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Mehr Orientierung in der Nachrichtenflut

25.11.2013
Forscher entwickeln einen Nachrichten-Reader, der auf individuelle Interessen Rücksicht nimmt. Der Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds unterstützt das Projekt, das von Günther Fliedl (Institut für Angewandte Informatik) geleitet wird.

In den eigenen Interessensgebieten ständig „up-to-date“ bleiben zu können, wird aufgrund der zunehmenden Nachrichtenflut immer schwieriger. So genannte personalisierte Nachrichtenreader helfen dabei, individuell wesentliche Nachrichten leichter zu finden.

„Dahinter stehen semantische Analysen, die es ermöglichen, diese News automatisch für jeden Leser und jede Leserin interessensbezogen zu reihen“, erklärt Vincenz Leichtfried. Das geplante Softwaresystem I2U (Information to You) wird durch ein mehrköpfiges Team umgesetzt und vom Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds (KWF) gefördert. Das daraus entstehende Spin-off der AAU wird von Günther Fliedl, Professor am Institut für Angewandte Informatik, begleitet.

Die Forscher glauben, mit I2U eine Marktlücke erkannt zu haben. Leichtfried erklärt dazu: „Wir hatten bereits Gespräche mit verschiedensten Medienunternehmen im Silicon Valley und dem deutschsprachigen Raum. Es gibt zwar bereits Anbieter, die solche Werkzeuge entwickelt haben, aber diese haben meist Schwächen bei der semantischen Analyse der deutschen Sprache. I2U ‚versteht‘ die Sprachen Deutsch und Englisch. Die ausgeklügelte dahinter liegende Systematik erlaubt es, zukünftig weitere Sprachen mit einzubeziehen. Zusätzlich streben wir im Vergleich zu anderen Systemen eine bessere Qualität und eine höhere Geschwindigkeit an.“

I2U könnte nicht nur für den Nachrichtenkonsum des Einzelnen eine Erleichterung darstellen, sondern soll vor allem den großen Medienhäusern dabei helfen, ihre Online-Angebote zu lukrativen Geschäftsmodellen zu machen. „I2U wird beispielsweise ergänzende Informationen rund um ein Nachrichtenereignis automatisch zusammenstellen können. Für den Leser und die Leserin ergibt sich ein Mehrwert gegenüber dem bisherigen Online-Nachrichtenangebot, das meist nur Infos aus dem Offline-Bereich überträgt. NutzerInnen werden dies zu schätzen wissen“, prophezeit Leichtfried.

Auch für Journalistinnen und Journalisten soll vieles leichter werden: So kann das System die Redaktion dabei unterstützen, unter allen Nachrichtenereignissen rasch die wichtigsten auszuwählen und bei der weiteren Recherche helfen.

Romy Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.aau.at

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