Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MÜNCHNER KREIS legt Orientierungspapier zu Intelligenten Netzen vor

13.11.2012
Unser bisheriges Verständnis von Infrastrukturen wandelt sich fundamental - sie werden digitalisiert und zu Intelligenten Netzen verknüpft.

Dabei wird das Prinzip der Intelligenten Netze noch weit über die Kerninfrastrukturen Verkehr, Energie, Gesundheit, Bildung und Verwaltung hinaus das effektive und effiziente Zusammenwirken komplexer Systeme mit eigener Infrastruktur, wie Unternehmen, Städte oder Industrien, zukunftsfähig machen.

Auf dem IT-Gipfel der Bundesregierung in Essen stellte der MÜNCHNER KREIS hierzu ein Orientierungspapier vor. Es skizziert ein übergreifendes Evolutionsverständnis Intelligenter Netze und zeigt deren qualitativen Potentiale auf.

Intelligente Netze werden gesellschaftlich und wirtschaftlich eine Schlüsselrolle einnehmen. Dafür förderliche Handlungsfelder zeigt das Orientierungspapier auf. Daneben stellte das Fraunhofer Institut für System und Innovationsforschung eine Metastudie vor, die die quantitativen Potenziale Intelligenter Netze aufzeigt.

In unseren gewohnten Infrastrukturen vollzieht sich in den nächsten Jahren ein fundamentaler Wandel. Es entwickeln sich digitale und mit digitaler Schnittstelle versehene Infrastrukturelemente. Ihr Zusammenwirken mit zentraler und/oder verteilter Intelligenz lässt sie zu dem Infrastrukturtypus des Intelligenten Netzes werden. Damit diese Intelligenten Netze ihre enormen qualitativen und quantitativen Effekte erzielen können, bedarf es der kontinuierlichen Koordination, Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen Staat, Verbänden, Unternehmen, Mittelstand, Bürgern und den Technologiegestaltern.

„Wir brauchen verbindliche Rahmenbedingungen für bereichsübergreifende Geschäftsmodelle, breitbandige Kommunikationsnetze, angepasste rechtsverbindliche Richtlinien zu Datenschutz und -sicherheit, Klärung von Standardisierungsfragen sowie die Weiterentwicklung der erforderlichen Kompetenzen“, erklärte Prof. Arnold Picot, Vorstandsvorsitzender des MÜNCHNER KREIS. „Dies gilt insbesondere in den Schlüsseltechnologien sowie in deren Verknüpfung“. Voraussetzung für die erfolgreiche Weiterentwicklung und für das Zusammenspiel Intelligenter Netze in den verschiedenen Bereichen ist ein übergreifendes Evolutionsverständnis. „Die aktuelle Evolutionsphase der Intelligenten Netze, die durch neue Anforderungen und Lösungen der digitalen und digitalisierten Infrastruktur bestimmt ist, bedarf eines konsensfähigen Architekturkonzepts mit zugehörigen Beschreibungsmodellen und Nomenklaturen, die einen breiten Einsatz fördern“, so Picot.

Intelligente Netze erhöhen die Effizienz und Effektivität nicht allein innerhalb der heute ausgewiesenen Anwendungsfelder Energie, Gesundheit, Verkehr, Bildung und Verwaltung. Vielmehr werden zukünftig domänenübergreifende Intelligente Netze vielfältige neue Anwendungen schaffen – beispielsweise durch Smart Media, Smart Factory und Smart City. Hieraus ergeben sich enorme qualitative Potenziale für Unternehmen, die innovative, auch disruptive Anwendungen und Geschäftsmodelle entwickeln und umsetzen. Für den Standort Deutschland zeigen sich Chancen als Wegbereiter für erforderliche Schlüsseltechnologien. Für die Gesellschaft liegen die Potenziale in der Verbesserung der Lebensqualität und in der effizienten Ressourcennutzung. Voraussetzung sind insbesondere Schlüsseltechnologien und -kompetenzen, wie beispielsweise die Mikro- und Nanoelektronik, Service Data Management und Datensicherheit. Deren Weiterentwicklung ist strategisch und industriepolitisch zu fördern. „Wichtig ist besonders, dass die Vernetzung nicht nur auf technischer, sondern auch auf organisatorisch-strategischer Ebene erfolgt und der Mehrwert Intelligenter Netze noch stärker kommuniziert wird. Es gilt, die Vorteile sichtbar zu machen, um die Akzeptanz und die Nachfrage in der Gesellschaft zu erhöhen“, unterstrich Picot.

Für die Weiterentwicklung und Stärkung der Einsatzbreite und für die Skalierung der Intelligenten Netze wird zudem ein dringender Forschungsbedarf erkennbar. Die Schwerpunktthemen sind Abgrenzung und Definition Intelligenter Netze, Konzepte und Zusammenwirken dezentraler und zentraler Intelligenz, Werkzeuge für die systematische Skalierung und Verbreiterung von Einsatzfeldern, Verknüpfungs- und Erweiterungsmöglichkeiten Intelligenter Netze sowie der Einfluss der Internationalisierung.

Die Zusammenfassung der Ergebnisse des Orientierungspapier des MÜNCHNER KREIS und der Metastudie des Fraunhofer ISI stehen zum kostenlosen Download gemeinsam unter dem Titel: „Intelligente Netze: Potenziale und Herausforderungen“ auf der Homepage des MÜNCHNER KREIS bereit: http://www.muenchner-kreis.de

Über den MÜNCHNER KREIS:
Der MÜNCHNER KREIS ist eine gemeinnützige übernationale Vereinigung für Kommunikationsforschung. An der Nahtstelle von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien befasst er sich mit Fragen der Technologie, der Gesellschaft, der Ökonomie und der Regulierung im Bereich von Informations- und Kommunikationstechniken sowie der Medien. Er begleitet und fördert die Entwicklung der Informationsgesellschaft in verantwortungsvoller Weise, und wirkt an der Verbesserung der Rahmenbedingungen durch wissenschaftlich qualifizierte Beiträge und sachlichen Dialog konstruktiv mit.

Pressekontakt:
Till Breitung
Sky Communications
Wilhelmsaue 132
10715 Berlin
Tel: +49 (0)30-861 36 05
E-Mail: t.breitung@sky-communications.de

Till Breitung | idw
Weitere Informationen:
http://www.muenchner-kreis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Mehr Wissenschafts-Enthusiasten als Desinteressierte in der Schweiz
05.02.2018 | Universität Zürich

nachricht Zwischen Filterblasen, ungleicher Sichtbarkeit und Transnationalität
06.12.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sektorenkopplung: Die Energiesysteme wachsen zusammen

22.02.2018 | Seminare Workshops

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics