Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Künstliche Intelligenz ist ein Kinderspiel

02.02.2009
Soll die Spielfigur den Helden oder den Schurken mimen? Mit dem Computerspiel »Gorge« sollen bereits Kinder künstliche Intelligenz spielend begreifen und sie sogar verändern. Die Kinder können so ihre soziale Interaktion verbessern.

Intelligente Roboter erwachen zum Leben – ein beliebtes Thema für Science-Fiction-Filme. Die Kreaturen nabeln sich von ihren Herstellern ab, entwickeln Gefühle, sind dem Menschen überlegen und versuchen schließlich die Welt zu erobern. Das Phänomen der künstlichen Intelligenz, kurz KI, fasziniert den Menschen nicht erst seit Frankenstein.

Forscher am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau wollen nun bereits Kindern beibringen, was KI ist. »Dafür haben wir ‘Gorge’ entwickelt, ein ganz einfaches Computerspiel«, sagt Prof. Klaus Peter Jantke, Abteilungsleiter am IDMT. »Mit Gorge können Kinder spielend begreifen, wie KI funktioniert, weil sie diese selbst verändern können.« Die Regeln von Gorge sind simpel: Spiel-figuren-Teams müssen sich ähnlich wie bei »Mensch ärgere Dich nicht« durch einen Raum bewegen und ein Ziel erreichen.

Der Würfel entscheidet, wohin eine Figur wandert. Dabei ist Drängeln erlaubt. Landet also eine Figur auf dem Platz einer anderen, wird sie auf den nächsten freien Platz verdrängt. Auf den Wegen verteilt befinden sich Schluchten – Englisch »Gorge«. Eine Spielfigur kommt immer nur mit Hilfe einer anderen über die Schlucht. Dann kann sie sich entscheiden, ob sie der anderen Figur heraushilft oder sie in der Schlucht verenden lässt – sie kann also die Rolle des Helden oder des Schurken einnehmen.

»Der Clou an dem Spiel ist, dass nicht nur Menschen gegeneinander spielen können. Man kann auch gegen den Computer antreten oder Computer gegen Computer spielen lassen«, sagt Jantke. »Das ist besonders spannend, weil der Mensch den Grad von ‘gut’ und ‘böse’ der Maschine einstellen kann.« Zum Beispiel, indem der Spieler die Regel festlegt: »Liegt jemand in der Schlucht, musst du ihn immer rausholen.« Oder: »Du darfst nie in eine Schlucht gehen.« Auf diese Weise kann ein Kind selbst entscheiden, ob es gegen einen guten oder einen bösen Gegner antreten will. Und es kann beobachten, was für Verhaltensmuster die künstlich intelligente Maschine entwickelt, ob sie eher aggressiv oder ängstlich agiert.

Was passiert, wenn mehrere Böse gegeneinander spielen? Wer gewinnt, wenn alle Spieler gut sind? Siegt Gut gegen Böse? Kinder können spannende Beobachtungen über KI machen und so vieles über sie lernen. Einen Prototypen von »Gorge« stellen die Forscher auf der CeBIT in Hannover vom 3. bis 8. März in Halle 9, Stand B36 vor.

Prof. Dr. Klaus Peter Jantke | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.idmt.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Warum wechseln Menschen ihre Sprache?
14.03.2017 | Universität Wien

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie