Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine Million Bücher gleichzeitig lesen

26.07.2011
CLARIN-Zentren schaffen digitales Archiv für die geisteswissenschaftliche Forschung / Quennet-Thielen: "Bemerkenswertes europäisches Projekt"

Die enormen Fortschritte in der Informations- und Kommunikationstechnologie wirken sich zunehmend auf das Forschen und Lehren in allen wissenschaftlichen Disziplinen aus. Auch Geistes- und Sozialwissenschaftler können vom Zugriff auf große digitale Datenmengen mit entsprechenden Analysemethoden und -werkzeugen und auf digitale Archive über Internetportale enorm profitieren.

So lassen beispielsweise Wortbedeutungen und deren Wandel sowie die Entstehung neuer Wörter, deren Verbreitung und Akzeptanz (zum Beispiel "Unwörter des Jahres") sich in großen digitalen Datenbeständen sehr viel differenzierter und präziser ermitteln als anhand traditioneller Wörterbücher.

Das europaweit organisierte Projekt CLARIN (Common Language Resources and Technology Infrastructure) ergänzt den Zettelkasten in den Philologien durch die digitale Recherche in großen Datenbeständen und trägt damit wesentlich zur Leistungsfähigkeit der Geisteswissenschaften bei. Auch bei der Dokumentation vom Aussterben bedrohter Sprachen spielen digitale Medien eine entscheidende Rolle: authentische Sprachaufnahmen, Textsammlungen, Artefakte und andere kulturell wertvolle Überlieferungen lassen sich so für nachfolgende Generationen auf Dauer bewahren. Im günstigsten Fall können sie einen wesentlichen Beitrag zur Revitalisierung von bedrohten Sprachen leisten.

"Auf der Basis solcher virtueller Forschungsinfrastrukturen können gänzlich neue Fragen gestellt und neuartige wissenschaftliche Erkenntnisse erzielt werden", betonte BMBF-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen. "CLARIN ist ein bemerkenswertes europäisches Projekt, das herausragende Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften stimuliert. Digitale Archive haben für diese Disziplinen einen ähnlich hohen Stellenwert wie Genomdatenbanken in den Lebenswissenschaften. Ich freue mich, dass Deutschland dabei ein besonders starker Partner ist", so Quennet-Thielen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die deutschen Partner im Verbundprojekt CLARIN-D mit 8,5 Millionen Euro für einen Zeitraum von zunächst drei Jahren. Unter der Federführung der Universität Tübingen (Projektkoordinator Prof. Hinrichs vom Seminar für Sprachwissenschaft) beteiligen sich acht Partner in Deutschland: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Institut für Deutsche Sprache, Max-Planck-Institut für Psycholinguistik, Universität Hamburg, Universität Leipzig, Universität München, Universität des Saarlandes und Universität Stuttgart.

In den neun Zentren des Verbundes werden

große Mengen relevanter Text- und Sprachressourcen gepflegt und über das Internet für Forschungszwecke bereitgestellt;

webbasierte Software-Werkzeuge und Technologien für disziplinen- und institutionenübergreifende Zusammenarbeit verfügbar gemacht, um die Informationsflut von e elektronisch verfügbaren Daten strukturieren und beherrschen zu können;

sprachliche Daten zu großen virtuellen Sammlungen frei kombinierbar, um die Beantwortung ganz neuer Fragestellungen zu erlauben;

Forscher aus allen geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen bei zunehmend komplexer werdenden Arbeitsabläufen unterstützt;

im internationalen Wettbewerb erfolgreiche Forschungsaktivitäten in einem attraktiven Umfeld ermöglicht.

Der Wissenschaftsrat hatte im Januar 2011 "Empfehlungen zu Forschungsinfrastrukturen in den Geistes- und Sozialwissenschaften" veröffentlicht und darauf hingewiesen, dass der Aufbau von Infrastruktur häufig eine Voraussetzung für die Beantwortung zukunftsweisender wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Fragen durch thematisch fokussierte Projekte der Spitzenforschung sei.

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Content-Marketing: In der Praxis angekommen - Studie zu Content-Marketing-Strategien
15.07.2016 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie