sozialer Herkunft", erläutert der Informatiker. Umso zuversichtlicher stimmen ihn die aktuellen Ergebnisse.

Das seit 2008 laufende Projekt (pressetext berichte: http://www.pressetext.com/news/081020033/) soll demnach in absehbarer Zeit Früchte tragen. Im Sommer 2011 werde eine erste Version des Pädophilie-Erkennungstools britischen Behörden zur Verfügung stehen, so Rashid. Außerdem werden schon Gespräche mit potenziellen Partnern geführt, um die Lösung auf andere Sprachen als Englisch umzulegen. Langfristig sei denkbar, die Methode auch zur Verfolgung anderer illegaler Online-Aktivitäten zu nutzen, so der Forscher abschließend.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.comp.lancs.ac.uk/isis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik