Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobile Mitfahrzentrale

28.08.2009
Im Stadtverkehr sind viele Autofahrer allein unterwegs – trotz steigender Energiekosten. Kosten sparen, den Verkehr entlasten und dabei die Umwelt schonen, das soll bald schon der mobile Mitfahrservice OpenRide.

Auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin (4. bis 9. September) stellen Fraunhofer-Forscher einen Prototypen ihrer offenen Infrastruktur für die Organisation von spontanen Mitfahrgelegenheiten vor TecWatch Halle 5.3..

Hat man Zeit und Muße sich während der Rushhour die Autos um sich herum anzusehen, fällt eines auf: die Fahrzeuge im Großstadtverkehr sind meist nur von einer Person besetzt – und dass, obwohl die Fahrtkosten kontinuierlich steigen. Abhilfe schaffen soll der mobile Mitfahrdienst »OpenRide«, den Forscher am Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS derzeit entwickeln. Mit dem Service lassen sich spontan und bequem Mitfahrgelegenheiten vermitteln. Das ermöglicht nicht nur Kosten sparendes und umweltschonendes Reisen, sondern entlastet auch den Stadtverkehr. Das Projekt OpenRide wird im EXIST-Programm vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.

Besonderen Wert legen die Entwickler auf Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit: Die Nutzer rufen die Anwendung auf ihrem Mobiltelefon auf und wählen aus einem vorgegebenen Menü, ob sie eine Mitfahrgelegenheit anbieten oder suchen. Sie geben Start- und Endpunkt an sowie die Anzahl der freien Plätze. Die Anfrage geht dann an den OpenRide-Server. Dort gleicht eine Suchmaschine für intelligentes Routenmatching Angebote und Nachfragen miteinander ab. Bei der Suche berücksichtigt werden nicht nur Start- und Endpunkte, sondern auch Teilstrecken entlang der gesamten Route. Eine Mindestvorlaufzeit wie bei etablierten Mitfahrbörsen wird durch die mobile Lösung überflüssig: Jeder Nutzer kann über OpenRide unterwegs von seinem Mobiltelefon aus spontan Mitfahrgelegenheiten einstellen oder nach Fahrten in seiner Umgebung suchen.

Diese Information wird gemeinsam mit der aktuellen Position drahtlos an einen Server übertragen, wo eine spezielle Software laufend die Daten mit Fahrtwünschen potenzieller Mitfahrer abgleicht. Die Anzeige von passenden Angeboten auf dem Mobiltelefon erfolgt in Echtzeit: »Fahrer gefunden«, mit Angabe des Namens und der voraussichtlichen Abhol- und Fahrtdauer. Der ad-hoc Service vermittelt selbst Mitfahrgesuche, die erst eingestellt worden sind, nachdem der Fahrer losgefahren ist. Dank einer intelligenten Suchmaschine werden Teilstrecken, kurze Umwege sowie die aktuelle Position von Fahrer und Mitfahrer berücksichtigt. Außerdem planen die Forscher, OpenRide mit einem Bewertungssystem und Nutzerprofilen auszustatten, um das Vertrauen zwischen Fahrer und Mitfahrer zu stärken.

»OpenRide verknüpft mobile Endgeräte, Navigations- und Routenplanungssoftware, um automatisiert Mitfahrgelegenheiten zu vermitteln«, erklärt Dr. Matthias Flügge, Projektleiter bei FOKUS. Die mobile Mitfahrzentrale eignet sich damit besonders für Kurzentschlossene und städtische Fahrten. »Damit erschließen wir einen neuen Markt, denn im Nah- und Alltagsverkehr typische spontane und kürzere Fahrten werden bisher nicht vermittelt«, sagt Flügge. »Wir setzen auf geräteunabhängige Technologien, um den Service möglichst vielen Nutzern zur Verfügung stellen«, ergänzt Anna Kress, technische Leiterin von OpenRide.

Die OpenRide-Infrastruktur zeichnet sich durch ihre offenen Schnittstellen für die Integration von Partnern aus. Damit erschließt sie nicht nur Mitfahrzentralen einen neuen Vermittlungskanal, sie ermöglicht auch Netzwerkbetreibern und Mobiltelefonherstellern ihr Diensteangebot um einen neuen Service zu erweitern. Im Laufe des nächsten Jahres soll OpenRide marktreif sein. Ein Praxistest mit Industriepartnern ist für Ende 2009 geplant.

Dr. Matthias Flügge | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2009/08/ifa-mitfahrzentrale.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht mce mediacomeurope schließt Kooperationsvertrag mit Anixe TV
13.04.2018 | mce mediacomeurope GmbH

nachricht Gebärdensprache neu gedacht
14.03.2018 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Licht zur Herstellung energiereicher Chemikalien nutzen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Markerfreies Verfahren zur Schnelldiagnose von Krebs

22.05.2018 | Medizintechnik

Ins Herz der Blaualgenblüte: IOW-Segelexpedition „BloomSail“ geht an den Start

22.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics