Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Online-Werbung: Aufdringliche Sujets wirkungslos

16.06.2010
Experte: "Billige Marktschreierei ist im Internet ein Eigentor"

Auf Zielgruppen zugeschnittene Online-Werbung verfehlt ihr Ziel, wenn sie zu penetrant ist. Das berichten Forscher der Rotman School of Management in der Zeitschrift "Marketing Science". "Gemäß der alten Regel 'je mehr, umso besser' könnte man annehmen, dass auf den Kunden zugeschnittene Anzeigen umso besser wirken, je sichtbarer sie sind. Das stimmt jedoch nicht", erklärt Studienleiter Avi Goldfarb.

Zuviel des Guten ist gefährlich

Die Experten analysierten 3.000 Kampagnen aus verschiedensten Produktkategorien. Besonders gut sichtbare Einschaltungen erzielten beim Konsumenten allgemein eine bessere Rückerinnerung, während inhaltsbezogene Werbungen die Kaufabsicht erhöhten.

Verknüpfte man die beiden Strategien, war zwar die Wiedererkennung auch weiter sehr gut, die Kaufabsicht jedoch plötzlich sogar noch schlechter als bei nur schlecht sichtbaren Anzeigen gleichen Inhalts. Besonders trat dieser Effekt bei privaten Produktkategorien etwa aus der Finanzwelt auf oder bei Kunden, die ungern über ihre Einkommenssituation Auskunft geben. "Manche Konsumenten fühlen sich durch die Kombination in ihrer Privatsphäre gestört und wenden sich ab", so Goldfarb.

Web erfordert mehr Intelligenz

"Billige Marktschreierei ist im Internet ein Eigentor", bestätigt auch Siegfried Stepke vom Online-Marketing-Forum im pressetext-Interview. Von allzu aufdringlichen Formen wie Popups komme man daher ab. "Targeting muss intelligent sein. Suche ich etwa im Web nach Sportschuhen und sehe drei Tage lang nur Sportschuh-Kaufaufforderung, so empfinde ich das als penetrant. Taucht aber eine Adidas-Einschaltung mit einem dezenten Sportschuh auf, so wird die Wiedererinnerung erfolgreich aktiviert."

Werben im Internet unterliegt somit Regeln, die nicht mit denen aus altbekannten Medien übereinstimmen. "Die Herausforderungen wachsen, jedoch auch die Möglichkeiten der Gestaltung", so Stepke. Für den optimalen Zuschnitt einer Werbebotschaft muss sie vor em Einsatz getestet werden. "Üblich ist, fünf bis zehn Variationen zu erstellen und in Usertests die wirksamste davon auszuwählen. Das erhöht die Erfolgschance."

Google hat es durchschaut

Die kanadischen Forscher sehen ihre Erkenntnisse bei Googles "AdSense" bereits verwirklicht. Diese bescheiden gehaltenen Einschaltungen mit Links auf externe Seite haben immensen Erfolg, macht der Dienst doch mittlerweile mit sechs Mrd. US-Dollar Jahreseinnahmen die Hälfte des 11,2 Mrd. Dollar schweren Online-Anzeigenmarktes aus. "Google ist ein Kanal, auf den Online-Kampagnen zwingend angewiesen sind. Ebenso gilt es jedoch auch die anderen Kanäle zu bedienen", betont Stepke.

Originalstudie unter http://www.rotman.utoronto.ca/~agoldfarb/GoldfarbTucker-intrusiveness.pdf

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.rotman.utoronto.ca
http://www.online-marketing-forum.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Content-Marketing: In der Praxis angekommen - Studie zu Content-Marketing-Strategien
15.07.2016 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie